Mini ist kein Auto, Mini ist eher ein Lebensgefühl. Lassen Sie uns beim dreitürigen Bonsai-Briten also nicht über Rücksitze sprechen, die am besten als Kofferraumerweiterung taugen. Oder über Preise, die trotz einer Länge unter vier Metern über 30.000 Euro liegen.
Nein, hier soll es ums Fahren gehen, um Bremsen, Beschleunigen, Begeisterung. Und darum, wie das am meisten Spaß bringt: mit säuselnder E-Maschine im Cooper SE oder mit fauchendem Turbo-Vierzylinder im Cooper S?
Mini Cooper S und Cooper SE
Die Front der Mini sieht seltsam missmutig aus – wo doch beide richtig Spaß machen.
Bild: Michael Nehrmann / AUTO BILD

Tatsächlich erweist sich der Stromer noch stärker auf Kurven-Kompetenz getrimmt als sein Benzinbruder. Dank tief im Kardantunnel und zwischen den Hinterrädern versenktem Lithium-Ionen-Akku fliegt der SE noch williger und wilder über gewundene Landstraßen.

Akku nur 28,9 kWh Kapazität

Und die Batterie kostet nicht mal Platz im Innenraum, sein Schutzmantel lässt den Elektro-Mini nur knapp zwei Zentimeter höher aufragen. Dass der Akku mit 28,9 kWh Kapazität ziemlich klein ausfällt, hat zwei Effekte.
Motor
Elektromotor vorn
Vierzylinder, Turbo
Leistung
135 kW (184 PS)
131 kW (178 PS) bei 5000 U/min
Drehmoment
270 Nm
280 Nm bei 1350 U/min
0-100 km/h
7,3 s
6,6 s
Spitze
150 km/h
235 km/h
Antrieb/Getriebe
Vorderrad/Einganggetriebe
Vorderrad/Siebengang-Doppelkupplung
Testverbrauch/Reichweite
21,3 kWh/155 km
7,2 l S/610 km
Batteriekapazität/Tank
28,9 kWh
44 l
L/B/H
3850/1932/1432 mm
3876/1932/1414 mm
Radstand
2495 mm
2495 mm
Kofferraum
211-731 l
211-731 l
Leergewicht/Zuladung
1401/374 kg
1283/362 kg
Anhänge-/Stützlast
-
-
Typklassen (HPF/TK/VK)
15/18/16
15/23/19
Preis (Elektro: vor Förderung) 
ab 35.700 Euro
ab 32.100 Euro
Kosten pro Kilometer
0,28 Euro
0,46 Euro

Den positiven, dass der Stromer gerade mal 118 Kilogramm mehr auf die Waage bringt als der Cooper S. Und den negativen, dass die Reichweite mit 155 Kilometern ausgesprochen gering ausfällt. (Der Mini Cooper SE im Alltagstest)

Langstrecke keine Mini-Domäne

Mit Ottomotor sind immerhin 610 Kilometer drin. Die wären mühsam im Cooper SE, der nicht mehr als 150 km/h und dann wohl kaum noch 100 Kilometer schafft. Also doch lieber urbanes Umfeld. Langstrecke ist eh keine Mini-Domäne, One-Pedal-Driving innerorts effektiver.
Mini Cooper S
Zweiliter-Vierzylinder mit 178 PS – ein fröhlicher Motor für knapp 1,3 Tonnen Mini.
Bild: Michael Nehrmann / AUTO BILD

Mit heiserem Turbosound und großen Schaltwippen, um lustvoll durch die sieben Gänge des Doppelkupplers zu flippern, macht der Cooper S den Alltag zum Abenteuerspielplatz, verlangt angesichts der aktuellen Spritpreise aber auch einen erheblichen Vergnügungsaufschlag.
Weshalb wir den SE empfehlen – zumindest bis zur nächsten Strompreis-Erhöhung.

Sieger: Elektro

So ein Mini definiert sich vor allem über den Fahrspaß. Und über die Kosten. Aber nicht unbedingt über sein Fernreise-Talent. Deswegen kann der Stromer aktuell am Verbrenner vorbeiziehen.