Ehrlich sind sie ja, die Bayern mit britischen Wurzeln. Wo Mini draufsteht, erwartet niemand einen Lastenesel. Und dass der Mini Cooper SE das falsche Fahrzeug ist, um eine Ikea-Schrankwand nach Hause zu bringen, weiß man auch, ohne es zu probieren. Da die Fahrt in den Supermarkt aber deutlich häufiger vorkommt, als sich im Möbelhaus neu einzurichten, düse ich genau dorthin.
Der Kofferraum ist schon allein mit dem Ladekabel gut gefüllt; zwei Kisten Wasser passen rein – mehr aber auch nicht, und das sogar nur quer; parkt die Kiste der Länge nach ein, geht der Deckel nicht mehr zu.
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Zum Glück lässt sich die zweigeteilte Rückbank einfach umlegen. Die Familie muss nicht hungern, es gibt in der nächsten Woche mehr als nur Sprudelwasser. Für den Wocheneinkauf reicht der Platz also aus –  wenn Kind und Kegel auf meine Auswahl vertrauen und daheim bleiben.
Mini Cooper SE
Reicht der Platz nicht, bleibt nur das Umklappen der Rückbank – die Wasserkisten der Länge nach ein-
zuladen, bringt nichts.

Dass die Herstellerangaben zum Thema Reichweite so weit weg von der Realität sind wie die Selbsteinschätzung von Schalke 04, ist nichts Neues. 270 Kilometer verspricht Mini für den Cooper SE,  in der Praxis sind es eher 150 Kilometer.
Die reichen aber – wenn man es weiß und sich drauf einstellt. Einzige Grundvoraussetzung ist eine autarke Ladeinfrastruktur. Die Zeiten, da man an öffentlichen Säulen zuverlässig einen Platz bekam, sind leider vorbei. (So lange müssen Sie aufs E-Auto warten.)

Minimalism Analyser

Zum Glück gibt es am Arbeitsplatz die Option zu laden, und damit ist der Cooper SE das ideale Fahrzeug für meine 25 Kilometer Arbeitsweg. Wer noch nicht weiß, wann er wo laden kann, sollte gleich bei Fahrtbeginn in den Green-Modus schalten (Green+ ist im Winter ohne Heizung zu viel verlangt). Der Name ist Programm, es werden Stromverbraucher wie zum Beispiel die Klimaanlage auf Notlauf geschaltet, um Energie zu sparen und die maximale Reichweite rauszuholen. Eine nette Spielerei: Es gibt eine Auswertung des Fahrverhaltens.
Mini Cooper SE
Wenn der Strom nicht reicht, hilft der Green-Modus.

Oder wie Mini sagten würde: den Minimalism Analyser. Mit entsprechender Punktzahl fürs vorausschauende Fahren und nicht zu rasante Beschleunigen geht es gut gelaunt in den Arbeitstag…

Der Mini Cooper SE im Alltagstest

Pendeln: Ideal für den Weg zur Arbeit. Punkte: 4/5

Einkaufen: Wer alleine einkaufen geht, kann sich austoben. Punkte: 3/5

Transportieren: Wo Mini draufsteht, ist auch Mini drin. Punkte: 2/5

Urlaub: wird wohl eher Urlaub auf Balkonien. Punkte: 1/5

Hobby: Surfbrett und Skier sollte man sich lieber leihen. Punkte: 2/5

Familienleben:
Für Singles, Paare oder als Zweitwagen ideal. Punkte: 3/5

Über mich: Maximilian Bitter

Wohnort: Speckgürtel von Hamburg
Verkehrsanbindung: Fünf Minuten zu Fuß zur U-Bahn, drei zur Autobahn
Ladeinfrastruktur: Ladesäule 600 Meter vom Wohnort
Nutzungsprofil: Pendler
Lieblingsauto: Land Rover Defender
Was sagen die Nachbarn, wenn ich damit vorfahre? Das E-Auto hab ich nur am Kennzeichen erkannt.
Warum würde ich das Auto meinem besten Freund empfehlen? Weil es Spaß macht zu fahren und man sich wenig Gedanken um Parkplätze machen muss.
Was bleibt mir im Gedächtnis? Der Fahrspaß und das Gokart-Feeling, das man aus dem Mini kennt.

Technische Daten und Preis: Mini Cooper SE

Leistung 135 kW (184 PS)
Akkukapazität 28,9 kWh (netto)
L/B/H 3850/1727/1432 mm
Kofferraum 211–731 l
0–100 km/h 7,3 s
Spitze 150 km/h
Reichweite bis 234 km
Verbrauch (WLTP) 15,2 kWh/100 km
Preis ab 32.500 Euro
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Von

Maximilian Bitter