Vergleich Edo Gallardo gegen MTM R8
Kampf um den Aufstieg

Wo der Lamborghini Gallardo ist, will der Audi R8 von MTM hin – nach ganz oben. Mit einer Leistungsspritze auf 560 PS rückt er dem von Edo befeuerten Superleggera auf die Pelle. Kann er zum Idol aufschließen?
- Ben Arnold
Fast jeder hat ihn an der Backe: den ungeliebten Cousin oder Onkel, der immer zu laut spricht und mit seinen furchtbaren Manieren überall aneckt. Ganz zu schweigen von seinem zweifelhaften Frauengeschmack und dem viel zu großen Bierdurst. Glücklicherweise ist er die meiste Zeit des Jahres weit weg. Er wohnt nämlich in Paderborn, Wuppertal oder Ingolstadt. Bis er eines Tages in der Tür steht. Und mit breitem Strahlen verkündet: "Ich habe mir das Haus neben dir gekauft." MTM R8 heißt der Störenfried. Der sich Kraft seiner 560 PS in einer Leistungsgegend ansiedelt, die bisher der Lamborghini-Aristokratie vorbehalten schien. Nervosität macht sich breit in Sant’Agata. Kann man dem Verwandten doch nicht einfach so die Tür vor der Nase zuschlagen. Schließlich gehört er irgendwie zur Familie.
Der Klang des R8 sprengt Konventionen – und Fenster

Bild: Sven Krieger
Gallardo: unterkühlter Chic einer königlichen Gruft

Bild: Sven Krieger
Die erste Ausfahrt fördert interessante Erkenntnisse zutage. Erwartete: Im Teillastbereich ruft sich der Schraubenverdichter mit minimalem Ruckeln in Erinnerung. Und Erfreuliche: Das Ansprechverhalten ist einfach sensationell. Der R8 absolviert jeden Meter mit der Lebendigkeit eines freudig mit dem Schwanz wedelnden Hundes. Ohne durch überzogene Nervosität aufzufallen, begeistert die Verbindlichkeit des Aggregats stets aufs Neue. Mit offenen Armen bietet sich der Motor dar – legt jedes PS, jedes Quäntchen Drehmoment willig aus. Zum Verzehr bereit – wie ofenfrische Brötchen in der Auslage des Bäckers. Bei der Gallardo-Diva hingegen gibt es nichts geschenkt. Alles will erarbeitet, erzwungen werden. Unwillig setzt sich das Auto in Bewegung. Wer die Paddles der E-Gear-Schaltung zu früh betätigt, durchwandelt Jammertäler. Freudlose Regionen, in denen einen jeder Golf TDI an der Ampel versägt. So entfernen sich Mensch und Maschine mit jedem gefahrenen Meter weiter voneinander.
Mehr über das Treffen der beiden Super-Sportler gibt es in AUTO BILD Sportscars 7/2008!
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