Ein Tier hinter der nächsten Kurve, eine Baustelle nach einer Kuppe oder ein Unfall außer Sichtweite: Volvo will Fahrer künftig früher auf solche Gefahren aufmerksam machen. Mit einem Software-Update erweitert der Hersteller sein Connected-Safety-System in den Elektro-Modellen EX60, EX90 und ES90.

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Das Prinzip nutzt Volvo bereits seit 2016. Fahrzeuge können beispielsweise Informationen über rutschige Straßen oder eingeschaltete Warnblinker mit anderen Autos teilen. Nun kommen Warnungen vor Großtieren, Fußgängern und Radfahrern, Baustellen sowie vorausliegenden Unfällen hinzu. Die Echtzeitinformationen können dabei sowohl von vernetzten Volvo-Fahrzeugen als auch von Verkehrsleitzentralen stammen.

Das Auto voraus wird zum Frühwarn-Sensor

Das eigene Fahrzeug muss eine Gefahr nicht selbst erkennen, um davor warnen zu können. Hat ein anderes vernetztes Auto ein Problem auf der Strecke registriert, kann die Information über die Cloud weitergegeben werden.
Das kann insbesondere bei unübersichtlichen Kurven, Kuppen oder schlechten Sichtverhältnissen wertvolle zusätzliche Reaktionszeit verschaffen. Die Technik soll die bestehenden Assistenz- und Sicherheitssysteme ergänzen, nicht aber die Aufmerksamkeit des Fahrers ersetzen.
Nach Angaben von Volvo sind bereits mehr als eine Million Fahrzeuge mit aktivierten vernetzten Sicherheitssystemen unterwegs. Die Informationen bleiben zudem nicht zwangsläufig innerhalb der Volvo-Flotte. Denn über das europäische Ökosystem "Data for Road Safety" sollen Warnmeldungen auch anderen Automarken und nationalen Verkehrsleitzentralen zur Verfügung gestellt werden können.

Entscheidend ist die Qualität der Warnungen

Mit der wachsenden Vernetzung steigt allerdings auch die Bedeutung zuverlässiger Meldungen. Zu viele unnötige oder falsche Warnungen könnten dazu führen, dass Fahrer das Vertrauen in das System verlieren und Hinweise zunehmend ignorieren.
Das Potenzial des Systems ist enorm. Statt sich ausschließlich auf die Sensoren des eigenen Autos zu verlassen, wird die vernetzte Fahrzeugflotte zu einem zusätzlichen Frühwarnsystem. Erkennt ein Fahrzeug eine Gefahr, können andere davon profitieren – noch bevor deren Fahrer sie selbst sehen können.