Aktuelle Crashtests von Euro NCAP

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Volvo XC40, Ford Focus: Euro NCAP Crashtest 2018

Schärfere Regeln? Kein Problem!

Seit Beginn 2018 gelten bei den Crashtests von Euro NCAP verschärfte Regeln. Volvo XC40 und Ford Focus schaffen trotzdem locker fünf Sterne!
Nach dem Nissan Leaf haben sich nun auch Volvo XC40 und Ford Focus den seit Jahresbeginn 2018 verschärften Crashtests von Euro NCAP gestellt. Trotz der höheren Anforderungen, vor allem an die Assistenzsysteme, holten sich beide Autos ohne Probleme die Topnote, fünf Sterne, ab. 

Volvo XC40: Fast 100 Prozent Sicherheit für Erwachsene

Wie schon Bruder XC60 in 2017 schlug sich nun auch der XC40 bei Euro NCAP mehr als wacker. 

Wie schon der größere Bruder XC60 (2017) macht auch das kleine SUV den Schweden alle Ehre. In allen Testdisziplinen schnitt der CX40 bei Euro NCAP hervorragend ab, Schwächen zeigte er kaum. Bemerkenswert ist das Ergebnis im Kapitel Insassenschutz Erwachsene: Hier holte der Volvo 97 Prozent aller möglichen Punkte. Lediglich beim Frontalaufprall mit voller breite zeigte der Dummy auf der Rückbank an der Brust zu starke Kompressionsspuren – "geringer" Schutz. Ebenso überzeugend ist der Schutz der Kinder auf der Rückbank: Hier gab es keinerlei Verletzungsspuren und die volle Punktzahl (24 von 24). Die Tatsache, dass i-Size- und Isofix-Kindersitze nicht auf allen Plätzen befestigt werden können, gab aber Abzüge, sodass unterm Strich 87 Prozent der möglichen Punkte stehen. 
Dann das spannende Kapitel Assistenzsysteme. Gurt- und Geschwindigkeitswarner sind genau wie ein Notbrems- und Spurhalteassistent serienmäßig an Bord und arbeiteten auch ordentlich. Auch die Fußgänger-/Fahrradfahrer-Erkennung machte einen guten Job – bei Tageslicht. Nachts erkannte das System zwar einen in Fahrtrichtung marschierenden Spaziergänger, hatte aber Schwierigkeiten, einen kreuzenden rechtzeitig zu erkennen ("geringer Schutz"). Dennoch: Für fünf Sterne reichte das auch hier allemal.

Ford Focus: Da beißt's eventuell im Nacken

Video: Crashtest Volvo XC40 (2018)

5 Sterne für den XC40

Der neue Focus schaffte in der Gesamtnote ebenfalls fünf Sterne, allerdings schaffte er beim Erwachsenen-Schutz nicht ganz so viele Punkte wie der Volvo (85 Prozent). Abzüge gab es vor allem dafür, dass die Dummies auf den vorderen Sitzen bei einem Auffahrunfall ein Verletzungsrisiko im Nackenbereich anzeigten. Da ein vernünftiges Kopf-Rückhaltesystem aber Voraussetzung für die Bepunktung des Notbremsassistenten sei, so Euro NCAP, würde der in der Bewertung nicht berücksichtigt – obwohl es gut arbeitete. Kinder sitzen überall gut und sicher, auch der Focus holte 24 von 24 Punkten. Und bekam genau wie der Volvo Abzüge, weil vorne weder i-Size oder Isofix möglich sind (und es auch keine bordeigene Lösung gibt). 87 Prozent. 
Beim Fußgänger- und Radfahrer-Schutz: leicht gemischte Gefühle. Fußgänger erkannte das Focus-System bei Tag und Nacht sehr gut und reagierte dementsprechend. Bei den schnelleren Radlern tat sich das Assistenzsystem aber schwerer: Euro NCAP attestierte dem kompakten Ford eine "schwache" Leistung beim Vermeiden eines Zusammenpralls mit einem kreuzenden Radfahrer. Mit den übrigen Assistenzsystemen – serienmäßig sind Gurtwarner, ein kamerabasierter Geschwindigkeitsassistent, ein Spurhalte- und ein Notbremsassistent an Bord – waren die Tester zufrieden. 

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So hat Euro NCAP die Regeln verschärft

Um die volle Sternenzahl zu ernten, müssen Autos seit 2018 bei den Crashtests schärfere Regeln erfüllen. Das hat sich geändert:
● Der Notbremsassistent, schon 2017 gefordert, muss mehr können als vorher. Die Systeme müssen 

Fahrradfahrer sind deutlich flotter unterwegs als Fußgänger. Erkennt das Notbremssystem sie trotzdem und reagiert schnell genug?

nicht nur Fußgänger erkennen und gegebenenfalls eine Notbremsung einleiten, sondern auch Fahrradfahrer. Das stelle die Autobauer vor große Herausforderungen, so Euro NCAP: Da Radfahrer wesentlich schneller unterwegs sind als Fußgänger, müssen die Sensoren einen größeren Bereich scannen und die Software schneller errechnen, ob eine Kollision droht. Zudem wird überprüft, ob die Fußgängererkennung auch im Dunkeln und in der Dämmerung funktioniert.
● Der Spurhalteassistent muss nicht nur warnen, wenn das Auto die Fahrbahn verlässt, sondern aktiv eingreifen. Euro NCAP testet, ob das ELK-System (Emergency Lane Keeping) markierte und unmarktierte Straßenränder erkennt und das Auto zurück in die Spur bringt. Er muss den Überholvorgang abbrechen, wenn Verkehr entgegenkommt. Und er soll auf mehrspurigen Straßen den Spurwechsel unterbinden, wenn ein anderes Fahrzeug dieselbe Spur ansteuert. Beispiel: Ein Auto fährt auf der rechten Spur und möchte einen Lkw überholen. Das Auto bleibt aber hinter dem Lkw kleben, weil gerade ein anderes Fahrzeug von der linken Spur auf die mittlere wechselt und es deshalb zur Kollision kommen würde.

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Autor: Maike Schade

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