Das frühere Birkenstock Image ist passé. Mit weichen Kanten, Hybridantrieb und digital vernetzt fährt hier Volvos Gegenwart vor. Hinzu kommt die Tatsache, dass der XC60 für den schwedischen Hersteller ein besonders wichtiges Modell ist: Das Mittelklasse-SUV macht rund ein Drittel aller verkauften Volvo aus und ist in Deutschland sogar das meistverkaufte Modell. Von der ersten Generation des XC60 (seit 2008) rollten nach Herstellerangaben weltweit fast eine Million Exemplare von den Produktionsbändern. Die Erwartungen an die Neuauflage sind dementsprechend hoch – und die Konkurrenz ist stark: So muss sich der neue XC60 an Mercedes GLC, BMW X3 und Audi Q5 messen lassen.

Zum Start gibt's fünf Motoren

Volvo XC60
Typisch Volvo: Das Heck mit teils senkrechten Leuchten zeigt eindeutig die Markenzugehörigkeit.
Volvo bietet zum Verkaufsstart fünf Motoren an: Zwei Benziner mit jeweils zwei Liter Hubraum und 254 PS im T5 respektive 310 PS im T6; bei den verhilft eine Turboaufladung zu hohen Literleistungen. Beim T6, der auch im Plug-in-Hybrid zum Einsatz kommt ist, sorgt ein zusätzlicher Kompressor für kräftiges Drehmoment und spontanes Ansprechen aus niedrigen Drehzahlen. Zur Mitte hin steigt der Monoturbo ein, bis er bei höheren Drehzahlen allein übernimmt. Das funktioniert gut; der Antritt ist kräftig, der Lauf kultiviert. Dennoch wirkt der T6 subjektiv nur einen Hauch temperamentvoller als der T5 – nicht zuletzt, weil der Kompressor knapp 80 Kilogramm zusätzliches Gewicht mitbringt. Ab 150 km/h oder an Autobahnsteigungen könnte beiden dagegen mehr Hubraum helfen. Vorbildlich: Seit kurzem sind beide Benziner serienmäßig mit Partikelfilter ausgestattet.
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Auch der Plug-in-Hybridfolgt dem Downsizing-Trend

Die beiden Diesel D4 und D5, seit Neuestem mit SCR-Kat ausgerüstet, bringt eine Biturboaufladung auf 190 und 235 PS. Die doppelte Zwangsbeatmung harmonisiert die Kraftabgabe und füllt das Turboloch. So legt der XC60 trotz seines Gewichts von rund zwei Tonnen souverän los. Im D5 rotieren im Gegensatz zum D4 Turbolader mit verstellbarer Turbinengeometrie; so spricht der Lader spontaner an, ohne sich bei hoher Last zu verschlucken. Der Unterschied ist spürbar. Wer weder häufig zügige Autobahnetappen zurücklegt noch Anhänger von nassen Wiesen zieht, kann trotzdem zum D4 greifen und damit 4550 Euro sparen. Zudem konnten wir den 407 PS starken T8 Plug-in-Hybrid ausgiebig testen. Mit nur 2,0 Liter Hubraum folgt auch er Volvos Downsizing-Trend. Denn die zugrundeliegende "Scalable Platform Architecture" erlaubt nur noch den Einsatz von Vierzylinder-Motoren. Das 1969 Kubikzentimeter große Aggregat aus dem T6 leistet hier 320 PS und wird durch einen 65 kW (87 PS) starken Elektromotor ergänzt.
Weitere Infos zum Volvo XC60 und die konkreten Kauftipps der Redaktion finden Sie in der Bildergalerie.

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Kaufberatung Volvo XC60
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Fazit

von

Andreas Of
In der Klasse der nicht ganz großen und nicht ganz günstigen SUVs der gehobenen Mittelklasse ist der XC60 europaweit die Nummer eins. Das gute Image der Marke ist kein leeres Versprechen: Komfort, Sicherheit und Platz entsprechen der Klasse, der Stil ist eigenständig. Kundenzufriedenheit und Qualität liegen laut den Marktforschern von J. D. Power auf hohem Niveau. Leider liegen dort auch die Preise.

Von

André Huster