VW Amarok (2023): Test, Fahrbericht, Pick-up, Anhängelast
So fährt der neue VW Amarok auf Ford-Ranger-Basis
VW Amarok im ersten Check
Für die Fans des VW Amarok haben drei Jahre Warten ein Ende: Die zweite Serie ist da! AUTO BILD ist den Pick-up im Entstehungsland Südafrika schon gefahren.
Bild: AUTO BILD
Die technischen Inhalte des VW Amarok II mögen komplett vom Ford Ranger übernommen sein, und er rollt im gleichen Ford-Werk in Silverton/Südafrika vom Band. Nur: Man sieht es dem Pick-up nicht an. Bis hin zu den Türen ist alles VW-eigen, lediglich Dach, Fenster, Spiegel und Türgriffe sind von Ford.
Das Format hat sich geändert gegenüber dem Vorgänger: Der neue Amarok ist 9,6 Zentimeter länger, der Radstand aber wuchs um 17 Zentimeter. Das schafft Platz und kürzere Überhänge; vor allem hinten setzt man in knifflig onduliertem Gelände nicht mehr so schnell auf. Gegen den Trend schrumpfte die Breite mit angeklappten Spiegeln um 3,4 Zentimeter, was aber an der Spiegelkonstruktion liegt.
Der neue VW Amarok hat mehr Bodenfreiheit als angegeben
Die Geländewerte sind fast alle besser als beim Vorgänger: Er darf jetzt durch 80 Zentimeter tiefes Wasser fahren (alt: 50 Zentimeter), Bodenfreiheit jetzt 23 statt 22 Zentimeter.

Hier ist die Verschränkung der hinteren Starrachse sehr gut zu sehen – die Räder folgen auch wild ondulierten Untergründen.
Bild: Volkswagen AG
Beim von uns gefahrenen PanAmericana haben wir sogar 24 Zentimeter gemessen, allerdings waren die Goodyear-Wrangler-Reifen in 255/55 R 20 mit 2,6 bis 2,7 Bar gefüllt. Der PanAmericana teilt sich mit dem boulevardeskeren Aventura den Status der Topversion: volle Geländefähigkeit, Hinterachssperre ist Serie, zugleich kommt er mit Leder-Luxus.
Fahrzeugdaten
Modell | VW Amarok 3.0 V6 TDI |
|---|---|
Motor | V6-Turbodiesel |
Hubraum | 2993 cm³ |
Leistung | 177 kW (240 PS) bei 3250/min |
Drehmoment | 600 Nm bei 1750-2250/min |
Antrieb | Allrad semipermanent via Lamellen-kupplung, 10-Stufen- Automatik |
Länge/Breite/Höhe | 5350/1920–2208*/1884 mm |
Zuladung | max. 1160 kg |
Leergewicht | 2540 kg |
Geländewerte | Böschungwinkel v/h 30˚/26˚, Rampenwinkel 21˚ |
Wendekreis | 12,93 m |
Pritsche | 1624/1227/529 mm |
Tankinhalt | 80 l Diesel, 19,3 l AdBlue |
Was dem alten VW Amarok so manchen Vergleichstest-Sieg bescherte: Er bremste zupackend, es gab ihn optional mit Semipermanent-Allrad (selten bei Pick-ups), der auch auf Asphalt Vorteile bringt, und er bot einen Pick-up-untypisch manierlichen Federungskomfort – leider erkauft durch eine relativ geringe Zuladung um die 700 Kilogramm.

Die Wattiefe liegt jetzt bei stattlichen 80 Zentimetern – 30 Zentimeter mehr als beim alten Amarok.
Bild: Volkswagen AG
Wer mehr haben wollte, musste die Heavy-Duty-Version ordern. Die gibt es jetzt nicht mehr; der Pick-up kommt mit Einheits-Setup und bis zu 1,16 Tonnen Zuladung – recht viel.
Das merkt man auf schlechter Piste: Der Amarok II hat den typischen Pick-up-Zitterich – unvermeidlich, wenn die Federn und Dämpfer die Karosseriebewegungen auch dann im Zaum halten müssen, wenn eine Tonne zugeladen ist. Das Fahrwerk etwa eines Nissan Navara stuckert aber heftiger.

Kurzwahltasten führen zu den Klima- und Fahrprogramm-Menüs.
Bild: Volkswagen AG
Zweiter bleibender Eindruck: Es kurvt sich auf gewundenen Sträßchen für Pick-up-Verhältnisse richtig gut. Die Lenkung ist zwar indirekt (mit mehr als drei Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag) und lässt keinen Zweifel, welche Sorte Fahrzeug hier arbeitet; aber sie weist wenig Spiel um die Mittellage auf und arbeitet recht präzise.
Mehr Versionen mit Permanentallrad
Der von uns gefahrene 3,0-Liter-V6-Diesel (240 PS) ergibt mit 600 Nm Drehmoment eine souveräne Motorisierung, vor allem im Team mit der weich schaltenden Zehnstufen-Wandlerautomatik von Ford. Im Gelände erfreut die erstmals beim Amarok erhältliche Kombination von Automatik und Geländeuntersetzung – den hält so schnell nichts auf.

Geländetechnik-Bedienung nur halb digital: Erst mit fester Taste die Fahrprogramme aufrufen, dann per Touch auswählen.
Bild: Volkswagen AG
Auch prima: Die Bedienung geriet nicht zu digital. Im Gegensatz zum Ford Ranger gibt es hier feste Knöpfe für die Sperren. Auch die nervenden Slider und Sensortasten anderer VW-Modelle sucht man hier vergebens: alles echte Tasten. Beim Ford gefällt uns dafür die Klimabedienung besser, vertraut sie doch noch auf echte Drehregler.

Anders gelöst als im Ford Ranger: Drehregler für Mittelsperre und Untersetzung; Hinterachssperre (Serie im PanAmericana) per fester Taste.
Bild: Volkswagen AG
Der Vierzylinder-Amarok ist übrigens wieder da: als 2.0 TDI mit 170 PS (wahlweise manuell oder Automatik, Zuschaltallrad oder semipermanent über Lamellenkupplung) oder als 2.0-Biturbodiesel mit 205 PS. Bei den ersten Kunden ab Mai 2023, die Preise starten bei rund 40.000 Euro.
Diese Reise wurde unterstützt von VW Nutzfahrzeuge. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.
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