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VW Caddy: Kaufberatung

Den Kasten wagen

Gemeinsam mit dem Bus ist der Caddy nicht nur das derzeit älteste VW-Modell, sondern auch das zweckmäßigste. Beliebt ist er noch dazu. Die Kaufberatung!
Dieser Text startet gleich mit einer Kaufempfehlung. Falls sie ein schmuckloses Auto mit viel Platz und reinem Nutzwert suchen, Ihnen dazu gehobene Fahrkultur einerlei ist, nehmen Sie einen VW Caddy Conceptline Starter für 14.988 Euro, legen Sie etwas Geld für ein Radio drauf und freuen Sie sich ein langes Autoleben lang über dieses Schnäppchen. VW legt serienmäßig noch Fensterheber, Funk-Zentralverriegelung, einen Tempomat und eine Servolenkung drauf. Klingt gut, hat aber gleich zwei Haken. Der unterhalb der Basis eingeordnete Starter ist nur mit dem gerade noch verschmerzbar kurzatmigen 1,2-Liter-Benziner erhältlich und lässt sich weder für Geld noch gute Worte mit Klimaanlage oder Sitzhöheneinstellung ausrüsten. Verwirrend wird die Sache im Vergleich zum normalen Conceptline, der bei 18.718 Euro loslegt. Bei ihm kosten die Fensterheber in Kombination mit E-Außenspiegeln 517 Euro extra. 1558 Euro werden für die Klimaanlage fällig – dafür sind aber (fast) alle anderen Extras optional buchbar. Auch im darüber positionierten Trendline ist die Klimaanlage nicht inbegriffen. Er wartet mit einem Radio, der fahrerseitigen Schiebetür und einem spürbar aufgehübschten Innenraum auf. 20.331 Euro sind sein Preis.

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Sondermodelle oft langfristig erhältlich

Die Verarbeitung ist makellos. Haptik ist nicht die Stärke des Caddy, doch gegen vernünftige Aufpreise gibt es viele Annehmlichkeiten.

Vor dem Hintergrund, dass viele Käufer den Caddy als Nutzfahrzeug schätzen und auf teure Extras verzichten können, ist somit der Starter die frugalste, aber günstigste Möglichkeit. Trendline lohnt sich dagegen für den Alltag dank adäquater Ausstattungspolitik. Einen anderen Weg gehen die höheren Linien. Comfortline lässt kaum Wünsche offen, hat mindestens 116 PS, kostet aber mit 25.394 Euro einen ganzen VW Up mehr als der Starter. Ähnlich teuer: der Caddy Alltrack mit großen Alurädern und Offroad-Anputz, beginnend bei 84 PS. Zu kompliziert? VW setzt noch einen drauf – zum Glück zu Ihren Gunsten. Hier kommt Kauftipp Nummer zwei: VW bietet fast ständig Sondermodelle an, die oft auch auf lange Sicht verfügbar sind. So etwa den Caddy "Join". Er glänzt wie der Highline mit Alurädern und lackierten Stoßfängern und besitzt eine Fülle von Annehmlichkeiten wie Nebelscheinwerfer, Komfortsitze und ein hochwertiges Radio. Zum Grundpreis von 23.069 Euro lohnt sich dann auch die aufpreispflichtige Klimaanlage. Letztlich gestaltet sich die Ausstattungspolitik des Caddy sehr komplex. Er ist enorm flexibel und bietet eine Fülle von optionalen Extras. Notieren Sie sich also genau Ihre Wünsche und vergleichen Sie die einzelnen Versionen.
Überblick: Alles zum VW Caddy

Caddy Maxi bietet ähnlich viel Platz wie der T6

Zur sicheren Laderaumnutzung empfehlen sich Rollo und Trennnetz für 357 Euro.

Der Trumpf des Caddy liegt in seinem Hochdachformat mit konsequenter Raumausnutzung. Dafür ist das aktuelle Modell seit 15 Jahren bekannt und beliebt. Bis zur B-Säule entspricht der Unterbau dem Touran I; dahinter: ein robuster Kasten, der dank Starrachse 600 Kilogramm Zuladung verkraftet. Auch Allradantrieb ist buchbar, dann sitzt dort die Mehrlenkerkonstruktion aus dem Tiguan I. Damit ist aber bei 500 Kilo Zuladung Schluss. Stets mit Frontantrieb wartet der Caddy Maxi auf. Er bietet 3006 mm Radstand (Standard: 2681 mm) und mit maximal 4130 Liter Ladevolumen ähnlich viel Platz wie der große Bruder T6. Wer nicht regelmäßig auf eine derartige Raumfülle angewiesen ist, fährt mit dem kurzen Caddy besser – der Handlichkeit wegen: Der Maxi misst stolze 4,88 Meter Länge.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Motorempfehlung: 1.4 TSI mit 110 oder 125 PS

Schaltgetriebe sind aktuell nur für die Allradler mit 122 oder 150 PS verfügbar. Der Schaltknauf bewegt sich ganz VW-typisch kinderleicht.

Auch bei der Antriebswahl bietet VW viele Optionen. Den Anfang macht der erwähnte Basismotor, ein 1,2-Liter-Vierzylinder, der es dank Turbo immerhin auf 84 PS bringt. Er reicht innerorts, wirkt aber schon bei Landstraßentempo eher träge. Darüber rangiert der kleine Dreizylinder-Turbo, dessen konzentrierte Drehmomentabgabe wir schon aus dem Up kennen. Erstaunlich flink schnalzt der Caddy mit ihm von Ampel und Ortsschild weg, doch ist dieser Dampf schnell verpufft. Wenn ab 100 bis 110 km/h die Fahrwiderstände steigen, fehlt es ihm an Hubraum. Hier tritt unsere Motorempfehlung auf den Plan: der 1.4 TSI mit 110 oder 125 PS. Die schwächere Version (TGI) tankt Erdgas und ist etwa 150 Kilo schwerer, doch der Motor zieht's weg. Er lohnt sich – sofern eine Tankmöglichkeit für den alternativen Treibstoff in der Nähe ist.

Modell 1.4 TSI BMT 2.0 TDI BMT
Motor / Hubraum R4 Turbo / 1395 ccm R4 Turbo / 1968 ccm
Getriebe (man. | automat.) kW (PS) bei 1/min 6-Gang / 7-G.-Doppelkupplung – | 6-Gang-Doppelkupplung
92 (125) / 5000-6000 75 (102) / 2900-4000
Nm bei 1/min 220 / 1500-3500 250 / 1300-2800
Höchstgeschwindigkeit 185 km/h 172 km/h
0–100 km/h 10,9 s 12,9 s
Verbrauch (ECE-Mix) 5,9 l S 4,9 l D
Abgas CO2 • EU-Norm 135 g/km • Euro 6b 130 g/km • Euro 6b
Ottopartikelfilter / SCR-Kat – / – – / ja, AdBlue-Tank: 9 Liter
Grundpreis 23.044 Euro 24.966 Euro
Wertung Der teuerste Benziner lohnt sich. Mit ihm wieselt der Kasten auf Polo- und Golf-Niveau durch die Stadt und hat auch auf der Autobahn genug Puste. Normalerweise würden wir diesen Motor mit Schaltgetriebe empfehlen. In jedem Fall ist er ein kräftiger und langlebiger Begleiter mit kleinem Durst.
Ökotrend-Wertung 3 3-
Der bewährte Zweiliter-TDI erfüllt bis jetzt trotz SCR-Kat nur Euro 6b, dürfte sich aber derzeit im Upgrade-Prozess auf 6d-TEMP befinden. Er liefert in der kleinsten Stufe 102 PS und 250 Nm Drehmoment, die dem Caddy vollauf genügen. Derzeit gibt es ihn nur mit DSG. Schaltgetriebe sind aktuell nur für die Allradler mit 122 oder 150 PS verfügbar. Trotz der unübersichtlichen Preisgestaltung ist die große Vielfalt ein Vorteil. Zu guter Letzt noch ein Tipp: Der Caddy ist mit seinen großen Schiebetüren, dem luftigen Fond und dem robusten Gesamtcharakter bestens geeignet für Familien mit Kindern. Dabei fährt er sich so handlich wie ein Golf.

Bilder: Kaufberatung VW Caddy

VW CaddyVW Caddy

Andreas Jüngling

Fazit

VW zeigt beim Caddy einen Hang zu abschreckenden Preisen. Ein gut ausgestatteter Kasten kommt nicht billig. Trotzdem macht es der Evergreen durch hohen Nutzwert und speziell durch günstig bepreiste Sonderausstattungen wett. Wer jetzt unbedingt einen Fronttriebler-TDI mit Handschaltung will, muss aber zu einem (wertstabilen) Gebrauchten greifen.

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