Golf GTD mit Bremsstaub-Filter

VW Golf GTD mit Feinstaubfilter für die Bremse

Neuer Filter soll Feinstaub reduzieren

Volkswagen testet zusammen mit Mann+Hummel einen Feinstaubfilter für die Bremse. Als Versuchsfahrzeug dient ein Golf GTD. Alle Infos!
Wenn es um Feinstaub-Emissionen geht, musste in den vergangenen Jahren oft der Verbrennungsmotor als Sündenbock herhalten. Doch längst ist bekannt, dass nicht nur die kleinen Partikel aus dem Auspuff unsere Luft verschmutzen, sondern auch aufgewirbelter Staub, Reifenabrieb – und Bremsstaub. Genau diesen Bremsstaub hat der Zulieferer Mann+Hummel im Visier: Der Filterhersteller (u. a. Luft-, Benzin und Ölfilter) hat sich jetzt als Ziel gesetzt, bis zu 80 Prozent das Feinstaubs, der beim Bremsvorgang entsteht, zu absorbieren. Sein neues System testet Mann+Hummel zusammen mit Volkswagen.

VW testet den Filter mit einem Golf

Innerhalb der Felge ist der Filter zu erkennen. Er wird an den Bremssattel geschraubt.

Der von den AUTO BILD-Erlkönigjägern erwischte VW Golf GTD ist nur an seinen ungewöhnlichen Felgen als Versuchsträger zu erkennen. Auf dem Felgenstern sitzen vermutlich Messgeräte, die während der Fahrt die Menge des Feinstaubs ermitteln sollen. Der neuartige "Feinstaubfresser" befindet sich beim Test-Golf unterhalb des Bremssattels. Tritt der Fahrer in die Eisen, pressen die Bremsbeläge gegen die Bremsscheibe und verzögern durch die entstehende Reibung das Fahrzeug. Dadurch entsteht Abrieb an der Scheibe und an den Belägen. Dieser Abrieb wird in den Bremsstaubfilter geleitet und setzt sich dort im Filtergewebe fest. Dabei kommt der Staubfresser ganz ohne mechanische Teile aus. Laut Mann+Hummel sollen die Wechselintervalle denen der Bremsbeläge entsprechen. So wird der Filter im Zuge der Bremsenwartung einfach mit getauscht, dem Kunden entsteht kein zusätzlicher Aufwand. Auch das Gewicht hält sich in Grenzen. Nach Angaben von Mann+Hummel soll ein Filter inklusive Gehäuse weniger als 500 Gramm in der Serie wiegen. Zu eventuellen Mehrkosten, die durch ein solches System enststehen, gibt es noch keine Infos.
Bereits 2017 hatte der Zulieferer seinen Bremsstaubpartikelfilter vorgestellt, befand sich damals aber noch mitten in der Testphase. Nun sollen in Kooperation mit großen Fahrzeugherstellern mehr Daten gesammelt werden. Offensichtlich hat VW großes Interesse an der Technik und beteiligt sich daher an den Tests.

Bremsenabrieb schädlicher als Diesel-Emissionen

So sieht der Prototyp von Mann+Hummel aus. Im Golf ist der Filter unten angebracht.

Bremsstaub leistet einen nicht unerheblichen Beitrag zur allgemeinen Feinstaubbelastung in Ballungsräumen. Dabei liegt die Partikelgröße bei Bremsstaub meist deutlich unterhalb der Partikelgröße in Dieselabgasen. Laut Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger (BVS) gelten Partikel als Feinstaub, wenn sie kleiner als zehn Mikrometer sind. Bremsstaubpartikel liegen zum Teil im Bereich von 0,1 Mikrometer. Solche Partikel werden weder von der Nase noch durch die Bronchien im Körper gefiltert und gelangen ohne Umweg in die Lunge. Das macht sie noch gefährlicher als der ohnehin schon ungesunde Feinstaub aus dem Auspuff. Wann das System von Mann+Hummel auf den Markt kommt, ist noch nicht klar. Wenn aber sogar schon ein Volumenhersteller wie VW das System testet, könnte in den kommenden zwei Jahren mit einem Bremsstaubfilter in der Großserie gerechnet werden.

Golf GTD mit Bremsstaub-Filter

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Feinstaub

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