Der Golf VII steht in den Startlöchern, und die Erwartungen sind hoch. Auch bei den Umweltschützern von Greenpeace: Kurz vor der Präsentation des Golf VII übte Greenpeace massive Kritik am neuen Kompakten. "Schon seit Längerem kündigt VW Sparautos, Ein-Liter-Autos oder auch Drei-Liter-Autos an, doch diese umweltfreundlichen Versprechen hat der Konzern bisher nie umgesetzt", heißt es in einer 31 Seiten starken Publikation von Greenpeace. Dabei sei es mit wenigen technischen Änderungen möglich, den Golf sparsamer zu machen. "In nur vier Schritten zum Drei-Liter-Golf", schreibt Greenpeace und liefert auch gleich das Rezept: "Weniger Fahrzeugmasse, weniger Luftwiderstand, weniger Rollwiderstand und effizienterer Antrieb."
Greenpeace gegen Golf VII
Obwohl Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace bei der Golf-Präsentation in Berlin protestierend vor der Auffahrt zum roten Teppich Spalier standen, nannte Volkswagen-Chef Martin Winterkorn den Golf "ein klares, unübersehbares Zeichen für umweltfreundliche Mobilität". Der Verbrauch sei mit dem VW Golf BlueMotion auf bis zu 3,2 Liter pro 100 Kilometer gesenkt worden – die Kritik von Greenpeace zielt jedoch darauf ab, dass das nur mit ganz speziellen Versionen (eben BlueMotion) und nicht schon mit den Basismodellen möglich sei. Die ersten Zahlen aus Wolfsburg bescheinigen dem 140-PS-Benziner mit Zylinderabschaltung einen Verbrauch von 4,8 Litern auf 100 Kilometer (112 Gramm CO2), der 105 PS starke Golf VII TDI soll mit 3,8 Litern Diesel auskommen (99 Gramm CO2).
Das ist Greenpeace nicht genug. Den Umweltschützern schwebt eher ein CO2-Ausstoß von 75 Gramm pro Kilometer für den sparsamsten Diesel-Golf und 80 Gramm für den Benziner vor. Ihr Argument: Würde der Golf nur 80 Gramm CO2 ausstoßen (drei Liter Verbrauch), dann erspare er der Umwelt im Vergleich mit einem Fünf-Liter-Auto 50 Millionen Tonnen CO2. Bei dieser Rechnung legt Greenpeace die Produktion von zehn Millionen Golf VII bei einer durchschnittlichen Kilometerleistung (etwa 12.500 Kilometer pro Jahr) und zehn Jahren Nutzungsdauer zugrunde.