VW Jetta: Kaufberatung US-Modell, Import

Lohnt ein Import des VW Jetta?

Eine geräumige Limousine für 18.000 Euro? Das gibt es nur in den USA. Lohnt sich ein Import? Das sollte man wissen!
Mehr Auto für weniger Geld. In den USA gibt es das! Gut ausgestattete Modelle für einen überschaubaren Preis. So wie den VW Jetta. Eine 4,70 Meter lange Limousine für einen Basispreis von 18.000 Euro. In Deutschland ist das neueste Modell nicht erhältlich und so käme nur ein Import infrage. Doch lohnt sich der Aufwand?

VW Jetta SEL: Ordentliche Ausstattung für 22.500 Euro

Die siebte Generation des VW Jetta hat weniger Überhänge als die Vorgänger, steht satter auf dem Asphalt.

AUTO BILD hat sich die siebte Generation des VW Jetta angeschaut, die in den Staaten seit Frühjahr 2018 zu haben ist. Der Testwagen verfügt über die Ausstattung SEL, eine mittlere Ausstattungsvariante für umgerechnet 22.500 Euro. Der Gesamteindruck ist stimmig. Der neue Jetta hat deutlich weniger Überhang als die Vorgänger. Damit steht er satter auf dem Asphalt. Nur die serienmäßige 16-Zoll-Bereifung will nicht so recht ins Bild passen. Das hat offenbar auch VW gemerkt und packt ab Modelljahr 2020 einen Zoll zum Basispreis dazu. Mit der SEL-Ausstattung sind auch der Digital-Tacho und ein 8-Zoll-Touchscreen mit Apple CarPlay und Android Auto inbegriffen – das beste Argument für diese Ausstattungsvariante.

Der Jetta punktet beim Platzangebot

Im Fond ist auch für große Menschen genug Platz für lange Strecken.

Der Qualitätsanmutung vom Jetta liegt mehr zwischen Golf und Polo. Und das ist kein schlechter Eindruck! Ja, die Türinnenelemente bestehen zum größten Teil aus Hartplastik, dafür ist der Rest aber mit weichem Plastik belegt und gut verarbeitet. Nur die Sitze könnten besser gepolstert sein, hier drückt es nach einigen Kilometern im Gesäß. Die wahre Stärke des Jetta ist allerdings sein Platzangebot. Egal ob vorne oder im Fond, mit 2,69 Metern Radstand bietet die Limousine genug Beinfreiheit und ein luftiges Raumgefühl. Der Kofferraum fasst 400 Liter, was für zwei richtig große Reisekoffer und drei Sporttaschen oder einen Kinderbuggy reicht.

Wem der 150-PS-Vierzylinder nicht reicht, greift zum Jetta GLI

Bei der Motorenauswahl gibt es nur zwei Überlegungen: Soll es ein VW Jetta mit 1,4 Liter großem Turbo-Vierzylinder sein oder will man es sportlich mit dem Jetta GLI und dem 2,0-Liter-Aggregat aus dem GTI (hier geht es zum Fahrbericht). Wer sich gegen einen sportlichen Charakter entscheidet, ist mit dem kleinen Vierzylinder aus brasilianischer Fertigung nicht schlecht motorisiert. Der Durchzug ist bereits im unteren Drehzahlbereich gut, die 250 Newtonmeter Drehmoment sind schon bei 1400 Umdrehungen erreicht und auch die 150 PS ab 5000 Umdrehungen reichen aus, um den Jetta zügig zu bewegen. Die 8-Gang-Automatik mit Herkunftsland Japan ist kein DSG, schaltet aber so flüssig und zügig, dass man es auch nicht vermisst.

Hier stimmt die Verbrauchsangabe

Quälität und Fahreigenschaften sind auf einem guten Niveau.

Lenkung und Fahrwerk sind harmonisch abgestimmt, nicht zu weich oder zu direkt oder straff. Alles bewegt sich in einem guten Mittelmaß und dürfte sich auch auf deutschen Straßen gut bewähren (diese Eindrücke hatten wir auch schon beim ersten Fahrbericht). Falls es in absehbarer Zeit kein Tempolimit in Deutschland gibt, sollte man nach einem Import des Jetta die Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h über einen Eingriff ins Steuergerät aufheben lassen. Der Verbrauch des 1,4-Liter-Vierzylinders wird in den USA sehr ehrlich angegeben. Auf dem Highway 7,8 Liter und innerorts 9,5 Liter. Nach knapp 1000 Kilometern mit den Jetta sagt die Bordanzeige 8,3 Liter.

Wann lohnt sich der Import nach Deutschland?

Den VW Jetta SEL gibt es in den USA laut Liste schon umgerechnet ab 22.500 Euro. Mit etwas Suche im Internet findet man ihn beim Händler auch für 21.500 Euro. Die Sales Tax entfällt bei Fahrzeugen, die exportiert werden. Dann kommen Kosten für den Transport zum nächsten großen Hafen, Verschiffung, Zoll und Einfuhrsteuer hinzu und dann ist stehen für den VW Jetta immerhin schon 30.000 Euro auf der Rechnung. Dafür lohnt sich der Import kaum, weil man dafür auch einen gut ausgestatteten Skoda Ocatvia in Deutschland kaufen kann (bei carwow.de mit einer durchschnittlichen Ersparnis von 5135 Euro), der mit der vierten Generation erst gerade frisch auf den Markt gekommen ist. Beim Jetta sollte man nach Gebrauchten suchen, die man mit wenigen Kilometern bereits für 16.000 Euro bekommt. Macht nach dem Import 23.000 Euro. Dann lohnt sich die Überlegung!

Autor:

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.