Neue Woche, neuer Restomod: Das Business um klassische Autos mit moderner Technik boomt. Mittlerweile gibt es von den meisten Ikonen eine Neuauflage irgendeiner Art. Vom Dauerbrenner Porsche 911, der mittlerweile auch als Restomod in einer Vielzahl von Versionen angeboten wird, über Exoten wie den Lancia 037 bis hin zu Arbeitstieren wie dem Toyota Land Cruiser existieren inzwischen Versionen mit moderner Technik. Eine automobile Legende, die bisher in Bezug auf Restomods eher stiefmütterlich behandelt wurde, ist der VW Käfer. Das will das deutsche Start-up Milivié ändern!
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Ab 2023 sollen vom Milivié 1 insgesamt 22 Exemplare entstehen – also etwa ein Exemplar pro einer Million gebauter VW Käfer. Jeder Milivié 1 basiert auf einem originalen Käfer 1303, der in mühevoller Handarbeit bis auf die Rohkarosse gestrippt wird. Anschließend beginnt die Transformation.
Auch wenn der Restomod am Ende unverwechselbar als Käfer zu erkennen ist, so hat die Neuauflage bis auf Karosse und Bodengruppe so gut wie nichts mehr mit dem Spenderfahrzeug gemein.

Milivié verändert die Proportionen des VW Käfer

Das Design ist clean. Chromteile, Stoßstangen und Regenrinnen werden kurzerhand genauso entfernt wie Fensterrahmen und Ausstellfenster. Die Außenspiegel werden gegen moderne Pendants getauscht, und die klassischen Bügelgriffe machen Platz für versenkte Türgriffe. Was nicht unbedingt auf den ersten Blick auffällt: Auch die Proportionen wurden überarbeitet.
So wurde die Fronthaube um acht Zentimeter nach vorne verschoben und abgeflacht. Die Motorhaube erhält einen integrierten Ducktail-Spoiler (deutsch: Bürzel). Scheinwerfer und Rückleuchten weichen minimalistischen LED-Einheiten.
Optisch wird der Milivié 1 abgerundet durch im Vergleich zur Originalbereifung riesigen 19-Zoll-Felgen. Zu guter Letzt werden alle VW-Logos durch Milivié-Embleme ersetzt.
Milivie VW Beetle Restomod
Der Milivié 1 ist klar als VW Käfer zu erkennen und doch ist einiges neu. Die Scheinwerfer wirken futuristisch.


Im Innenraum ist die Verjüngungskur noch krasser. Anstelle der originalen Instrumente verbat die von Jonathan Engler gegründete Milivié GmbH ein XXL-Digitalcockpit im Mercedes-MBUX-Style. Die zwei je 12,3 Zoll großen Bildschirme verfügen über eine selbst entwickelte Software; und als kleine Retro-Anspielung sind Anzeigen im Stil der originalen Käfer-Instrumente geplant.

Carbon-Schalensitze im Innenraum

Abgesehen davon ist auch der Innenraum sehr aufgeräumt. Die bis zu vier Insassen nehmen auf Carbon-Einzelsitzen Platz, die Türtafeln sollen vom Porsche 911 inspiriert sein.
Was Farb- und Materialauswahl angeht, sollen die Kunden freie Wahl haben. Als kleiner Bonus wird jedes der 22 geplanten Exemplare mit einem passenden Gepäckstück ausgeliefert.
Wichtig ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass es sich bei den hier gezeigten Bildern lediglich um Illustrationen handelt und die Fertigstellung des ersten Kundenfahrzeugs für Juli 2023 avisiert ist.
Milivie VW Beetle Restomod
Hier erinnert nur noch wenig an das Original. Modernes Cockpit mit Widescreen-Displays im Milivié 1.

Damit kommen wir zum Motor der Restomods. Im Heck sitzt ein Typ-1-Boxer mit 2,28 Liter Hubraum, zwei Weber-Vergasern und einer elektronischen Zündanlage. Leistungsdaten verrät das junge Start-up noch nicht – aber es dürften deutlich mehr als die maximal 50 PS des 1303 S (mit 1,6-Liter-Vierzylinder-Boxer) sein.

Porsche-Tiptronic für den Restomod

Etwas überraschend mag die Wahl des Getriebes anmuten, denn Milivié will die ZF-Automatik des Porsche 911 (964) Carrera 2 nutzen. Die Viergang-Tiptronic wird für das Vorhaben überarbeitet und für den Einsatz am Vierzylinder-Boxer adaptiert. Außerdem ist bereits klar, dass der Restomod drei Fahrmodi haben wird: "Drive", "Sports" und "Manual".

Aufgrund der noch nicht konkret genannten Mehrleistung wird auch das Chassis angepasst. Vorne und hinten setzt Milivié auf Doppelquerlenker, die Federn sind speziell angepasste KW V3, und das gesamte Fahrwerk ist voll einstellbar.
Verzögert wird per 343 Millimeter großen Scheibenbremsen rundum; mit Sechskolben-Sätteln an der Vorder- und Vierkolben-Sätteln an der Hinterachse.
Milivie VW Beetle Restomod
Der mittige Doppelrohrauspuff erinnert an Porsches GT-Modelle, die LED-Rückleuchten sind filigran.

Wenn alles gutgeht, soll das erste von nur 22 geplanten Kundenfahrzeuge in rund einem Jahr ausgeliefert, also gegen Mitte 2023. Die gesamte Produktion soll im Mai 2025 fertiggestellt sein.
Ein Hindernis Interessierte könnte allerdings der Preis sein, denn das bisher unbekannte Unternehmen ruft selbstbewusste 570.000 Euro für die Basisversion auf. Für diesen Preis gibt es auch andere Traumautos oder Restomods mit deutlich mehr Prestige.
Vielleicht ist aber auch genau das fehlende Prestige auch ein Grund, warum die Macher bekannter Restomods bisher einen Bogen um den VW Käfer gemacht haben.