Die Liste der Gegner ist lang: Audi A4, BMW 3er, Ford Mondeo, Kia Optima, Opel Insignia, Peugeot 508, Skoda Superb. Und alle konnten einpacken. Der VW Passat blieb in jedem Vergleich Sieger nach Punkten – egal ob Limousine oder Kombi; egal ob Diesel oder Benziner. Wer bleibt da übrig, wer könnte den VW in die Schranken weisen? Vielleicht die C-Klasse von Mercedes? Als Neuauflage rundum gelungen und als Kombi noch ganz frisch.
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Als Kombi liegt der Passat in diesem Vergleich weit vorne

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Video: Passat Variant vs. C-Klasse T-Modell

Kombis im Vergleich

Der Benz macht von Anfang an klar, dass es diesmal besonders schwer wird für den VW. Die C-Klasse ist einfach charmanter eingerichtet. Im Cockpit gibt es einen schönen Materialmix aus Holz und Chrom sowie hochwertigen Kunststoffen, alles elegant arrangiert. Auch der VW ist blitzsauber zusammengebaut, das Cockpit klar und funktionell gegliedert. Doch im direkten Vergleich wirkt das alles nüchterner und weniger edel, eher wie ein Golf XL, der Mercedes dagegen wie eine kleine S-Klasse. Aber, und jetzt kommt das dicke Ende für den Benz, der Passat fühlt sich nicht nur luftiger an, er ist es auch. Und der äußerst geräumige Fond ist eine ganze Klasse größer als in der C-Klasse. Im Passat sitzen auch große Leute sehr angenehm und genießen beträchtliche Bewegungsfreiheit. In der C-Klasse fühlt man sich bestimmt nicht schlecht, aber die Sitze sind kleiner und ungemütlicher, es ist vergleichsweise eng.
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Mit seinem starken Diesel hängt der Benz den VW ab

Mercedes C-Klasse
Kraftvoll: Mit seinem 2,2-Liter-Diesel hängt der Mercedes den Passat bei den Fahrleistungen ab.
Beim Kofferraum setzt VW dann noch einen drauf: In den Passat passen mit 650 bis 1780 Litern mal eben zwei Koffer mehr als in die C-Klasse mit 490 bis 1510 Litern. Und er darf auch ein höheres Gewicht schleppen, die maximale Zuladung liegt bei 570 Kilo, im Mercedes bei 545 Kilo. Seinen 2,2-Liter-Motor, hier mit 204 PS, kennen wir aus diversen anderen Baureihen. Er startet auch in der C-Klasse wie ein Taxi: laut und heftig. Doch das gibt sich. Der Motor bleibt zwar rau, doch die C-Klasse ist aufwendig gedämmt, der Testwagen besaß auch noch die Doppelverglasung für 238 Euro. Und das Aggregat hat zweifellos seine Stärken, im Wortsinn. Viel Kraft im Drehzahlkeller und einen satten Durchzug zum Beispiel. Auch das Zusammenspiel mit dem Siebenstufenautomaten funktioniert harmonisch, Resultat sind die etwas besseren Fahrleistungen als beim VW.
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Beim Passat steckt der Zweiliter-TDI mit 190 PS unter der Haube. Der läuft geschmeidiger als der Benz-Diesel, dreht lockerer. Er wird nie laut, der VW ist insgesamt ein bemerkenswert leises Auto, auch hier war geräuschdämmendes Glas an Bord (mit R-Line-Sportpaket 360 Euro). Das Sechsgang-DSG reagiert schnell, an den hohen Schaltkomfort des Wandler-Automaten kommt es aber nicht heran.

Die adaptiven Dämpfer des Passat zeigen mehr dynamisches Talent

Mercedes C-Klasse VW Passat
Der Passat lässt sich durchaus sportlich abstimmen, der Mercedes dagegen bleibt stets komfortabel.
Der Test-VW besaß die adaptiven Dämpfer (1180 Euro) inklusive der Fahrprofilauswahl. Wir empfehlen das vorbehaltlos, es macht einfach Spaß, das Auto je nach Laune auszulegen – also bei Motor, Fahrwerk, Getriebe und Lenkung zwischen Sport, Normal und Komfort zu wählen. Und VW hat eine kluge Bandbreite gewählt. Der Passat lässt sich zwischen hohem Komfort mit sanfter Federung und einem größeren Schuss Agilität abstimmen. Beim Mercedes war die Airmatic-Luftfederung für 1416 Euro an Bord, Agility-Select zur Auswahl von Fahrprogrammen ist beim C 250 Serie. Auch damit lassen sich Motor, Fahwerk und Lenkung zwischen Sport und Komfort abstimmen. Damit fährt der Benz auf außerordentlich hohem Komfortniveau. Wie sanft die Federung anspricht, wie geschmeidig der Kombi über den klassischen Gullydeckel gleitet, ist schon große Klasse, er liegt satt und unerschütterlich. Zu viel Sportlichkeit sollte man trotz der vielfachen Verstellmöglichkeiten jedoch nicht erwarten, der hohe Komfort bleibt stets unangetatstet, auch wenn der Benz die Muskeln spannt.
Der C 250 T steht mit 45.696 Euro in der Liste. Beim Testwagen summiert sich die Ausstattung auf stolze 53.420 Euro. Da wirken die 44.620 Euro des Passat Variant fast noch bescheiden. Auch deshalb liegt der VW am Ende vorn. Mal wieder.

Fazit

Das C-Klasse T-Modell ist ein tolles Auto, elegant und hoch komfortabel. Aber trotz aller Qualitäten reicht es gegen den VW Passat nicht. Der ist viel geräumiger, kann mehr einladen. Und er kostet eben spürbar weniger.