VW Tiguan (2024): neue Generation des Kompakt-SUV im Test
Erste Fahrt im Prototyp: So gut ist der neue Tiguan
Die dritte Generation des Kompakt-SUV ist so gut wie fertig: Ende September 2023 feiert der neue VW Tiguan Weltpremiere. AUTO BILD durfte mit dem Prototyp schon mal ein paar Runden drehen!
Bild: AUTO BILD
Eigentlich sollte es heute ja ums Fahren gehen. Sie wollten uns zeigen, wie gut Fahrwerk, Dämpferabstimmung, Lenkung gelungen sind, wie schön alles miteinander harmoniert. Dann geben die uns von VW den außen komplett verklebten und bestens getarnten Tiguan – und verhüllen das Cockpit nicht mit Tuch oder Decke, so wie es die anderen sonst machen.
Vergessen, oder was? Nee, die VW-Leute sind einfach so stolz auf ihre neue Multimedia, den riesengroßen Bildschirm, die edlen Materialien, die liebevolle Verarbeitung, dass sie es am liebsten ganz laut in die Welt posaunen würden: Ja, wir haben verstanden!
Nummer drei macht alles besser. In der 38. Kalenderwoche 2023, also Ende September, werden sie die dritte Auflage ihres Kompakt-SUV-Bestsellers erst allen VW-Werkern vorstellen, anschließend bei einem Familienfest Weltpremiere feiern. Motto: Aus Wolfsburg für die Welt.

Vier Zentimeter Zugabe: Der neue VW Tiguan ist auf 4,55 Meter gewachsen. Reporter May durfte ihn schon fahren.
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VW wollte für den Tiguan "unbedingt eine bessere Bedienbarkeit"
AUTO BILD durfte schon mal ran ans Blech. Und an die Knöpfe. Starten wir innen. Entwicklungsvorstand Kai Grünitz (45) sagt: "Wir wollten unbedingt eine bessere, intuitive Bedienbarkeit." War ja bei Golf 8 und ersten ID-Typen nicht immer so. Also wieder Tastenlenkrad, riesiger, bis zu 15 Zoll großer Touchscreen mit festen Kurzwahl-Feldern.

Der Arbeitsplatz: Monitor wie im ID.7 mit Kurzwahl-Icons oben für Fahrzeug oder Musik und unten für die Klimasteuerung. Alles ohne Informatik-Studium verständlich!
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Oben lassen sich fünf Favoriten belegen, etwa für Fahrzeugfunktionen, Assistenten, Musik. Die Leiste unten ist fürs Klima und lässt sich ebenfalls frei programmieren, so werden etwa die Füße mit nur einem Knopfdruck warm. "Ich wollte wichtige Themen unbedingt in die erste Ebene holen", sagt Grünitz. Und dass jetzt alles schneller funktioniere, alles selbsterklärend sei.
Ähnlichkeiten mit dem Porsche-Macan-Cockpit?
Dann streicht er über die doppelt genähte Armaturenverkleidung mit sauberem Keder, die im weiteren Verlauf direkt in die Türtafel übergeht. "Gucken Sie sich das bitte mal im Porsche Macan an, Sie werden Ähnlichkeiten feststellen." Ein VW namens Porsche? Na, lassen wir die Spätzle mal im Topf. Aber dass sich alles richtig gut anfühlt, dass alles intuitiv ist, können wir schon dem Prototyp ins Fahrtenbuch schreiben.

Freude am Fahren! Auf dem Monitor lässt sich die Dämpferregelung spreizen – von sportlich-hart bis komfortabel-weich.
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Apropos: Wir sind ja eigentlich zum Fahren hier. Fürs erste Kennenlernen nehmen wir einen 2.0 TDI mit 150 PS, es wird auch wieder den 2.0 TSI geben und Plug-in-Hybride in zwei Leistungsstufen (204 und 272 PS), die dank 18,5-kWh-Akku (bisher: 13) um die 100 Kilometer elektrisch fahren sollen. Jetzt also Diesel, denn es geht nicht um Beschleunigung, sondern um die Dämpfung.

Auf Knopfdruck wird der Tiguan zur Sänfte! Wer das adaptive Fahrwerk DCC Pro ordert, erhält Zweiventil-Dämpfer mit Technik aus der Oberklasse.
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Im Lastenheft haben sie das Thema Komfort großgeschrieben, der Tiguan soll zwar einerseits ein agiles SUV mit möglichst wenig Wank sein, was wegen des hohen Aufbaus gar nicht mal so einfach ist. Andererseits wollten sie aber auch eine Sänfte auf die Straße stellen, die auf Knopfdruck alle Unebenheiten und Frostaufbrüche rausfiltert.
Tiguan auf Wunsch mit adaptivem Fahrwerk DCC Pro
Daher haben sich die VW-Ingenieure bei den Fahrwerkskomponenten im oberen Regal bedient, bauen auf Wunsch das adaptive Fahrwerk "DCC Pro" mit zwei statt einem Ventil für die Dämpfung ein. Der Regelalgorithmus für die Zug- und Druckstufenansteuerung arbeitet schneller, weil er beides getrennt ansteuern kann. Das Auto wird im Aufbau spürbar ruhiger, was auch bei der Fahrdynamik hilft.
Solch ein System mit Zweiventil-Technik hat VW bis dato nur für die Mehrlenker-Hinterachsen in der Luxusliga verbaut, jetzt also auch in der Kompaktklasse mit MacPherson-Federbeinen.
So eine breite Fahrwerks-Spreizung gab es noch nie im Tiguan
Aber es wird noch besser, der 15-stufigen Verstellung sei Dank. Auf dem Monitor lässt sich das Fahrwerk individuell ansteuern, wer es drei Stufen härter will als die von den VW-Testern empfohlene Sportlichkeit, spürt jeden Kieselstein unter den Gummis. Und wer es drei Stufen softer will als die Komfort-Werkseinstellung, schwebt über den Asphalt, als wäre schon Feierabend in der Hollywood-Schaukel. Eine derart breite Fahrwerks-Spreizung hast du im Tiguan noch nie erlebt, du hast es von den Fahrwerks-Leuten aber auch nicht anders erwartet.

Da fährt er – und kommt in Kalenderwoche 38 zurück. Ende September 2023 ist die Weltpremiere für den Tiguan bei einem Mitarbeiterfest in Wolfsburg.
Bild: Werk
Erstaunt bist du von der Abteilung Multimedia. Wir müssen noch mal über den Drehregler für laut und leise reden. Auf Druck mutiert er zum Fahrmodi-Wähler, noch mal wischen, und du kannst das Lichtambiente wechseln, mit jedem Thema eine eigene Spotify-Playliste verbinden. Die haben wirklich dazugelernt bei VW!
Fazit
Gut gemacht, VW! Fahrwerk und Lenkung konnten die Wolfsburger schon immer gut. Beim neuen Tiguan haben sie mit dem DCC Pro noch einen draufgesetzt. Das adaptive Fahrwerk bietet eine Spreizung von komfortabel-flauschig bis zu sportlich-straff, je nach persönlichem Wunsch. Und diese Verarbeitung, diese Materialien und eine derart intuitive Multimedia hätten wir von VW so nicht erwartet. Geht doch!
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