Mazda hält am Wankelmotor fest. Bereits 2024 stellte der Hersteller ein eigenes Entwicklerteam für den Kreiskolbenmotor auf. Jetzt zeigt eine neue Patentanmeldung, woran die Japaner arbeiten: Ein ausgeklügeltes Abgassystem soll den Wankel effizienter und sauberer machen – inklusive Turbolader.
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Kaum ein Hersteller ist so eng mit dem Wankelmotor verbunden wie Mazda. 1967 kam mit dem 110S Cosmo Sport das erste Serienmodell der Japaner mit Kreiskolbenmotor, bis 2012 wurde das Prinzip im RX-8 eingesetzt. Seit 2023 ist der Wankel im MX-30 e-Skyactiv R-EV zurück – allerdings nur als Range Extender zur Stromerzeugung.
Im Februar 2024 stellte Mazda seine damals 36 Ingenieure starke "Arbeitsgruppe Kreiskolbenmotor" neu auf. Das Ziel: ein Durchbruch bei der Weiterentwicklung des Wankelmotors, insbesondere für elektrifizierte Antriebe.

Neues Patent zeigt Turbo-Wankel

Gut zweieinhalb Jahre später liefert eine neue US-Patentanmeldung einen Hinweis darauf, wie diese Entwicklung aussehen könnte. Das am 13. August 2026 veröffentlichte Dokument beschreibt einen Zweischeiben-Wankelmotor mit Turbolader und einem speziell angepassten System zur Abgasrückführung (EGR).
Dabei nutzt Mazda zwei verschiedene Abgaswege. Besonders heißes, energiereiches Abgas gelangt über seitliche Auslasskanäle zur Turbine des Turboladers. Ein zweiter Abgasstrom verlässt den Motor über sogenannte Peripheral Ports, die später öffnen. Weil dieses Abgas bereits eine niedrigere Temperatur besitzt, eignet es sich für die Rückführung in den Ansaugtrakt.
Matda Wankelmotor-Patent
Ein Wankelmotor war schon immer sehr komplex. Die Patentzeichnung stellt einen Zweischeiben-Wankelmotor mit Turboaufladung dar.
Bild: Mazda
Der Clou: Ein Teil des EGR-Kanals verläuft direkt durch das Motorgehäuse und wird dort vom Kühlwasserkreislauf gekühlt. Dadurch kann der externe EGR-Kühler kleiner ausfallen – ein Vorteil beim besonders kompakten Wankelmotor.

Mazda will Emissionen und Temperaturen senken

Die Technik soll vor allem unter hoher Last helfen. Durch die Rückführung einer größeren Menge gekühlten Abgases können Verbrennungs- und Abgastemperaturen sinken. Gleichzeitig soll die Abgasnachbehandlung vor zu hohen Temperaturen geschützt werden.
Damit geht Mazda zwei bekannten Schwächen des Kreiskolbenmotors an: Effizienz und Abgasemissionen. Die langgezogene Brennraumform führt zu vergleichsweise hohen Wärmeverlusten, zudem kann unvollständige Verbrennung erhöhte Kohlenwasserstoff-Emissionen verursachen. Dem stehen die bekannten Vorteile gegenüber: Wankelmotoren sind kompakt und leicht, besitzen wenige bewegliche Teile und laufen vibrationsarm. Gerade in elektrifizierten Antrieben kann das interessant sein.
Bemerkenswert ist, dass die neue Technik deutlich leistungsorientierter wirkt als der Einzylinder-Wankel des MX-30 R-EV. Die Patentanmeldung berücksichtigt hohe Drehzahlen und Motorlasten und kombiniert den Zweischeiben-Motor mit einem Turbolader. Dazu passt der Mazda Vision X-Coupé von 2025. Die Studie besitzt einen Plug-in-Hybridantrieb mit turboaufgeladenem Zweischeiben-Wankelmotor und Elektromotor. Zuvor hatte Mazda bereits mit dem Iconic SP einen elektrifizierten Sportwagen mit Zweischeiben-Wankel gezeigt.

Kommt ein neuer RX-7?

Damit fügt sich das Patent in eine Entwicklung ein: 2024 formierte Mazda sein Wankel-Team neu, anschließend zeigte der Hersteller weitere Sportwagen-Studien mit Kreiskolbenmotor – und nun tauchen konkrete technische Lösungen für einen aufgeladenen Wankel mit moderner Abgasreinigung auf.
Mazda Iconic SP
Bereits vor zwei Jahren hat Mazda zusammen mit der Studie Iconic SP angekündigt, am Wankelmotor zu forschen. Das Patent ist aktuell aber nicht an ein Serienmodell geknüpft.
Bild: Mazda
Das Patent ist allerdings keine Bestätigung für einen RX-7- oder RX-8-Nachfolger. Hersteller schützen regelmäßig Entwicklungen, die nicht zwangsläufig in Serie gehen. Zudem lässt die Patentschrift offen, wie der Motor eingesetzt werden soll: Er könnte ein Fahrzeug direkt antreiben oder zur Stromerzeugung dienen.
Klar ist aber: Mazda arbeitet weiter daran, die größten Schwächen des Kreiskolbenmotors in den Griff zu bekommen. Und dass die neue Lösung ausgerechnet einen turboaufgeladenen Zweischeiben-Wankelmotor vorsieht, dürfte Wankel-Fans besonders begeistern.