Wasserstoff soll der grüne Energieträger der Zukunft werden. Grün, weil er sich über Elektrolyse aus erneuerbarer Solar- und Windenergie herstellen lässt. Die anschließende Umsetzung in Antriebsenergie kann auf zweierlei Weise funktionieren. Zum einen in der Brennstoffzelle, zum anderen direkt in einem speziellen Verbrennungsmotor. Bosch hat auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas mitgeteilt, an Komponenten für einen solchen Wasserstoff-Verbrenner zu arbeiten, der noch 2024 auf den Markt kommen wird.
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Die Konstruktion des Wasserstoff-Verbrennungsmotors hat den Vorteil, dass der grüne Energieträger ohne ineffizienten Umweg direkt in Vortrieb geht. Im Aufbau ist er mit einem Benzin- oder Diesel-Kolbenmotor nahezu identisch. Er spart überdies Gewicht, weil es neben der Brennstoffzelle nicht noch eine schwere Traktionsbatterien benötigt wird, sondern ein Tank für flüssigen Wasserstoff. Bei der Brennstoffzelle hingegen wird aus H2 erst Strom produziert, der anschließend – wie beim batteriegestützten Elektroauto – einen Elektromotor in Gang setzt. Als Emissionen fallen Wasserdampf und Stickoxide an. Allerdings waren einige technische Herausforderungen des Wasserstoffmotors noch nicht endgültig gemeistert.

Technische Probleme von Bosch gelöst

So müssen die beweglichen Kolben zusätzlich geschmiert werden, da Wasserstoff – anders als Diesel oder Benzin – keine schmierenden Eigenschaften besitzt. Im Gegenteil: Beim Verbrennen greift H2 Schmieröle an, zerstört die Kohlenstoff-Makromoleküle. Überdies kann sich Wasserstoff als sehr reaktionsfreudiges Element mit Materialien verbinden, auf die es im Motor trifft. Bosch hat diese Probleme nach eigenen Angaben gelöst, sodass die Technologie serienreif ist.
Seit kurzem stellt Bosch eine Brennstoffzelle für Lkw und andere schwere Fahrzeuge in Serie am Standort Feuerbach her.
Bild: Bosch
Der Wasserstoffmotor ist Teil einer weltumspannenden Firmenstrategie für nachhaltige Mobilität, um sowohl Elektro- als auch Wasserstoffantrieb voranzubringen. "Bosch investiert umfangreich in Technologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Wasserstoff", teilte das Unternehmen auf der CES in Las Vegas mit. Eine Brennstoffzelle für Lkw und andere schwere Fahrzeuge ging kürzlich in Serienproduktion, hier sind bereits Aufträge von Fahrzeugherstellern aus Europa, China und den USA erfolgt.