Toyota

24h Le Mans: Hypercar-Designs

WEC: Zoff um neue Regeln

Zukunft der Le-Mans-Topklasse unklar

Im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT drängt Toyota-Teamchef Rob Leupen auf eine Entscheidung bezüglich des zukünftigen Le-Mans-Reglements.
Das muss enttäuschend sein. Da dominbiert Toyota die Sportwagen-WM, aber die meisten Fragen an Rob Leupen drehen sich um das eine Thema: Wie sieht die Zukunft der WEC und damit dem legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans aus? Es geht vor allem um die Top-Kategorie.
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Zur Erinnerung: Die aktuellen LMP1-Rennwagen leisten dank komplexer Hybrid-Systeme über 1000 PS. Doch nach den Ausstiegen von Audi und Porsche ist Toyota der einzig verbliebene Hersteller. Die Privatteams SMP, Rebellion und Kolles sind nicht in der Lage, den Japanern die Stirn zu bieten. Für Toyota wäre eine Niederlage gegen diese Teams ohnehin ein Schlag ins Gesicht. Neue LMP1-Interessenten gibt es nicht. "Damit ist klar: Wir werden mit dem aktuellen Toyota TS050 Hybrid nur noch eine Saison fahren. Dann ist Schluss. Noch länger macht keinen Sinn", sagt Toyota-Teamchef Rob Leupen im Gespräch mit ABMS.

Toyota ist derzeit der einzige Hersteller in der Topklasse

Es muss also ein neues Reglement her. Vor einem Jahr wurde in Le Mans die Hypercar-Kategorie präsentiert. "Im Dezember hatten wir dann ein Reglement. Jetzt nicht mehr", beklagt sich Leupen.
Was ist passiert? Die Hypercars sollten zwar die Optik von hochgestochenen Straßen-Sportwagen haben, aber mit Hybridmotoren ausgestattet werden und Prototypen sein. Das Interesse der Hersteller hielt sich aber in Grenzen. Am Verhandlungstisch sitzen neben Toyota auch McLaren, Aston Martin, Ferrari, Porsche und Lamborghini. Aber die wollen einen ihrer Straßen-Sportwagen als Grundlage für die Hypercar-Klasse nehmen. Toyota würde lieber auf Prototypen setzen. Der Plan, beide Konzepte mittels einer Balance-of-Performance auf ein Niveau zu bringen, stößt auf wenig Interesse.
Rob Leupen: "Das Problem ist, dass es jetzt bereits sehr spät ist. Am 16. Mai trifft sich wieder die Strategie-Gruppe. Da muss eigentlich ein Ergebnis her. Einerseits spricht man von Kosteneffizienz, andererseits kostet uns jede verstrichene Woche Geld. Weil dir dann für die gleiche Arbeit weniger Zeit bleibt, du also mehr Leute brauchst."
Als Alternative wird derzeit diskutiert, die GTE-Klasse zur Top-Kategorie zu erheben. Dazu müsste man die Autos aber schneller machen, denn sie sind langsamer als die LMP2-Klasse – eine Amateur-Fahrer-Kategorie mit 600 PS starken Prototypen. "Wir haben kein GTE-Auto in unserem Portfolio, das kommt für uns also nicht infrage", stellt Leupen klar.
Auch die Idee, die Daytona-Prototypen aus der amerikanischen Sportwagenmeisterschaft IMSA mit Hybridsystemen auszustatten, wird diskutiert. Dort fahren derzeit Nissan, Mazda, Acura und Cadillac gegeneinander. Ford würde in dem Fall auch einsteigen. Allein: Das Interesse der DPI-Hersteller hält sich in Grenzen. Eine WEC-Saison ist zu teuer, die Hersteller kochen in der IMSA auf Sparflamme.
Eigentlich bleibt nur die Hypercar-Variante. Leupen: "Wir würden auch ein Jahr gegen Kolles, Glickenhaus und diesen kleinen Hersteller fahren. Aber nur, wenn absehbar ist, dass danach weitere Hersteller einsteigen."
Einen Schwarzen Peter für die derzeitige Problematik in der WEC will Leupen nicht ausmachen. Auch nicht die Formel E, die das Herstellerinteresse derzeit zu magnetisieren scheint. "Die Hersteller, die für die WEC infrage kommen sind aber nicht in der Formel E vertreten", sagt Leupen. Und auch auf Porsche und Audi zeigt er nicht mit dem Finger: "Als wir damals aus der Formel 1 ausgestiegen sind, war das für die Formel 1 auch nicht gut. Aber solche Herstellerentscheidungen muss man akzeptieren."

24h Le Mans: Hypercar-Designs

Fotos: Picture-alliance

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