Wohnmobil Knaus VanTI 600

Blick ins Miet-Wohnmobil

Wohnmobil mieten: alle Infos

Die Freiheit miet' ich mir

Ein eigenes Wohnmobil lohnt sich nur, wenn es regelmĂ€ĂŸig genutzt wird. Gut, dass es die Ferienwohnung auf RĂ€dern auch zur Miete gibt. AUTO BILD zeigt, worauf zu achten ist, wenn man ein Wohnmobil mieten möchte. Zehn Fragen, zehn Antworten!
Mit dem Wohnmobil in den Urlaub zu fahren, liegt voll im Trend. Doch nicht jeder hat ein eigenes Ferienhaus auf RĂ€dern. Die Lösung: ein Wohnmobil mieten. Im Vorfeld sollte man sich aber unbedingt ĂŒber die Konditionen und Anforderungen der jeweiligen Anbieter informieren. AUTO BILD klĂ€rt die wichtigsten Fragen zum Thema "Wohnmobil mieten"!

Welche Wohnmobile gibt es?

Mercedes MB 100: Wohnmobile mit Alkoven, also einer Schlafnische ĂŒber dem Fahrerhaus.

Der Mietmarkt ist groß, und es gibt kaum einen Wunsch, der nicht befriedigt werden kann. Die einfachste Form sind Campingbusse, zum Beispiel der VW California. Sie sind nicht grĂ¶ĂŸer als die Pkw-Versionen, bieten aber einen nahezu kompletten Wohnausbau mit Kochnische, Tisch, Schrank und Klappbett – auf sanitĂ€re Einrichtungen muss man allerdings in der Regel verzichten. Daneben gibt es die sogenannten Wohnmobile mit Alkoven, also mit Schlafnische. Das fest eingebaute Bett befindet sich in der Regel ĂŒber dem Fahrerhaus. Alkoven-Modelle eignen sich gut fĂŒr zwei Personen – ebenso wie teilintegrierte Wohnmobile, bei denen hĂ€ufig ein Hubbett zum Schlafen abgesenkt werden kann. Wer mehr Platz braucht oder es luxuriöser haben will, der muss zu einem integrierten Wohnmobil greifen, bei dem sich hinter dem Fahrerhaus ein kompletter Wohnraum anschließt. Umbaumaßnahmen, etwa um aus einer Sitzecke ein Bett zu machen, sind hier selten nötig. DafĂŒr sind die großen Reisemobile aber nicht nur die teuersten, sondern auch die unhandlichsten. Besonders gut ausgestattete Modelle verfĂŒgen ĂŒbrigens nicht nur ĂŒber ein eigenes Bad mit Toilette, sondern mitunter auch ĂŒber eine Garage, in der das eigene Motorrad oder sogar ein Kleinstwagen mit auf die Reise gehen kann. 

Welche Voraussetzungen mĂŒssen Wohnmobil-Mieter erfĂŒllen?

Wem die Vermieter ihre Reisemobile ĂŒberlassen, entscheiden sie selbst. In der Regel gilt in Deutschland aber ein Mindestalter von 21 Jahren. Große Wohnmobile mit mehr als 3,5 Tonnen zulĂ€ssigem Gesamtgewicht werden oft sogar nur an Personen ĂŒber 25 Jahre vermietet. Solche Schwergewichte erfordern außerdem den FĂŒhrerschein der Klasse C bzw. Klasse 3 nach dem alten FĂŒhrerscheinsystem, mit dem Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen gesteuert werden dĂŒrfen. Achtung: Ab 3,5 Tonnen gelten auch die entsprechenden Verkehrsregeln, zum Beispiel Lkw-Fahrverbote und Höchstgeschwindigkeiten.
Die meisten Camper bleiben allerdings unter der 3,5-Tonnen-Grenze und dĂŒrfen auch mit dem neuen Pkw-FĂŒhrerschein (Klasse B) gefahren werden. Vor allem im Ausland gibt es mitunter auch Altersgrenzen nach oben, in den USA und Australien etwa werden hĂ€ufig keine Camper mehr an Personen vermietet, die Ă€lter als 75 Jahre sind. Diese Rahmenbedingungen sollten im Vorfeld mit dem Vermieter abgeklĂ€rt werden – manche machen auch Ausnahmen, wenn man eine höhere Kaution hinterlegt. Die ist, wie auch bei Miet-Pkw ĂŒblich, meistens per Kreditkarte zu hinterlegen; nur selten sind auch Bar-Kautionen möglich.

Wo kann man Wohnmobile mieten?

In vielen StĂ€dten gibt es große WohnmobilhĂ€ndler, die nicht nur die gĂ€ngigen Marken wie Hymer, Dethleffs, Knaus, BĂŒrstner oder Westfalia im Programm haben, sondern auch viele weitere Modelle – viele davon können auch direkt bei den HĂ€ndler gemietet werden. Auf den Internetseiten der einzelnen Hersteller findet man in der Regel schnell einen Ansprechpartner in seiner NĂ€he. Außerdem gibt es wie fĂŒr Pkw auch zahlreiche Vermieter, die sich auf Reisemobile spezialisiert haben. Eine große Auswahl findet man im Internet, zum Beispiel bei RentEasy (www.rent-easy.de), McRent (www.mcrent.de), CamperDays (www.camperdays.de), InterCaravaning (www.intercaravaning.de), der Deutschen Reisemobil Vermietung (www.drm.de) und CaraRent (www.cararent.de).
Aber auch klassische Autovermieter haben oft Reisemobile im Angebot, zum Beispiel Billiger Mietwagen (www.billiger-mietwagen.de).

Neben den reinen Vermiet-Firmen bietet aber auch der ADAC Wohnwagen auf Zeit an. NĂ€here Infos gibt es unter: www.adac.de/produkte/autovermietung/wohnmobile.

Wohnmobile von Privatleuten mieten?

Immer hĂ€ufiger vermieten auch Privatpersonen ihre Camper in der nicht genutzten Zeit weiter. Relativ einfach lassen sich Privat-Angebote im Internet finden, zum Beispiel bei Share-a Camper (www.shareacamper.de), Campanda (www.campanda.de), Yesapa (www.yesapa.de) oder PaulCamper (www.paulcamper.de). Aber auch auf Portalen wie Ebay Kleinanzeigen finden sich zahlreiche Angebote.
Worauf muss man bei der Privat-Miete achten?
Vermietet werden dĂŒrfen in Deutschland nur Fahrzeuge, die speziell dafĂŒr zugelassen sind. Wichtig ist der Hinweis "Selbstfahrer-Vermietfahrzeug" in den Fahrzeugpapieren. Fehlt dieser, verweigern die Versicherungen im Schadensfall die Zahlung, wenn sich herausstellt, dass das Wohnmobil gewerblich vermietet wird – und das ist der Fall, sobald fĂŒr die Überlassung Geld fließt. Auch Schutzbriefe und Pannenhilfen verlieren dann ihre GĂŒltigkeit.
Wie im professionellen Bereich ĂŒblich, sollten Sie auch mit dem privaten Vermieter auf jeden Fall einen schriftlichen Mietvertrag abschließen und sich bescheinigen lassen, dass es sich um Selbstfahrer-Vermietfahrzeug handelt.
Tipp: Um auf Nummer sicher zu gehen, schauen Sie sich die TÜV-Plakette an. Ist die nĂ€chste Hauptuntersuchung in mehr als zwölf Monaten fĂ€llig, handelt es sich auf keinen Fall um ein Selbstfahrer-Vermietfahrzeug – die mĂŒssen nĂ€mlich einmal im Jahr zum TÜV.
Welche Vor- und Nachteile hat die Privat-Miete?

PaulCamper setzt auf die private Wohnmobil-Vermietung, bei der alle Teilnehmer klare Regeln und Bedingungen befolgen mĂŒssen.

Das Mieten von Privatanbietern erscheint auf den ersten Blick hĂ€ufig etwas gĂŒnstiger. Das ist allerdings auch schon der einzige Vorteil – und mitunter kann einen der niedrige Preis am Ende teuer zu stehen kommen. Etwa dann, wenn die Versicherung fĂŒr einen entstandenen Schaden nicht aufkommt. Solche Details werden – ebenso wie zum Beispiel etwaige RĂŒckgabevorschriften – bei PrivatgeschĂ€ften im Vorfeld oft ĂŒbersehen. Bei professionellen Anbietern wird all das genauestens geregelt. Außerdem kann man bei großen Vermietungen davon ausgehen, dass die Fahrzeuge in einem technisch einwandfreien Zustand sind und sauber ĂŒbergeben werden. Bei Privatmieten gibt es dafĂŒr keine Sicherheit. Etwas Sicherheit bei Privatmieten bieten Plattformen wie Campanda oder PaulCamper, bei denen alle Teilnehmer klare Regeln und Bedingungen befolgen mĂŒssen: Sie wickeln die Bezahlung ab und bieten mitunter sogar einen Versicherungsschutz an. Außerdem gibt es bei diesen Plattformen – wie auch bei den professionellen Vermietungen – oft auch einen Ansprechpartner oder eine Notfall-Hotline, die im Pannenfall mit Rat und Hilfe zur VerfĂŒgung steht. Mietet man direkt bei einer Privatperson, steht man im Ernstfall oft alleine da.

Was kostet ein Miet-Wohnmobil?

Die von den Vermietern aufgerufenen Tarife variieren stark. Zum einen hĂ€ngt der Mietzins von der GrĂ¶ĂŸe des Wohnmobils ab, zum anderen von der Saison – und natĂŒrlich von der Mietdauer.
Wichtig: Die Preise fĂŒr ein privat gemietetes Wohnmobil können, mĂŒssen aber nicht zwingend niedriger sein als bei professionellen Anbietern. Ganz entscheidend ist es deshalb, die Preise genau zu vergleichen.
Ein einfacher Campingbus fĂŒr zwei Personen ist in der Nebensaison teilweise schon fĂŒr etwas mehr als 50 Euro zu haben, in der Hauptreisezeit können sich die Preise verdoppeln oder verdreifachen. Ein gerĂ€umiges Reisemobil fĂŒr die Familie kann dann auch schnell mal mehrere Hundert Euro am Tag kosten. Je frĂŒher man bucht, desto gĂŒnstiger sind oft MietgebĂŒhren. Vor allem wer in der Hauptsaison mit einem Wohnmobil verreisen will, ist gut beraten, sich rechtzeitig um ein Fahrzeug zu bemĂŒhen – wegen des Preises und wegen der VerfĂŒgbarkeit. Ein halbes Jahr im Voraus kann mitunter schon zu knapp sein.
Nicht zu vergessen sind außerdem die Kilometerkosten. Viele Anbieter haben ein Kilometerlimit, hĂ€ufig sind im Mietpreis nur 300 Kilometer pro Tag inklusive. Kommt man in Summe darĂŒber, wird jeder Kilometer extra nachberechnet. Vor allem bei lĂ€ngeren Mietdauern (in der Regel ab zwei Wochen) kann man allerdings auf eine Kilometer-Flatrate hoffen.
Zum Mietzins können je nach Anbieter außerdem noch Bearbeitungs- und ReiningungsgebĂŒhren hinkommen, die man sich im Vorfeld genau erklĂ€ren lasse sollte. Allein fĂŒr das Entleeren der Toilette nach der RĂŒckgabe verlangen manchen Vermieter bis zu 200 Euro extra. Ebenfalls zu beachten sind eventuell zubuchbare Versicherungspakete, die dem Nutzer einen erweiterten Schutz bieten. Und natĂŒrlich beeinflussen die Stornobedingungen den Mietpreis: Nur besonders teure Tarife sind auch kurzfristig noch völlig kostenlos stornierbar. Bei gĂŒnstigen Angeboten kann es sein, dass der Vermieter bei einer Absage des Kunden den gesamten Preis einkassieren darf. Der Abschluss einer ReisekostenrĂŒcktrittsversicherung kann also durchaus sinnvoll sein.

Welche Nebenkosten kommen noch hinzu?

Ein Platz auf speziellen ReisemobilstellplĂ€tzen kostet im Schnitt fĂŒnf bis zehn Euro pro Nacht.

NatĂŒrlich muss man in seine Kalkulation auch den Sprit und die AbstellgebĂŒhren mit einbeziehen. Vor allem die großen Camper sind mitunter recht durstig, und die Tankrechnungen können die Urlaubskasse stark belasten. Ein Platz auf speziellen ReisemobilstellplĂ€tzen kostet dazu im Schnitt fĂŒnf bis zehn Euro pro Nacht (Infos zum Beispiel unter top-platz.de). Der Durchschnittspreis auf einem Campingplatz liegt bei rund 30 Euro. Einen guten Campingplatz-FĂŒhrer gibt es beim ADAC unter adac.de/campingfĂŒhrer. Und: Neben den Kosten fĂŒr Strom und Frischwasser auf dem Campingplatz muss man auch an die Verpflegung denken. WĂ€hrend im Hotel oftmals FrĂŒhstĂŒck oder Halbpension inklusive ist, muss man beim Camper alles selber kaufen.
Wann sind Camper am gĂŒnstigsten?
Generell gilt: Am gĂŒnstigsten bekommt man Reisemobile im Winterhalbjahr, zwischen Oktober und MĂ€rz. Ferienzeiten und die Sommermonate zĂ€hlen zu den teuersten Tagen. Vor allem in stark nachgefragten Zeiten schreiben viele Vermieter außerdem eine Mindest-Mietdauer vor – unter einer Woche ist oft nichts zu machen. FĂŒr lĂ€ngere MietzeitrĂ€ume wird den Kunden dagegen hĂ€ufig ein Rabatt eingerĂ€umt.

Darf ich mit dem gemieteten Reisemobil ĂŒberall hinfahren?

Wohin und wie weit das Wohnmobil bewegt werden darf, hĂ€ngt von den Mietbedingungen des jeweiligen Anbieters ab. Hierzulande sind oft nur Reisen innerhalb der EU gestattet, bei Miet-Campern in den USA ist beispielsweise hĂ€ufig der GrenzĂŒbertritt nach Mexiko ausgeschlossen. Bevor der Mietvertrag unterschrieben wird, sollte man also genau nachfragen, ob die geplante Reiseroute machbar ist.

Wie sind die Mobile versichert?

Der Vermieter muss dafĂŒr Sorge tragen, dass die obligatorische Haftpflichtversicherung fĂŒr seine Miet-Mobile abgeschlossen ist. Weitergehender Schutz ist dagegen nicht selbstverstĂ€ndlich. Meistens können Kunden gegen Aufpreis zwischen Vollkasko- und Teilkasko-Absicherung wĂ€hlen, in der Regel allerdings ĂŒblicherweise mit hohen SelbstbeteiligungssĂ€tzen von bis zu 1500 Euro. Die selbst zu tragenden Kosten lassen sich hĂ€ufig ebenfalls gegen GebĂŒhr reduzieren. Achten sollte man vor allem auf die Klauseln bezĂŒglich selbstverursachter SchĂ€den: Wer den falschen Treibstoff tankt, der muss oft den kompletten Schaden aus eigener Tasche bezahlen.

Welche AusrĂŒstung ist an Bord?

Bei einigen angemieteten Wohnmobilen ist oftmals schon ein Gasvorrat (zum Kochen und fĂŒr den Betrieb des KĂŒhlschranks) mit dabei.

Die Ausstattung der Miet-Wohnmobile hĂ€ngt stark vom Preis ab. Bei den gĂŒnstigsten Angeboten sind die Fahrzeuge oft völlig "nackt", bei anderen ist oft schon ein Gasvorrat (zum Kochen und fĂŒr den Betrieb des KĂŒhlschranks), ein Wasserschlauch oder eine Kabeltrommel an Bord, mit der man das Reisemobil ans Stromnetz des Campingplatzes anschließen kann. Ob das Wohnmobil völlig eingerichtet ist oder man Geschirr, Besteck und sonstige Haushalts-Utensilien selbst mitbringen muss, ist ebenfalls von Vermieter zu Vermieter unterschiedlich. In der Regel immer selbst mitnehmen muss man HandtĂŒcher, BettwĂ€sche und Lebensmittel. Bei Luxus-Wohnmobilen lĂ€sst sich mitunter aber auch eine erste KĂŒhlschrankfĂŒllung mitbuchen. Wer die FahrrĂ€der mit auf die Reise mitnehmen will, der sollte im Vorfeld abklĂ€ren, ob das Wohnmobil ĂŒber einen RadtrĂ€ger verfĂŒgt.
Wichtig: Kindersitze sind in der Regel nie an Bord. Familien mit kleinem Nachwuchs sollten auf jeden Fall nachfragen, ob das Wohnmobil ĂŒber Isofix-Verankerungen verfĂŒgt – das ist lĂ€ngst noch kein Standard! Apropos Familie: Ob der Hund mit ins Wohnmobil darf, muss ebenfalls mit dem Vermieter geklĂ€rt werden.

Was gibt es bei der Wohnmobil-Übergabe zu beachten?

Bei seriösen Vermiet-Firmen bzw. den großen HĂ€ndlern bekommt der Entleiher bei der Abholung ĂŒblicherweise eine grĂŒndliche EinfĂŒhrung in die Funktionsweise des Wohnmobils, die gut und gerne eine Stunde dauern kann. Dazu gehört auch eine genaue Anleitung, wie zum Beispiel die Gasflaschen gewechselt werden oder die Toilette entleert wird. Schon bei der Übernahme sollte man sich außerdem mit technischen Details des Fahrzeugs vertraut machen – etwa mit der RĂŒckfahrkamera, die das Rangieren deutlich erleichtert. Ein Probe-Einparken auf dem Hof des Vermieters kann hilfreich sein. Und: Lassen sie sich noch vor Fahrtantritt die Höhe des Fahrzeugs mitteilen. Vor allem Tiefgaragen-Einfahrten können mitunter gefĂ€hrlich niedrig sein. Sollten Sie ihr Kurzzeit-Wohnmobil von einer Privatperson mieten, bitten Sie den EigentĂŒmer, ihnen alles Wichtige zu erklĂ€ren.
Bei professionellen Vermietern ist außerdem ein Übergabeprotokoll Standard, das Sie auch bei Privat-Mieten unbedingt anfertigen sollten. Darin sollten neben der Ausstattung des Fahrzeugs und den RĂŒckgabebedingungen auch alle vorhandenen SchĂ€den vermerkt werden, damit es am Ende des Urlaubs keine böse Überraschung gibt.

Blick ins Miet-Wohnmobil

Autor: Michael Gebhardt

Stichworte:

Camping

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