Die WRC-Saison 2019, Autos und Fahrer

WRC: Rallye Deutschland

Wachablösung in der WRC?

Nach sechs WM-Titeln in Folge von Sébastien Ogier ist bei der Rallye Deutschland und in der WM Ott Tänak der Favorit. Und Ogier denkt bereits an Rücktritt.
Eine einzigartige Serie steht vor dem Ende. Seit 15 Jahren kommt der Rallye-Weltmeister aus Frankreich. Neun Titel in Folge gewann Sébastien Loeb (45), alle mit Citroën. Dann war Sébastien Ogier (35) dran, erst viermal mit VW, dann zweimal mit Ford. Loeb bestreitet nur noch ausgewählte Rallyes, spielt im Titelkampf keine Rolle.
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Und der inzwischen für Citroën fahrende Ogier ist vom Gejagten zum Jäger geworden, kommt zur Rallye Deutschland (22. bis 25. August) nur als Tabellenzweiter. Vor dem neunten von 14 WM-Läufen beträgt sein Rückstand auf Toyota-Pilot Ott Tänak (31) 22 Punkte.
Vier Rallyes hat der Este in der laufenden Saison gewonnen, Ogier nur zwei. Die drei anderen Siege gingen an die Hyundai-Werksfahrer Thierry Neuville (31), derzeit Gesamtdritter, und Dani Sordo (36), der nicht alle WM-Läufe fährt.
Hätten nicht Technikdefekte greifbare weitere Siege verhindert, wäre Tänaks Vorsprung noch größer. Der blasse Blonde von der Ostseeinsel Saaremaa ist der Konkurrenz ähnlich überlegen wie Loeb (Hyundai, verzichtet auf die Rallye Deutschland) in seiner Zeit bei Citroën und Ogier in der Volkswagen-Ära.
Tänaks Toyota Yaris WRC (1,6-Liter-Turbomotor, rund 380 PS, Allrad) ist auf den meisten Strecken das beste Auto, setzt vor allem bei der Aerodynamik Maßstäbe. Das macht sich besonders bei schnellen Rallyes bezahlt, zu denen auch die Rallye Deutschland zählt.
Den WM-Lauf an der Mosel, auf dem Truppenübungsplatz Baumholder und im Saarland (www.rallye-deutschland.de) hat Tänak 2017 im Ford gewonnen, 2018 im Toyota.

Tänaks Toyota Yaris WRC (1,6-Liter-Turbomotor, rund 380 PS, Allrad) ist auf den meisten Strecken das beste Auto.

Doch erst jetzt ist er ein Titelkandidat. Seinen ersten WM-Lauf bestritt er schon 2009. Doch die Karriere kam nicht in Schwung. Erst 2017 gewann Tänak bei Ford als Teamkollege von Weltmeister Ogier seine erste WM-Rallye (Italien). „Von Ogier habe ich viel gelernt“, gibt er zu. Mit dem Wechsel zu Toyota Anfang 2018 platzte der Knoten. Inzwischen hat Tänak zehn WM-Siege auf dem Konto.
„Wenn ich Tänak im Titelkampf noch abfangen will, muss ich die Rallye Deutschland gewinnen“, ist sich Ogier bewusst. Drei Mal ist ihm dieses Kunststück bereits gelungen (2011, 2015, 2016). Doch der Franzose gibt zu, heute nicht mehr ganz so hohes Risiko einzugehen. „Wenn man eine Familie hat, verschieben sich die Prioritäten“, sagt der frühere Skilehrer, der seit 2014 mit TV-Moderatorin Andrea Kaiser (37) verheiratet ist und mit ihr einen dreijährigen Sohn hat.
Auch deswegen will Ogier Ende 2020 der Rallye-WM den Rücken kehren, wird Botschafter von Ex-treme E, der Offroad-Meisterschaft mit Elektro-SUVs: „Ich will mehr Zeit mit meinem Sohn Tim verbringen, möchte ihm der bestmögliche Vater sein.“ Bis zum Rücktritt will sich Tänak nicht gedulden. „Schon als wir bei Ford Teamkollegen waren, wollte ich Séb schlagen. Daran hat sich nichts geändert.“

Die WRC-Saison 2019, Autos und Fahrer

Autor: Christian Schön

Fotos: Red Bull Content Pool

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