Alle Generationen VW Golf: wichtige Fakten

Alle Generationen VW Golf: wichtige Fakten

VW Golf 3 Kaufberatung: GTI, VR6, Cabrio, Variant, Tipps

Diese Gründe sprechen für den variantenreichen VW Golf 3

Beim VW Golf 3 denkt man schnell an Rostprobleme. Dabei bot der Kompakte starke Motoren, viele Varianten und größere Sicherheit als der Vorgänger. Darauf sollte man beim Kauf achten!
1991 beerbte der Golf 3 den Zweier-Golf. Nach mehr als 12,3 Millionen gebauten Gölfen sollte der Dreier den Wolfsburger Kompakten auch in den 90er-Jahren zum Erfolg machen. Die dritte Generation Golf kam deutlich rundlicher daher als seine beiden relativ kantigen Vorgänger. Doch sie kämpfte mit Qualitätsproblemen. VW ging es Anfang der 90er Jahre wirtschaftlich nicht so gut wie heute.
Der von Opel abgeworbene Manager José Ignacio López setzte daher in Einkauf und Produktion den Rotstift an, um die Kosten zu senken. In der Konsequenz rostete der neue Golf. Schade, denn der dritte Golf punktete mit kräftigen Motoren, einer wachsenden Anzahl an Varianten und größerer Sicherheit als der Vorgänger. 4,8 Millionen Exemplare entstanden. Hier kommen alle relevanten Infos für Fans und Interessenten.
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Der erste Golf mit Sechszylinder

Highlight der Baureihe Golf 3 dürfte der bärenstarke VR6 sein. Zum ersten Mal gab es mit ihm in der Kompaktklasse und in einem VW Golf einen Sechszylinder. Die frühe Version holte 174 PS aus 2,8 Litern Hubraum, die späte mit 2,9 Litern Hubraum war 190 PS stark und entwickelte 245 Nm maximales Drehmoment. Die Höchstgeschwindigkeit gab VW für beide mit 224 km/h an. Der stärkere VR6 war ausschließlich mit Allradantrieb zu haben. Wenn auch für Kunden mit Hang zum Komfort gedacht, liebten besonders PS-Freunde den VR6. Er löste eine wahre Tuning-Welle aus, die Autos mit bis zu 600 PS hervorbrachte.

Sechs Zylinder im Golf! Der Golf VR6 hatte bis zu 190 PS und sollte Komfortkunden ansprechen.

©Volkswagen AG

Manche Fahrer sparten jedoch an der notwendigen Pflege für das mächtige Aggregat, traten ihn zu sehr und produzierten dadurch Motorschäden. Beide Varianten litten an unerfreulich empfindlichen Kettenspannern. Szene-intern konkurrierten die VR6-Piloten mit den Eignern des VW Golf 3 GTI 16V. Der holte aus seinen zwei Litern Hubraum 150 PS und brachte es auf ähnliche Fahrleistungen wie der Sechszylinder. Dass den PS-starken 3er-Gölfen bis heute ein gewisses "tiefer, breiter, lauter"-Image anhaftet, ist daher nicht verwunderlich. Auch der 75 PS starke GTD zeigt sich von einer unerwartet schwungvollen Seite und konnte daher einige Dynamik-Fans für sich einnehmen.
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Mehr Sicherheit im Dreier-Golf dank Airbag

Doch nicht nur Leistungsfans kamen beim VW Golf 3 auf ihre Kosten. Neben allerlei cleveren Tricks, mit denen die Karosserie steifer und damit sicherer wurde, gab es den Dreier zum ersten Mal mit Airbags, ab 1996 sogar mit Seitenairbags. Dieses Feature hatte auch das neue Golf Cabrio an Bord, das auf dem Golf 3 basierte. Der offene Dreier folgte 1993 auf das ehrwürdige Golf 1 Cabrio und führte gleich noch eine Neuerung ein. Von nun an war das Golf Cabrio wahlweise mit Dieselmotor zu haben, zuerst mit 90, später gar 110 PS. Die Vielfalt der Golf-Varianten nahm mit dem Dreier noch einmal zu. Neu im Portfolio waren neben VR6 und Cabrio ein Dieseldirekteinspritzer, der Kombi Golf Variant und die Stufenhecklimousine VW Vento.

Der VW Golf 3 A59 ist ein böses Gerät, an dessen Steuer am besten Könner sitzen sollten.

©Roman Raetzke

Die Erfindung des Golf Variant erwies sich für Wolfsburg als Glücksgriff. Der kompakte Kombi schloss eine wichtige Lücke im Modellprogramm. Mit dem krassen Golf A59 auf Basis des Dreiers wollte VW die Rallye Monte Carlo gewinnen. Der E-Golf namens CityStromer wurde von einem 27 PS starken E-Motor angetrieben und kam 90 Kilometer weit, wenn er konstant mit 50 km/h bewegt wurde. Vielen sind darüber hinaus mit Sicherheit die zahlreichen Sondermodelle des Golf 3 in Erinnerung. Die bekanntesten dürften die Modelle Golf "Pink Floyd", Golf "Rolling Stones" und vor allem der Golf "Bon Jovi" sein.

Die Schwächen der dritten Generation VW Golf

Das Golf 3 Cabrio war zusammen mit dem Audi A3 das erste kompakte Cabrio mit Diesel.

©Roman Raetzke / AUTO BILD

Wer sich heute für einen VW Golf 3 interessiert, sollte als erstes auf einen gepflegten Zustand achten. Der Dreier wurde, wie erwähnt, gerne umgebaut. Das kann unerwartete Folgekosten nach sich ziehen, wenn die Arbeiten nicht professionell durchgeführt wurden. Als der Wolfsburger seinen schlechten Ruf weg hatte, wurden viele Exemplare im Alltag einfach aufgeschunden. Frei nach dem Motto: Was nicht erhaltenswert ist, muss auch nicht erhalten werden. Die Diesel mit Motoren der Euronorm 2 bekommen nur eine rote Umweltplakette, mit der keine Einfahrt in eine deutsche Großstadt mit Umweltzone mehr möglich ist. Darüber hinaus können verschleppte Zahnriemenwechsel vor allem dem Turbodiesel üble Schäden zufügen. Doch damit nicht genug: Löst sich das Zahnriemenrad auf der Kurbelwelle des TDI, ist oft ein neuer Teilmotor günstiger als der Einau einer Kurbelwelle. Versagt das Steuergerät, müssen Nicht-Schrauber mit ein paar hundert Euro Kosten rechnen.
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Die Benziner machen insgesamt weniger Probleme, mit Ausnahme des VR6. Wenn sich der satt laufende Kraftmeier im Leerlauf schüttelt, sind entweder die Kerzen verbraucht oder die Verteiler ausgeschlagen. Die Steuerkette kann reißen, weil VW den Spanner eindeutig zu sensibel ausgelegt hat. Dazu kann mitunter die Zylinderkopfdichtung durchbrennen. Wenn das passiert, liegt es meist an Wassermangel, den eine undichte Pumpe, undichte Ausgleichsbehälter oder lockere Schlauchschellen verursacht haben. Die Bremsschläuche aller VW Golf 3 und die Gummilager an der Hinterachse verlangen nach regelmäßiger Aufmerksamkeit. Die Fensterheber können genauso wie das elektrische Schiebedach im Alter zicken. Die Klimaanlage riecht auch mal übel oder nervt mit kaputten Kompressoren. Und schließlich ist da noch das Thema Rost. Zwar gammelt der VW bei normalem Gebrauch und ordentlicher Pflege nicht gleich so stark, dass der TÜV die Weiterfahrt untersagt. Aber es blüht fast immer unter den seitlichen Plastikleisten und am Kofferraumdeckel. Ein genauer Check ist unumgänglich.

Fotos: Christoph Boerries

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