Campingkocher im AUTO BILD-Test

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Testsieger
Odoland Campingkocher
1,5 (gut)
2.
Jetboil Zip
1,6 (gut)
3.
Campingaz Bivouac
1,9 (gut)
4.
Preis-Leistungs-Sieger
Rothenberger Campingkocher
2,1 (gut)
5.
Michelino Campingkocher 35200/JY-500A
2,2 (gut)
6.
Campingaz Camp Bistro 3
2,5 (befriedigend)
7.
TOM GK-190
2,5 (befriedigend)
8.
Runnatal YD-19
2,7 (befriedigend)
9.
Kemper KE2007 Plastic
2,7 (befriedigend)
10.
Rayan Home BDZ-155A
5,0 (mangelhaft)
11.
Homelux AD-G650
5,0 (mangelhaft)
Wer am Campingplatz nicht auf den selbst gebrühten Morgenkaffee oder eine Dose heiße Ravioli verzichten möchte, der ist auf einen Gaskocher angewiesen. So ein Kocher ist viel mehr als nur ein praktischer Helfer im Urlaub: In einer Notsituation, etwa einem Stromausfall oder einem kompletten Blackout, sind Campingkocher eine der wenigen Möglichkeiten, um warme Mahlzeiten zuzubereiten – und sie gehören zur Grundausstattung wie eine gute Taschenlampe. AUTO BILD hat elf Campingkocher auf Herz und Nieren geprüft!

Testsieger des AUTO BILD-Campingkocher-Tests: Odoland Campingkocher

Odoland Campingkocher
Campingkocher
Odoland
Campingkocher

1,5 (gut)

  • Superkompakt und leicht
  • Materialien und Verarbeitung gut
  • Adapter für weiteren Kartuschentyp
  • Hoher Verbrauch
Preis 32,99 €
Der Sieger ist ein kleiner, unscheinbaren Plastikwürfel mit knapp einem Liter Rauminhalt – und natürlich dessen Inhalt: Der Kocher von Odoland kommt auf 116 Punkte und faltet sich dank klappbarer Füße in diese Mini-Box. Mit 32,99 Euro ist der Brenner zudem ein günstiger Vertreter, der mit einem Adapter für eine weitere Kartuschen-Sorte sinnvoll ergänzt wird. So kommen sowohl Kartuschen mit Schraubventil als auch die länglichen MFS-1a-Behälter für die Verwendung infrage. Die Verarbeitung ist durchweg gut, ebenso die Materialien. Schwachstellen muss man suchen: Die frei liegenden Dichtungen am Kartuschen-Anschluss sowie am Adapter sind nicht gut vor Beschädigungen geschützt, und der Verbrauch ist recht hoch. So verpasst der Gewinner die Note "sehr gut" knapp.

Rothenberger Campingkocher wird Preis-Leistungs-Sieger

Rothenberger Campingkocher
Campingkocher
Rothenberger
Campingkocher

2,1 (gut)

  • Solide Verarbeitung
  • Sicherer Stand
  • Griff erleichtert Transport
  • Eher lange Kochzeit
  • Kein integrierter Zünder
Preis 24,99 €
Besonders viel fürs Geld bietet der Campingkocher von Rothenberger (24,99 Euro). Optisch erinnert er mit seinem Griff an eine Lötlampe, was ihn optisch von Geräten ähnlicher, hoher Bauart im Test unterscheidet – und zwei Vorteile bringt: einen stabileren Stand sowie die Möglichkeit, auch während des Betriebs den Standort leichter wechseln zu können. Der schnellste ist er zwar nicht, aber recht sparsam. Die Installation der Stechkartusche ist sicher und einfach zu handhaben. Nicht so gut: Das Ventil dürfte gerne etwas feiner justierbar sein. Besser: Dank des Griffs steht er fast so sicher wie die flachen Konsolengeräte Campingaz Camp Bistro 3, Michelino, Rayan und Runnatal. Zum Glück des Ab-und-zu-unterwegs-Kochers fehlt dem Gerät nur ein integrierter Zünder.

So hat AUTO BILD getestet

Erster Check nach dem Auspacken: Wie gut sind die Kocher verarbeitet, sind die verwendeten Materialien hochwertig? Liegt sinnvolles Zubehör bei, und wie ist es beschaffen? Gibt es schon im Neuzustand lose Teile, können Grate Verletzungen begünstigen, und deuten sich jetzt schon erste Verschleißerscheinungen an? Wie gut lässt er sich nach Gebrauch verstauen? Auch die Verpackung fließt in die Wertung ein: Welche Materialien kamen hier zum Zug, wie viel davon – und sind sie recycelbar?
Es folgte die Lesestunde: Beantworten die Anleitungen auch einem Laien alle Fragen, werden Zubehör und die sensiblen Schritte wie Austausch der Kartusche gut erklärt? Nach dem Wiegen und Vermessen der Geräte erfolgte eine erste Inbetriebnahme: Ist eine Erstmontage nötig? Lassen sich die Kocher intuitiv bedienen, wie groß ist die Gefahr eines Bedienfehlers? Gibt es Schutzeinrichtungen? Das Einsetzen und der Wechsel einer Gaskartusche waren ebenso ein weiterer Punkt der Untersuchungen wie die Justierbarkeit des Gasventils.
Campingkocher im Test
Mit einem speziellem Schaumspray wurden alle Verbindungen auf mögliche Leckagen überprüft.

Die Dauer für das Aufkochen von Wasser wurde mit Stoppuhr und einem Stabthermometer ermittelt: Wie viel Zeit vergeht, bis 0,8 Liter Wasser auf 95 Grad erhitzt sind? Das entspricht ungefähr der Füllmenge einer großen Konservendose. Die verwendeten Kartuschen kamen vor und nach dem Erhitzen auf die Waage, um den Verbrauch zu bestimmen. Dabei ruhte das Augenmerk auf der Standfestigkeit, der Lautstärke und Form der Flamme.

Die Testergebnisse im Überblick

Insgesamt elf Geräte wurden genau unter die Lupe genommen. Die Qualitäts- und Leistungsunterschiede fallen deutlich aus, allerdings ist günstig nicht automatisch schlecht. Immerhin: Ein Leck wurde bei keinem der Geräte gefunden. Das teuerste Gerät von Jetboil (99,90 Euro) überzeugt auf ganzer Linie und landet nur deswegen nicht auf dem ersten Platz, weil der feste und sogar beschichtete Topf nur recht kleine Füllmengen erlaubt und so die Variabilität einschränkt. Auch ein integrierter Piezozünder hätte Platz eins bedeutet.
Campingkocher im Test
Die FluxRing-Lamellen erhöhen beim Kocher von Jetboil die Leistung. Zusätzlich wird der Gasverbrauch reduziert, und das Design bieten einen guten Schutz gegen Wind.

Das günstigste Gerät von Homelux für 19,99 Euro ist gleichzeitig auch eines der beiden, von denen dringend abzuraten ist. Ihm gelingt es nicht, ein Mindestmaß an Vertrauen herzustellen: Die Flamme brennt seitlich aus dem Gerät und ist unruhig, Korrosion schon nach erster Nutzung, die Anleitung mit abweichenden Bildern kann nicht alle Funktionen erklären, das Ventil schließt sehr schlecht. Mehr als doppelt so teuer ist Versager Nummer zwei von Rayan. Auch hier will man schnell die Finger wegziehen, wenn man feststellt, dass die Kartusche nicht richtig einrastet und sich dabei die ganze Konstruktion verzieht. Hier verbrennt man im Falle des Kaufs stolze 53,50 Euro.
Campingkocher im Test
Der Rayan Home versagt schon beim Einbau der Kartusche. Diese rastet nicht richtig ein, außerdem verzieht sich dabei die ganze Konstruktion.

Richtig nett anzusehen und ein bisschen an einen echten Herd erinnern die Konsolengeräte Campingaz Camp Bistro 3, Michelino, Rayan und Runnatal. Sie brennen alle sehr leise und sind ausreichend flott – mit Ausnahme des Camp Bistro 3 für rund 43 Euro, der deswegen auch ein "gut" verpasst. Der nur wenige Cent teurere Michelino mit Edelstahl-Finish ist an der Stelle besser und erreicht als einziges Gerät dieser Bauart diese Note. Schade: Der Schließmechanismus des Transportkoffers für das an sich wertige Gerät fällt schon fast beim Ansehen auseinander. Auch der Runnatal-Kocher (42 Euro) wäre "gut", wäre ein Koffer dabei. Lose möchte man das nicht mit dem Gerät fest verbundene Topfgitter nicht ins Auto schmeißen. Bauartbedingt sind sie allerdings eher schwer und kommen nicht gerade mit kompakten Abmessungen daher.
Ebenfalls kein Fliegengewicht, aber zerlegbar und dank Tasche gut zu verstauen ist der schnellste Standkocher, der Campingaz Bivouac (59,99 Euro). Er macht auch qualitativ einen guten Eindruck, ist effizient und hat einen Piezozünder, Feuerzeug also überflüssig. Nachteil: Es sind spezielle Kartuschen von Campingaz erforderlich. Unterwegs Nachkaufen kann da schwierig werden.

Fazit zum Campingkocher-Test

Campingkocher im Test
AUTO BILD hat elf Campingkocher unter die Lupe genommen.

Mit neun der elf getesteten Kocher lassen sich unterwegs Kaffeewasser oder ein Süppchen erhitzen. Kategorisch abzuraten ist vom Rayan (Kartusche arretiert nicht sicher, miese Verarbeitung) und vom Homelux (minderwertiges Ventil, hakeliges Gewinde für die Kartuschenbefestigung, Grate und eine Anleitung mit falschen Abbildungen). Ansonsten hängt die Kaufentscheidung vor allem vom vorhandenen Platz und der zu kochenden Menge ab: Sind Packmaß und Gewicht die ausschlaggebenden Kriterien, und sollen nur kleine Mengen in den Topf, kommt man nicht um den Odoland oder die Luxus-Variante von Jetboil herum. Sie sind schnell, effizient, gut zu verstauen und schön leicht.
Campingkocher im Test
Die Systeme mit 190-Gramm-Stechkartuschen haben den Nachteil, dass die Gasbehälter bis zur vollständigen Entleerung im Kocher verbleiben müssen.

Wer häufiger für mehr als zwei Personen kochen möchte, sollte sich den Kocher von Rothenberger, den Campingaz Bivouac oder den Kemper ansehen: Hier stehen auch größere Töpfe sicher. Am besten macht das der Preis-Leistungs-Sieger Rothenberger, dank des Tragegriffs, der zudem das Versetzen des Kochers sicherer und einfacher macht – zum Beispiel, um ihn aus dem Wind zu nehmen.

Nützliches Wissen rund um Campingkocher

Welcher ist der beste Campingkocher?

Pfeil
Der Testsieger im großen AUTO BILD-Campingkocher-Test ist der Odoland Campingkocher. Dabei handelt es sich um einen kleinen, unscheinbaren Plastikwürfel mit knapp einem Liter Rauminhalt. Darin befindet sich der Kocher, der sich dank klappbarer Füße in diese Mini-Box faltet. Der Brenner wird mit einem Adapter für eine weitere Kartuschen-Sorte sinnvoll ergänzt. So kommen sowohl Kartuschen mit Schraubventil als auch die länglichen MFS-1a-Behälter für die Verwendung infrage. Die Verarbeitung ist durchweg gut, ebenso die Materialien. Schwachstellen muss man suchen: Die frei liegenden Dichtungen am Kartuschen-Anschluss sowie am Adapter sind nicht gut vor Beschädigungen geschützt, und der Verbrauch ist recht hoch.

Was kostet ein guter Campingkocher?

Pfeil
Der Odoland Campingkocher, Testsieger im AUTO BILD-Campingkocher-Test, kommt auf einen Preis von 32,99 Euro. Etwas günstiger ist der Preis-Leistungs-Sieger: Der Campingkocher von Rothenberger schlägt mit 24,99 Euro zu Buche.

Was muss man bei Campingkochern beachten?

Pfeil
Man muss auf jeden Fall ausreichenden Abstand zu anderen offenen Brennstoff- oder Feuerquellen halten. Nach der Nutzung sollte man den Kocher stets gut abkühlen lassen – und volle Gasbehälter nicht dauerhaft sowie vor allem nicht bei Hitze im Fahrzeug lagern.
Für alle getesteten Geräte gilt: Bitte ausreichenden Abstand zu anderen offenen Brennstoff- oder Feuerquellen halten, nach der Nutzung stets gut abkühlen lassen – und volle Gasbehälter nicht dauerhaft und vor allem nicht bei Hitze im Fahrzeug lagern.