Motorrad-Heizgriffe im Test (2025)
Schluss mit kalten Fingern: Nachrüst-Heizgriffe für Motorräder im Test
Schluss mit Frost: Heizgriffe zum Nachrüsten bringen Wärme an den Lenker. Autobild hat fünf Modelle getestet und kam zu überraschenden Ergebnissen.
- Dirk Mangartz
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1.
Daytona
Heated Grips
1,7
gut
- gute Verarbeitung
- praktische Extras
- einfache Bedienung
- hoher Preis

2.
Oxford
Hot Grips Sport
1,9
gut
- sauber verarbeitet
- einfache Bedienung
- viel Zubehör
- Montage etwas aufwendig
- großer Platzbedarf am Lenker
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Motorradfahrer kennen es nur zu gut: Auf Tour wird es schnell unangenehm kalt – besonders an Nase, Füßen und vor allem an den Händen. Während die Nase unter einer Sturmhaube verschwindet und dicke Stiefel die Füße schützen, stoßen Handschuhe am Lenker schnell an ihre Grenzen. Hier schaffen beheizbare Lenkergriffe spürbare Abhilfe.
Auch wenn sie naturgemäß nur die Handinnenseite erwärmen, steigert das den Fahrkomfort deutlich. Da längst nicht jedes Motorrad ab Werk mit diesem Zubehör ausgestattet ist, greifen viele Fahrer zum Nachrüst-Set. Für ältere Maschinen und Modelle ohne serienmäßige Heizgriffe bietet der Zubehörhandel eine breite Auswahl. AUTO BILD hat fünf Heizgriffe für 22-mm-Lenker getestet und zusätzlich ein Modell für Chopper und Cruiser mit 1-Zoll-Lenker unter die Lupe genommen.
Das Wichtigste in Kürze
- Einsatz bei Kälte: Heizgriffe verhindern das Auskühlen der Hände beim Motorradfahren und steigern Komfort und Sicherheit deutlich.
- Test: AUTO BILD hat fünf Modelle für 22-mm-Lenker geprüft und zusätzlich ein Exemplar für 1-Zoll-Lenker getestet. Bewertet wurden Heizleistung, Montage, Bedienung und Verarbeitung.
- Ergebnisse: Alle Modelle sorgten für warme Finger, Unterschiede gab es bei Bedienbarkeit, Kabeln und Heiztemperatur. Discount-Griffe wurden zu heiß, Overgrips erwiesen sich als unsicher.
- Kauf-Tipp: Wer Wert auf Sicherheit, einfache Montage und angenehme Temperaturen legt, sollte in hochwertige Markenprodukte investieren. Von billigen Overgrips ist abzuraten.
Schick, schlicht und nahezu ohne Kunststoffe – die Verpackung der Daytona Heated Grips fällt beinahe zurückhaltend aus. Und das trifft ebenso auf die eleganten Griffe zu. Mit ihrem unauffällig im Griffgummi angeordneten vierstufigen Schalter mit farbigen LEDs (zur Überprüfung der Heizstufe) und dem klassischen Griffdesign gehören sie zu den reduziertesten Produkten am Markt. Und das ist durchaus positiv zu verstehen.
Dank weniger Bauteile und qualitativ hochwertiger Komponenten ist die Montage einfach, das Kabel mit 1,65 Metern ausreichend lang für die meisten Anwendungen. Der japanische Hersteller Daytona lässt – wie auch Koso – in Taiwan fertigen. Und die "Made in Taiwan"-Qualität ist auch in diesem Fall besser als die der einfachen China-Griffe. Schnelle Erwärmung und 57 Grad im Dauerbetrieb auf Stufe 1 sprechen für die Daytona-Griffe. Die schneiden mit der Note 1,7 im Test am besten ab und sind damit trotz des eher hohen Preisniveaus eine echte Empfehlung.
In der etwas schrillen, großformatigen Vollkunststoffverpackung befinden sich nicht nur die robust scheinenden Hot Grips von Oxford, sondern auch jede Menge Zubehör bis hin zur Gasgrifftülle und ein 2,10 Meter langer Haupkabelstrang mit zusätzlicher, am Lenker zu verschraubender Bedieneinheit. Viel Material und entsprechend aufwendig zu montieren. Zudem muss für diese Fernbedienung ausreichend Platz am Lenker sein, bei kurzen Lenkerstummeln etwa wird es eng.
Erstaunlicherweise sind Verpackungs- und Anleitungstexte der von uns georderten Griffe in polnischer Sprache verfasst. Ist der fünfstufige, großformatige Schalter erst einmal angebaut, gefällt er mit übersichtlicher Bedienung. Die Griffe erwärmen sich schnell, erreichen einen Dauerwert von 52 Grad und sind im Betrieb zuverlässig. Für 95 Euro bieten die Oxford-Griffe viel, liegen mit der Note 1,9 auf dem zweiten Platz und sind der Preis-Leistungs-Sieger unseres Tests.
Bereits bei der ersten Sichtprobe stellten wir fest, dass sich Verarbeitungsqualität und Ausstattungsumfang beträchtlich unterscheiden können. Nicht zuletzt die Betriebs- und Einbauanleitungen überraschten mit der kompletten Bandbreite – von quasi nicht vorhanden bis deutschsprachig-umfangreich. Anschließend montierten wir nacheinander alle Modelle an unsere Triumph Scrambler 900 und unternahmen erste Messungen. Wie schnell werden die Griffe warm, wie hoch ist die maximale, wie die minimale Temperatur? Und lässt sich die optimale Wärme einregulieren?

Auf die Plätze, fertig, los! An kalten Tagen sollen die Griffe schnell warm werden. Wir testen die Aufheizzeit, die Temperaturverteilung und die maximale Temperatur.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Bei anschließenden Testfahrten – auch bei Autobahntempo – überprüften wir die Wohlfühltemperaturen erneut. Zum schnellen Aufheizen eisiger Hände empfiehlt sich eine Temperatur von etwa 75 Grad, bei Vollast erreichen manche Griffe jedoch deutlich über 80 Grad mit Spitzenwerten von 95 Grad, was als deutlich zu warm beurteilt wird und bei sehr dünnen Handschuhen zu Verbrennungen führen kann.
Als dauerhaft angenehm empfanden wir übrigens etwa zehn bis 15 Grad über der eigenen Körpertemperatur, also rund 50 bis 55 Grad – was sich bei allen Exemplaren gut einregeln ließ. Da wir die Messungen bei Außentemperaturen von ca. 14 bis 16 Grad durchgeführt haben, muss bei Kälte erfahrungsgemäß ein oder zwei Stufen höher reguliert werden. Spätestens bei winterlichen Temperaturen von unter 3 Grad wird es übrigens trotz der Heizgriffe ungemütlich an den Händen.

Ganz schön viel Wirrwarr – damit der Einbau klappt, braucht es selbst für erfahrene Schraube eine ausführliche, verständliche Anleitung.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Wichtig war uns zudem, wie einfach und intuitiv sich die Schalter bedienen lassen, ob die Hände am Lenker bleiben können und wie verdrehsicher die Konstruktion ist. Auf das Verkleben der Griffe am Lenkerrohr bzw. an der Gasgriffhülse verzichteten wir übrigens, da dies bei einer tauglichen Konstruktion nicht zwingend nötig ist. Die getesteten Overgrips erwiesen sich als ebenso unpraktisch wie gefährlich. Mit der Montage per Klettverschluss über den Seriengriffgummis konnte keine rutschsichere Verbindung zum Gasgriff hergestellt werden. Die Cover drehen sich über den Griffen und verhindern dadurch präzises Gasgeben.

Fest im Griff: Wichtig ist, dass die Nachrüstgriffe einen guten und sicheren Halt bieten – das ist nicht bei allen Modellen gegeben.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Darüber hinaus bewerteten wir die Montagefreundlichkeit, wobei z. B. auch die Länge der Kabel und die Platzierung der Bedienung berücksichtigt wurden. Praktische Ausstattungsdetails – etwa eine Unterspannungsschaltung, die die Heizung bei schwacher Batterie abschaltet, oder die Memory-Funktion, bei der nach Abstellen der Zündung der voreingestellte Wert erhalten bleibt – führen zu einer positiven Benotung. Und auch die Art der Verpackung und das mitgelieferte Zubehör spielen bei unserem Test eine – wenn auch kleine – Rolle.
Die Koso HG 13 Heizgriffe präsentieren sich bereits in der Verpackung hochwertig, auch wenn der Kunststoffanteil gern etwas geringer ausfallen dürfte. Die beiliegende Einbauanleitung ist eher durchschnittlich, enthält aber immerhin Sicherheitshinweise. Wichtiger jedoch: Die Griffe selbst überzeugen mit einem gelungenen Design, sauberer Verarbeitung, fünf Heizstufen und praktischen Funktionen wie einer Unterspannungsschaltung und Memory-Funktion.
Das mit 2,40 Metern außergewöhnlich lange Anschlusskabel erleichtert die Montage an verschiedensten Motorrädern. Besonders praktisch ist der integrierte Taster am linken Griff – so lässt sich die Temperatur regeln, ohne die Hand vom Lenker zu nehmen. Farbige LEDs geben dabei Rückmeldung zur Heizstufe. Im Betrieb erreichen die Griffe auf der niedrigsten Stufe angenehme 55 Grad und erwärmen sich schnell. Damit eignen sie sich hervorragend für den Alltagseinsatz. Mit einer Testnote von 1,9 schneiden sie sehr gut ab, gehören mit einem Preis von 138,34 Euro jedoch zu den kostspieligeren Produkten im Test.

Auch mit Handschuhen müssen die Bedienelemente der Heizgriffe noch gut bedienbar sein.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Die Daytona Heated Grips setzen dagegen auf ein besonders reduziertes Konzept – angefangen bei der schlicht gehaltenen Verpackung bis hin zum eleganten, unauffälligen Design. Der vierstufige Schalter ist dezent im Griffgummi integriert und wird durch farbige LEDs unterstützt. Die Montage gestaltet sich dank hochwertiger Komponenten einfach, das 1,65 Meter lange Kabel ist für die meisten Motorräder ausreichend. Produziert wird – wie bei Koso – in Taiwan, was sich in der Verarbeitung positiv bemerkbar macht. Die Heizleistung überzeugt mit schnellen Aufheizzeiten und konstanten 57 Grad auf niedrigster Stufe. Die Daytona-Heizgriffe schneiden mit der Testnote 1,7 am besten im Vergleich ab und sind trotz des ebenfalls hohen Preises von 134,95 Euro eine klare Empfehlung für anspruchsvolle Fahrer.
Etwas aufwendiger gestaltet sich der Einbau der Oxford Hot Grips Sport. Die auffällige Kunststoffverpackung enthält umfangreiches Zubehör inklusive Gasgrifftülle und einer verschraubbaren Bedieneinheit. Letztere benötigt jedoch viel Platz am Lenker, was bei manchen Motorrädern problematisch sein kann. Irritierend: Verpackungs- und Anleitungstexte der von uns georderten Exemplare sind in polnischer Sprache verfasst – bei den parallel getesteten Cruiser-Modellen ist dies hingegen nicht der Fall. Die Steuerung der Sport-Griffe erfolgt über einen fünfstufigen Schalter, der sich nach dem Einbau intuitiv bedienen lässt. Im Praxistest leisten die Griffe gute Arbeit mit solider Heizleistung (52 Grad auf Stufe 1). Mit einem Preis von 95 Euro und der Testnote 1,9 bieten sie ein gutes Gesamtpaket – sofern die Technik zuverlässig arbeitet.

Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Weniger überzeugend schneiden die Heated Grips von Yosoo ab. Schon die einfache Pappverpackung und das fehlende Zubehör lassen erkennen, dass es sich hier um ein reines Discount-Produkt handelt. Die Kabellänge von nur 60 Zentimetern ist für viele Motorräder zu kurz, außerdem fehlt eine Sicherung. Der Schalter ist mit Handschuhen kaum bedienbar, und eine Anleitung liegt nur in bruchstückhaftem Englisch vor. Im Test fielen die Griffe durch eine extreme Heizleistung auf – selbst auf niedrigster Stufe waren weniger als 60 Grad kaum zu erreichen, maximal wurden sogar über 90 Grad gemessen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann im Alltag schnell gefährlich werden. Trotz des günstigen Preises von 26,69 Euro sind diese Griffe nur bedingt empfehlenswert.
Einen ganz eigenen Weg gehen die Azukong Heating Handle Covers. Sie werden als textile Überzüge per Klettverschluss über die vorhandenen Griffe gezogen. Zwar ist die Montage einfach, und die Kabellänge mit 2,50 Metern passt, doch die Funktionalität ist mangelhaft. Die lockere Befestigung beeinträchtigt das Gasgeben erheblich, insbesondere bei präziser Fahrweise. Mit den Überzügen an unserem Testmotorrad – einer Triumph Scrambler 900 – war das Fahren kaum möglich, und mit einer älteren Moto Guzzi wurde es sogar gefährlich. Trotz einer umfangreichen Anleitung und dem günstigen Preis von 30,77 Euro raten wir aus Sicherheitsgründen von diesem Modell klar ab.
Motorrad-Heizgriffe im Vergleich
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Fazit: Beim Vergleich der fünf Heizgriffe ermittelten wir viele Gemeinsamkeiten, aber auch signifikante Unterschiede, sowohl was die Temperaturentwicklung als auch die Bedienbarkeit und die Montage betrifft. Alle Modelle sorgen für wohlig warme Finger. Wer jedoch Wert auf sichere Handhabung, einfache Montage und schickes Design legt, der muss etwas mehr Geld investieren und zu den teureren Markenprodukten greifen. Und: Finger weg von rutschigen Overgrips – nur echte Griffgummis taugen im Alltag!
Testsieger des Motorrad-Heizgriffe-Tests (2025): Daytona Heated Grips
FAQ-Heizgriffe
Welcher ist der beste Motorrad-Nachrüstheizgriff?
Unsere Testsieger sind die Heated Grips von Daytona – sie sind schlicht, edel, haben eine gute und konstante Temperaturentwicklung und sind sehr gut bedienbar.
Was kosten Motorrad-Heizgriffe zum Nachrüsten?
Gute Motorradheizgriffe dürfen über 100 Euro kosten – im Test zeigte sich, dass sehr günstige Produkte nicht gut funktionierten oder durch zu hohe Wärmeentwicklung oder unsicheren Sitz eine echte Gefahr sein können.
Für welche Motorräder eigenen sich nachrüstbare Heizgriffe?
Grundsätzlich können Heizgriffe an jedem Modell mit einem 22-mm-Lenker nachgerüstet werden. Wer handwerklich geschickt ist, kann den Einbau gut in Eigenregie machen. Chopper haben meist dickere Lenker – hierfür gibt es extra Griffe, die einen größeren Innendurchmesser haben.
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