5er Touring gegen A6 und E-Klasse: Kombi-Test
BMW 5er Touring schlägt A6 und E-Klasse

Prestige und PS – was will man als Autofahrer eigentlich mehr? Platz. Der neue BMW 5er Touring trifft auf Mercedes E-Klasse T-Modell und Audi A6 Avant. AUTO BILD im Kombi-Himmel.
Lamborghini, Ferrari, Maserati – rassige Italo-Flachmänner übernehmen in Autoträumen gern die Hauptrollen. Dabei sind die engen, lauten und durstigen Exoten doch auch Paradebeispiele für rollende Unvernunft. Egal, Gallardo und Co. sind ohnehin unbezahlbar. Erschwinglichere Autos unserer Sehnsucht kommen aus Deutschland, tragen Rucksack und nageln im sparsamen Dieseltakt. Sind wir doch ehrlich: Den Autohimmel auf Erden erleben wir lieber in üppigen Oberklassekombis mit saftigen Maschinen, oder? Audi A6 Avant, BMW 5er Touring und Mercedes E-Klasse T-Modell jedenfalls locken mit reichlich Platz und Prestige, versprechen souveräne und gleichfalls sparsame Fortbewegung.
Überblick: Alle News und Tests zum BMW 5er
Allen voran der neue BMW 5er Touring. Denn BMW hat zum Modellwechsel traditionell ordentlich nachgelegt. Mehr Länge, mehr Leistung, mehr Technik – so wächst zum Beispiel der 520d auf 4,91 Meter und erstarkt dank verfeinerter Common-Rail-Einspritzung auf 184 PS. Damit übertrumpft er die ewigen Konkurrenten Audi A6 Avant 2.0 TDI und Mercedes E 220 CDI T (beide 170 PS) deutlich. Gilt das automatisch auch für alle anderen Eigenschaften? Wir vergleichen die drei himmlischen Laster. Das Sonderangebot in diesem Trio markiert der A6. Für 39.950 Euro Grundpreis liefern die Ingolstädter den Avant mit Sechsgang-Schaltgetriebe, Klimaautomatik, CD-Radio und elektrischen Fensterhebern rundum. Im Prinzip ist alles Wichtige drin, zum Mercedes fehlt allerdings einiges an Ausstattung. Bordcomputer und Temporegler müssen beispielsweise zugekauft werden. Darüber hinaus schlagen wir dem A6-Testwagen noch mehr als 4000 Euro für Extras zu. 17-Zoll-Räder (die ihren Anteil an den guten Bremswerten haben), Luftfederung (für besseren Federungskomfort) und Verbundglasscheiben (senken das Geräuschniveau) tauchen bei uns mit im Kaufpreis auf. Am Ende kostet der A6 sogar rund 300 Euro mehr als der BMW. Den 5er bewerten wir dabei mit 42 600 Euro Grundpreis plus 1300 Euro für verstellbare Stoßdämpfer.
Überblick: Alle News und Tests zur Mercedes E-Klasse
Typisch Mercedes: Im T-Modell treffen eine üppige Ausstattung, reichlich Sicherheitsextras, aber auch der höchste Preis aufeinander. Mindestens 45.339 Euro kostet der Stuttgarter Frachter – T steht halt seit jeher auch für teuer. Und doch ist der E-Klasse-Kombi jeden Cent wert. Der gigantisch große Laderaum (bis zu 1950 Liter Fassungsvermögen) und die einfach bedienbare Klapp-Rückbank zeigen, dass Mercedes die meiste Erfahrung mit großen Kombis gesammelt hat. Hier flutscht alles, jeder Griff sitzt intuitiv, Hohlräume und Seitentaschen bieten in optimaler Weise zusätzlichen Stauraum. BMW hat sich ebenfalls alle Mühe gegeben, erleichtert den Umgang mit dem neuen Touring dank einer separat zu öffnenden Heckscheibe und einer vielfach verstellbaren Rückenlehne der Fondbank. Die lässt sich mit einem simplen Handgriff entweder auf Passagierbequemlichkeit oder auf Zusatzstauraum trimmen – perfekt. Schade, dass die Kofferraumgröße nur auf dem Niveau des A6 liegt. Bei aufgestellter Fondbank passen rund 130 Liter weniger hinein als in den Mercedes.
Audis großes Manko: Vorderradantrieb in Verbindung mit Schaltgetriebe schränkt die Anhängelast ein – den fast zwei Tonnen der Konkurrenten hat Audi allenfalls die Zugkraft eines Kompakten entgegenzusetzen. Wer malochen will, muss Audi also meiden, denn mit 1600 Kilogramm fährt man nicht unbedingt einen Vorsprung heraus. Audi versucht ja ohnehin, "durch Technik" davonzueilen. Das klappt aber nicht, wenn ein neuer 5er antritt. Tatsächlich zeigt BMW beiden Gegnern, was in der gehobenen Klasse möglich ist. Die Liste an lieferbaren Assistenzsystemen und innovativen Optionen will kein Ende nehmen. Aktivlenkung, Achtstufenautomatik, Adaptive Drive, Headup-Display, Surround-View, Schildererkennung – das sind nur einige Positionen, die Käufer des aktuellen A6 nicht ankreuzen dürfen. Aber der Neue kommt ja schon Anfang 2011.
Überblick: Alle News und Tests zum Audi A6

Bild: Sven Krieger
Wie der Kombi-Vergleich ausgegangen ist, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Gratis-Download.
Fazit
Alles neu, alles besser – so könnte man den Sieg des BMW zusammenfassen. Zumindest in diesem Vergleich hängt der fahraktive und komfortable Touring seine Stamm-Konkurrenten ab. Seine Kombi-Qualitäten können aber nicht mit denen der E-Klasse mithalten. Dem teuren Mercedes fehlt ein optionales Verstellfahrwerk wie beim 5er, so muss er sich knapp hinter ihm einreihen. Für Audi bleibt hier nur der dritte Platz. Er ist langsamer, durstiger – und am Ende nicht einmal günstig.
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