Ampera/Fluence Z.E./Prius: Test — 14.02.2012
Eine verwickelte Geschichte
Jeden Tag zur Arbeit und wieder zurück. Für Berufspendler müssten E-Autos doch ideal sein. AUTO BILD-Redakteur Matthias Moetsch über die Gratwanderung zwischen Elektro-Faszination und Elektro-Frust.
Überblick: Alle News und Tests zum Toyota Prius
Solch sinnliche Momente des elektrischen Fahrens konnte bislang allerdings nur eine Minderheit genießen. 3,17 Millionen neu zugelassenen Autos im Jahr 2011 stehen gerade mal 2150 Elektrofahrzeuge gegenüber – von denen mehr als 95 Prozent an Flottenkunden gingen. Aber was ist mit den Privatleuten? Die neue Technik müsste doch wie geschaffen sein für Berufspendler, die täglich eine überschaubare Distanz zurücklegen und ihren Wagen zu Hause nachladen können. Wir haben drei unterschiedliche Konzepte auf ihre Pendlertauglichkeit geprüft: den rein elektrischen Renault Fluence Z.E., den elektrischen Opel Ampera mit Verbrenner als Reichweitenverlängerer sowie den Toyota Prius+ Plug-in, einen Hybriden, dessen Akku sich an der Steckdose aufladen lässt. Letzterer knausert zwar bei den Energiekosten, aber die Faszination des rein elektrischen Fahrens stellt sich nur bedingt ein. Erstens weil die Akkus nach etwa 20 Kilometern leer sind. Zweitens weil sich beim druckvollen Beschleunigen schnell der Vierzylinder einschaltet.Überblick: Alle News und Tests zum Renault Fluence Z.E.
Für den Prius spricht die hunderttausendfach bewährte Hybridtechnik von Toyota. Aber wer richtig sparen will, muss sich auf sie einlassen – was mit einem gewissen Verzicht an Fahrspaß verbunden ist. Der Renault bietet da schon mehr Vergnügen. Beim Ampelstart, wenn der E-Motor die Fuhre turbinenartig und ruckfrei nach vorn bringt, kommen selbst Gourmets mit Zwölfzylinder-Erfahrung auf ihre Kosten. Was für ein Kontrast zur furchtbar biederen Karosserie, deren Ostblock-Ästhetik erneut irritiert. Die typische Pendlerdistanz von 50 Kilometern bewältigt der Fluence locker. Und doch fährt ständig die Angst mit, irgendwo liegen zu bleiben. Was ist, wenn spontane Termine die sorgsame Tagesplanung des Pendlers über den Haufen werfen? Wenn Staus zu Umwegen zwingen? Wenn das kranke Kind aus der Schule geholt oder der fußkranke Kollege mal irgendwohin gebracht werden muss? Dann hilft eben doch nur Sprit weiter.Insofern hinterlässt den harmonischsten Eindruck der teuerste Kandidat im Vergleich: Der Opel Ampera ist mit seinem Konzept – starker Elektromotor, akzeptable elektrische Reichweite, Range Extender – geeignet, auch bei Zweiflern die Lust aufs Elektroauto zu wecken. Nicht nur weil die Öko- und Energiebilanz im Pendler-Test am besten ausfällt (siehe Tabelle unten). Sondern weil der Wagen im gemischten Betrieb (Autobahn, Landstraße, Stadtverkehr) ein cooles und entspanntes Fahrerlebnis bietet. Wer die hohen Anschaffungskosten nicht scheut, wer Ökostrom bezieht und seine Steckdose im Carport hat, kommt nicht nur mit grünem Gewissen im Büro an, sondern auch entspannt. Schade nur, dass Opel die Hürde so hoch legt und 99 Euro für Probefahrten im Ampera verlangt. Wem ist da bloß die Sicherung durchgeknallt?
| Fahrzeugdaten | Renault Fluence Z.E. | Opel Ampera* | Toyota Prius Plug-in* |
|---|---|---|---|
| Elektromotor | |||
| kW (PS) | 70 (95) | 111 (150) | 60 (82) |
| Nm | 226 | 370 | 207 |
| Batterien | |||
| Art | Lithium-Ionen (22 kWh) | Lithium-Ionen (16 kWh) | Lithium-Ionen (5,2 kWh) |
| Kühlung | luftgekühlt | flüssigkeitsgekühlt | luftgekühlt |
| Einbauort | Kofferraum | T-förmig mittig im Fahrzeug | Kofferraum |
| Verbrennungsmotor | |||
| Einbaulage | – | Vierzylinder, vorn quer | Vierzylinder, vorn quer |
| Hubraum | – | 1398 cm³ | 1798 cm3 |
| kW (PS) bei 1/min | – | 63 (86)/4800 | 73 (99)/5200 |
| Nm bei 1/min | – | 130/4250 | 142/4000 |
| Vmax | 135 km/h | 161 km/h | 180 km/h |
| Getriebe | Automatik | Automatik | Automatik |
| Antrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
| Länge/Breite/Höhe | 4748/1809/1458 mm | 4498/1787/1439 mm | 4460/1745/1490 mm |
| Testverbrauch (auf 100 km)** | 30,6 kWh | 3,9 l Super + 12,4 kWh | 4,1 l Super + 3,3 kWh |
| E-Reichweite (Test)** | 100,4 km | 44 km | 20,4 km |
| 0–100 km/h (Werksangabe) | 13,7 s | 9,0 s | 11,4 s |
| Kofferraumvolumen | 317 l | 310–1005 l | 403–1503 l |
| Preis | ab 25.690 Euro*** | ab 43.200 Euro | circa 37.000 Euro |
| *Vorserien-/Versuchsfahrzeug, Angaben weichen vom zukünftigen Serienauto ab; **ermittelt bei einer Außentemperatur von minus 3,0 Grad Celsius inkl. Ladeverluste; ***ohne Batterie (Batteriemiete ab 82 Euro pro Monat bei 4 Jahren Laufzeit und 10.000 km Fahrleistung pro Jahr) | |||
| Pendler-Bilanz (50 km am Tag, 220 Arbeitstage pro Jahr*) | ||||
|---|---|---|---|---|
| Modell | Renault Fluence Z. E. | Opel Ampera | Toyota Prius Plug-in | Golf 1.4 TSI***** |
| Verbrauch pro Tag** | 15,3 kWh | 12,4 kWh | 3,4 kWh + 1,7 l Super | 3,4 l Super |
| CO2-Ausstoß*** | 12,2 g/km | 9,9 g/km | 81,9 g/km | 158,4 g/km |
| Energiekosten**** | ||||
| täglich | 3,83 Euro | 2,48 Euro | 3,48 Euro | 5,27 Euro |
| jährlich | 842,60 Euro | 545,60 Euro | 765,60 Euro | 1159,40 Euro |
| *25 Kilometer einfache Strecke, ohne Nachladen am Arbeitsplatz; **AUTO BILD-Messwerte; ***wir haben Ökostrom getankt (40 g CO2 pro kWh); ****Super: 1,55 Euro pro Liter, Ökostrom 25 Cent pro kWh; *****Vergleichsmodell mit konventionellem Antrieb | ||||
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Kommentare zum Artikel (139)
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@gabi.dressler-Der Ampera schaut besser aus wie der Prius-das stimmt. Aber ob es ein richtiger Kauf war muss er noch beweisen und mit Zuverlässigkeit punkten. das dürfte schwierig sein im direkten Vergleich--denn besser wie ein Prius wird er nicht sein.
Eigentlich bräuchte man n'eigene Garage für e-autos. Üder Nacht n'Stromkabel im freien liegen lassen...da freut sich jeder Einbrecher!
Wir haben den Opel Ampera nun seit einer Woche als Zweitwagen, diesen gegen unseren alten Toyota Prius getauscht und sind absolut bestätigt worden von unserer Kaufentscheidung .
Das Fahrzeug fällt unglaublich auf, hat ein sehr schönes Design und im Vergleich zum Toyota auch eine perfekte Verarbeitung . Bisher mussten wir noch nicht einmal den Otto Motor aktivieren, das Fahrzeug fuhr bisher rein elektrisch. Traumhafte Technik!Bravo Opel!
Na klar-und wegen der \\\"schlechten \\\" Qualität stehen Toyota Fahrzeuge auch regelmässig auf den ersten Plätzen in Sachen Zuverlässigkeit und Langlebigkeit. Und der Dauertest des Prius mit null Fehler ist auch ein Zeichen von nachlassender Qualität. Da passt doch etwas nicht mit euren Kommentaren.
Billig bauen andere Hersteller-aber sicher nicht Toyota. Jeder der weltweit ein robustes Fahrzeug kauft zieht Toyota in die enge Wahl.
@ ein Verbraucher ! Fragt sich nur was du so verbrauchst oder soll ich eher sagen konsumierst :-) Das scheint wohl härterer Stoff zu sein, denn als Resultat kommt nur dummes Geschwätz heraus ! Mein Prius III fährt nach gut 2 Jahren wie am ersten Tag und wird es auch weiter tun ! Wer in Deutschland billig dazu kauft sollte auch nun der letzte dumme Michel erkannt haben :-)