Audi A3 Sportback g-tron im Dauertest

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Audi A3 Sportback g-tron: 100.000-Kilometer-Dauertest

— 09.05.2017

Besser geht's nicht

Erdgas? Immer noch ein exotischer Antrieb. Doch der Audi A3 Sportback g-tron widerlegt die Vorurteile im Dauertest.

Er konnte einem leidtun. Am Tag, als der Audi A3 g-tron seinen Dauertest antrat, stand sein größter Gegner überall sichtbar am Straßenrand: der Benzinpreis. 1,33 Euro kostete der Liter Super, ein Bremsklotz für jede Spartechnik: Wozu noch Hybriden, Elektromobile oder den Erdgas-Audi fahren? Überhaupt: g-tron, waren das nicht die Autos, bei denen es an der Tanke so seltsam zischt? Und bei denen die Angst vor dem Liegenbleiben immer mitfährt? Falsch! Denn dieser Audi bügelte alle Bedenken weg und glänzte während der 100.000-Kilometer-Distanz mit einer Zuverlässigkeit wie kein Dauertest-Auto zuvor.

Keine Rostgefahr bei den Gastanks

Nichts für Familien: Der Fond ist zu eng, die Erdgastanks nehmen 100 Liter des Kofferraums weg. Der Platz reicht nur fürs Gepäck eines Paares.

Zeit, ihn genauer vorzustellen: Der A3 Sportback g-tron, für 28.350 Euro Grundpreis samt s-tronic um 3100 Euro teurer als ein gleich starker Benziner mit 1.2 TFSI, kam mit vielen Extras auf über 45.000 Euro. Und doch war da wenig Lametta: "Eine Ausstattung, die nicht Wohlstand vorgaukelt, sondern einfach gut und gehaltvoll erscheint", befand Redakteur Christian Steiger. Obwohl der Sportback aussieht wie ein Kombi in kurzer Hose, taugt er nicht für Familien. Der Fond ist zu eng, die Erdgastanks knapsen 100 Liter vom normalen Kofferraum weg: Der Ladeboden steht immer in der oberen Position, das reicht nur fürs Reisegepäck eines Paares. Unterm Boden liegen die Gastanks, die aus Verbundkunststoff bestehen. Daher gibt es keine Rostgefahr wie beim VW Touran, wo einzelne Stahlbehälter sogar explodiert sind.
Mehr zum Thema: Die Dauertest-Rangliste mit allen Testergebnissen

Alle 150 bis 300 Kilometer ist der Tank leer

Der Erdgaspreis ist magerer, der Tankstutzen dagegen deutlich fetter als bei Super-Sprit.

Beim Fahren schränkt das Gas den Alltagsnutzen erstaunlich wenig ein. Zwar maulte ein Benzinfan über raueren Leerlauf oder weniger Turbokick als im 1.4 TSI, doch "die 110 PS reichen im Alltag aus, mehr Leistung habe ich mir nur selten gewünscht", notierte Tester Berend Sanders nach einer 3000-Kilometer-Tour. Das DSG-Getriebe ruckte gelegentlich leicht beim Anfahren aus Start-Stopp, was im Eco-Fahrprogramm nachließ. Sitze, Fahrwerk und Geräuschniveau sind absolut langstreckentauglich, sie machen die häufigeren Tankstopps erträglich: Alle 150 bis 300 Kilometer – je nach Gasfuß – war der 14-Kilo-Gastank leer, dann ging es an die 50 Liter Benzin. Umschalten (erst Benzin, dann Gas) ist nicht möglich. Zwar wären zusammen bis 900 Kilometer Reichweite drin, doch der günstigere Preis reizte viele Fahrer, mithilfe der guten Navi-Führung die nächste Tanke anzusteuern und nur den Gasvorrat zu nutzen: Bei 88 Cent pro Kilo, dem billigsten Gaspreis im Dauertest, kosteten 250 Kilometer nur elf Euro – günstiger ging's nicht.
Im Überblick: Alle Infos zum Audi A3 Sportback g-tron

Beeindruckende Kraftstoff-Bilanz mit einem Hauch Abenteuer

Tankstopp in bella Italia: Erdgas heißt hier Methano, das Tankstellennetz ist (noch) dürftig. Zapfsäulen stehen abseits in separaten Boxen.

Solche Anreize erzogen sogar das Testteam wirksam, wir fuhren über 60.000 Kilometer auf CNG. Die 4,1 Kilogramm pro 100 Kilometer Testschnitt (knapp 20 Prozent über Werksangabe) entsprechen 108 Gramm CO2 je Kilometer. Wie viel Kraftstoff wurde unterm Strich verbraucht? 3057 Kilo Erdgas und 2487 Liter Super kosteten über den ganzen Test 6720 Euro. Zum Vergleich: Der Golf 1.4 TSI, bei AUTO BILD im Endlostest unterwegs, kommt für die gleiche Strecke auf 10.505 Euro für Sprit. Eine beeindruckende Bilanz, die noch besser ausfällt, wenn die Gassäule an der Hausstrecke liegt. Denn das Abenteuer liegt nicht beim Gasfahren, sondern beim Tanken an einer der knapp 900 Erdgasstationen in Deutschland: Bisweilen sind kleine Umwege zu fahren, die Tanke ist nachts geschlossen oder verlangt eine zeitraubende Prozedur: "Reingehen, Auto anmelden, Säule freischalten, Karte einschieben, klappt nicht, dann doch – schade, dass Wirtschaftlichkeit so mühsam sein kann", schimpft Redakteur Stephan Puls. Und nur Italien, Österreich und die Schweiz bieten ein ähnliches Netz.

Gebrauchtwagensuche: Audi A3

Eine mögliche Lösung – einen größeren Gastank – wählt Audi bei den neuen A4/A5 g-tron, deren 19-Kilo-Tank und 2,0-Liter-Motor mehr Reichweite und Power versprechen. In der Zuverlässigkeit übertreffen sie den A3 nicht: Auf 100.000 Kilometern kein Schaden, kein Ausfall, nichts außer einem Funkschlüssel mit Wasserschaden nach Nordseekontakt. Der g-tron fährt mit der Note 1+ in unserer ewigen Hitliste an die Spitze – sicherlich die sauberste Seite am Erdgasexoten.

In der Bildergalerie erfahren Sie, was während des Tests und bei der Demontage des Testwagens nach Erreichen der 100.000 Kilometer außerdem aufgefallen ist.

Audi A3 Sportback g-tron im Dauertest

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Wertung: Audi A3 Sportback g-tron
Fehlerpunkte max.
Zuverlässigkeit
Liegenbleiber 0 x 15 0
Motor-/Getriebeschaden 0 x 15 0
Defekte Antriebs-/Funktionsteile 0 x 5 0
Zusätzlicher kurzer Werkstattbesuch 0 x 3 0
Zusätzlicher mehrtägiger Werkstattaufenthalt 0 x 5 0
Defekte und Sonderarbeiten (Radio/Navi/Flüssigkeiten etc.) 0 x 2 0
Defekte Kleinteile (Lampen etc.) 0 x 1 0
Langzeitqualität (aus Demontage)
Karosserie (Konservierung, Lack, Teppiche, Verkleidungen) 0–5 0
Motor (Leistung, Dichtigkeit, Ablagerungen, Laufspuren) 0–5 0
Getriebe (Dichtigkeit, Abrieb, Zustand, Kupplung) 0–5 0
Abgasanlage (Zustand, Kat, Aufhängung, Abschirmbleche) 0–5 0
Fahrwerk (Achsen, Federung, Lenkung, Befestigung) 0–5 0
Elektrik (Kabel, Stecker, Steuergeräte, Sicherungen) 0–5 0
Alltagswertung/Fahren
Ergibt sich aus den Eintragungen im Fahrtenbuch 0–10 0
Gesamtpunkte 0
Note: 1+
0 Punkte: 1+; 1–4 Punkte: 1; 5–8 Punkte: 1-; 9–12 Punkte: 2+; 13–16 Punkte: 2; 17–20 Punkte: 2-; 21–24 Punkte: 3+; 25–28 Punkte: 3; 29–32 Punkte: 3-; 33–36 Punkte: 4+; 37–40 Punkte: 4; 41–44 Punkte: 4-; 45–48 Punkte: 5+; 49–52 Punkte: 5; 53–56 Punkte: 5-; ab 57 Punkte: 6.


 
Autor:

Manfred Klangwald

Fazit

Mensch, Erdgas! Fast vergessen, überzeugte der bivalente A3 (Erdgas plus Benzin) als Edelsparer mit erstaunlich reibungslosem Alltagsbetrieb. Dass der Audi so vorbildlich zuverlässig lief, zeigt anderen Autos aus dem VW-Konzern, wie es sein müsste. Für die Nachteile am sauberen Erdgas (mögliche Tankabenteuer) kann der g-tron nichts.

Autoren: Manfred Klangwald, Joachim Staat

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