Kia Stinger trifft Audi S5 Sportback

Audi S5 Sportback Kia Stinger Kia Stinger Audi S5 Sportback

Audi S5/Kia Stinger: Vergleich

— 29.05.2017

Jetzt macht Kia auf Audi

Kia wil mit seinem ersten Gran Turismo die deutschen Premium-Marken ärgern. Erster Gegner des Stinger ist der Audi S5 Sportback.

Der Meister kommt rein und schweigt. Wir haben einen Termin mit Peter Schreyer, dem Designchef von Hyundai und Kia; und wir haben ein Auto einer Marke mitgebracht, die bislang immer in einer ganz anderen Liga spielte. Audi S5 gegen Kia Stinger. Der Meister betrachtet erst den einen und dann den anderen, sein Blick wandert hin und her. Nach einer Minute sagt er endlich was: "Der macht sich gut daneben."

Das Blechkleid des Stinger weiß zu gefallen

Gelungen: Der Stinger kommt mit kurzem Front- und langem Hecküberhang, steht auf fetten 19-Zöllern.

Audi gegen Kia. Das ist wie Bayern München gegen RB Leipzig – die einen sind immer oben, die anderen wollen da auch hin. Und der Stinger soll dabei helfen. Ein Gran Turismo, 4,83 Meter lang, 1,87 Meter breit, einer, der schon im Stand Gänsehaut macht. 2011 hat Kia solch eine GT-Studie auf der IAA gezeigt, mit den Jahren weiterentwickelt, gestrafft, gespitzt, und immer war das Auto rot. Jetzt steht Schreyer neben dem Stinger (deutsch: Stachel) und lüftet ein Geheimnis: "Bei internen Designpräsentationen zeigen wir unterschiedliche Modelle, Kleinwagen, SUV. Aber immer wenn der Stinger an der Reihe war, haben alle Verantwortlichen gelächelt und gesagt: 'Ah, the red car!'" Annäherung an das rote Auto, das im Herbst 2017 in den Handel kommt. Der Stinger steht fett da auf 19-Zöllern (vorn: 225er, hinten: 255er), seine Proportionen sind voll auf den Heckantrieb zugeschnitten. Kurzer Frontüberhang, lange Haube, langer Radstand, großer Hecküberhang.
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In Sachen Qualität ist der Audi das Maß der Dinge

Fast schon klassisch: Der Audi ist zurückhaltender gezeichnet, überzeugt mit seiner hohen Qualität.

Schreyer streicht übers Hinterteil und gerät kurzzeitig aus der Fassung: "Betrachten Sie das Auto drei Viertel von hinten, das ist einfach unheimlich geil!" Was er damit meint? Kräftige Schulter durch ausgestellte Radhäuser und eine Dachlinie, die nach hinten schlanker wird. "Das ist so, als würde ich das Auto mit zwei Zügeln in der Hand halten." Der Audi wirkt dagegen fast schon zurückhaltend, eher klassisch. Mit 4,75 Metern ist er acht Zentimeter kürzer als der Kia, mit 1,84 Metern drei Zentimeter schmaler. Aber er ist derzeit das Nonplusultra in der Liga der viertürigen Mittelklasse-Coupés, Große-Jungs-Traum auf 255er-Puschen mit 19-Zoll-Rädern, im Gegensatz zum Kia mit rahmenlosen Scheiben, mit einer Verarbeitungsreife, die den Maßstab setzt. Alle Schalter klacken satt, Liebe zum Detail ist in jeder Ritze spürbar, das MMI-System mit Drehregler in der Mittelkonsole selbsterklärend, auf den digitalen Tacho ("Virtual Cockpit") willst du nie wieder verzichten.
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Beim Antrieb setzt Kia auf einen eher leisen V6

Eher zurückhaltend: Der 3,3-Liter-V6 klingt dezenter als die Audi-Maschine – da geht noch was!

Ob Kia da mithalten kann? Das Interieur ist gediegen, drei große, runde Lüftungsdüsen, darüber der Navi-Bildschirm wie bei Mercedes, klassische Rundinstrumente. Bei Kia wird getoucht und nicht am Controller gedreht, auch Gestensteuerung gibt’s nicht. Schreyer erklärt: "Die Technik muss sich dem Menschen anpassen und nicht umgekehrt. Lautstärke, Klima, Navi – das muss alles ganz einfach während der Fahrt bedienbar sein." Wir starten die Motoren, spielen mit dem Gaspedal. Audi? Der Sechszylinder sprotzelt und faucht, spielt uns 'ne Rocknummer aus seinen vier Endrohren vor. Kia? Im Vergleich eher zurückhaltend, der 3,3-Liter-V6 haut 'ne Ballade hinten raus. Vielleicht sollten sich die Soundingenieure das noch mal genauer anhören. Genug Know-how hat Kia ja. Schreyer war früher bei Audi und VW, hat den Golf IV entworfen und mit dem Audi TT eine Designikone für die Ewigkeit geschaffen. Chefentwickler Albert Biermann kommt von BMW. Und Schreyer vertraut uns noch ein Geheimnis an: "Als Biermann den Wagen sah, sagte er mir: Ich sorge dafür, dass er so gut fährt, wie er aussieht." Wir sind gespannt.
Andreas May

Andreas May

Fazit

Willkommen in der Bundesliga, Kia! Die Koreaner holen sich Know-how von Audi und BMW, um genau diesen Marken ans Blech zu fahren. Wenn der Stinger auf der Straße so gut ist, wie er im Studio aussieht, werden wir diesen Kia bald öfter sehen.

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Coupé

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