Batterie anlernen: Ist das nötig?

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Batterie wechseln und anlernen

— 20.05.2016

Nachhilfe bei Akku-Ärger

Viele Hersteller verlangen das Anlernen einer neuen Batterie. Ist das wirklich nötig? Wir haben es getestet und die Autobauer zum Thema befragt.

Es gibt Top-Platzierungen, die nicht besonders ruhmreich sind. Platz eins in der Pannenstatistik des ADAC gehört mit Sicherheit dazu – denn dort steht als häufigste Ursache die Autobatterie. Dabei ist die Batterie noch nicht einmal selber schuld: Überforderte Lichtmaschinen, dazu jede Menge elektrische Verbraucher an Bord und dann auch noch ein Start-Stopp-System. Da kommen selbst sogenannte AGM- und EFB-Batterien an ihre Grenzen, und die sind speziell für diese harten Herausforderungen konstruiert. Der Grund für die Probleme: Je nach Batteriezustand und -art benötigt der Akku spezielle Ladevorgänge. Vereinfacht gesagt: In vielen Fällen kommt einfach zu wenig Power bei der Batterie an. Nach und nach verliert der Stromspender an Leistung, ist am Ende völlig platt.

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Anlernen der Batterie: Info fürs Energiemanagementsystem

Initialisierung: Mithilfe eines Scantools erfolgt in der Werk­statt die fachgerechte Batterie­-Anmeldung.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, haben sich Autobauer ein Energiemanagementsystem ausgedacht. Ein Steuergerät überwacht den Ladezustand des Akkus, zählt Startvorgänge, regelt die Leistungsabgabe und merkt sich entsprechende Parameter. Damit soll sich die Lebenserwartung eines Fahrzeugakkus verlängern. Schließlich weiß das Auto so genau um den Batteriezustand und steuert entsprechend die Ladespannung und den Ladestrom. Aus diesem Grund verlangen immer mehr Autobauer das Anlernen der Batterie. Ab in die Werkstatt, damit das Energiemanagementsystem dank einem Diagnosegerät erfährt, dass ein neuer Akku an Bord ist und die gespeicherten Daten vergessen kann. Alles auf null: Mehrmarken-Tools können heute bei zahlreichen Autos dieses sogenannte Initialisieren durchführen. Was ist jedoch, wenn dies nicht geschieht oder der Vorgang nicht nach Herstellervorgaben erfolgt? Bei Audi lassen sich beispielsweise nur Batterien des Herstellers an das Fahrzeug anlernen. Grund: Die Eingabe eines Codes, der nur auf Original-Akkus der Ingolstädter steht, ist erforderlich.
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Beim Tausch immer den gleichen Batterietyp wählen

Wir haben den Tausch ohne Anlernen ausprobiert, die EFB-Batterie eines Audi A3 Sportback 1.4 TFSI durch einen anderen Akku mit vergleichbaren Kenndaten ersetzt. Wichtig: Damit es nicht zu Schäden kommt, beim Tausch den gleichen Batterietyp wählen, das heißt eine AGM-Batterie nicht gegen einen konventionellen Blei-Akku tauschen, und auf ähnliche Leistungsdaten achten. Im ersten Moment sind wir erschrocken: Piepend warnt uns der Bordcomputer vor Störungen beim Bremsassistenten, der automatischen Abstandsregelung, der Start-Stopp-Automatik und der Stabilitätskontrolle. Vorsichtig rollen wir los, aber alles halb so wild: Das selbstlernende Energiemanagement des A3 hat diese Funktionen nur auf den ersten Metern deaktiviert. Nach ein, zwei Bremsungen erlöschen die Fehlermeldungen, nach einer kurzen Proberunde funktioniert die Technik, selbst die Uhr stellt sich nach kürzester Zeit automatisch wieder richtig ein. Länger dauert es, bis sich das Energiemanagement mit der Fahrzeugbatterie vertraut gemacht hat und für ein optimales Laden sorgt.

In der Bildergalerie lesen Sie, was die verschiedenen Autobauer zum Batteriewechsel sagen.

Batterie anlernen: Ist das nötig?

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Autor:

Christian Bruns

Fazit

Das Anlernen ist bei vielen Herstellern und Autos mit Start-Stopp erforderlich. Vorteil: Alle Funktionen im Pkw stehen sofort zur Verfügung. Unser Test zeigt: Dank selbstlernender Technik geht es auch ohne. Vorsicht, der Batterietyp muss gleich bleiben.

Autoren: Christian Bruns, Bernd Volkens

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