Vorschau: X1 und Tiguan

BMW X1/VW Tiguan: Vorschau

— 16.05.2014

VW und BMW kommen sich näher

VW plant den Aufstieg, BMW begibt sich auf Volks-Niveau. Ab 2016 werden sich Tiguan und X1 also gefährlich dicht aufs Blech rücken. Eine Vorschau.

Die Wolfsburger suchen als Gegner am liebsten die feinsten Fahrzeugbauer dieser Erde. So auch beim kommenden Tiguan, der sich fast schon unverschämt dicht an den BMW X1 heranrobbt. Allein das angedachte Programm weist provokante Parallelen auf. Neben den Standardmodellen planen beide Hersteller ihre SUV mit extralangem Radstand und optional sieben Sitzen, als Plug-in-Hybrid, als SUV-Coupé mit zwei oder vier Türen und als Sportmodell mit Vierzylinder-Turbo.

Auf der Golf-VII-Plattform streckt sich der Tiguan Richtung BMW

Mehr Platz, weniger Gewicht: Der kommende VW Tiguan wird auf der Plattform des Golf VII stehen.

VW stellt den Tiguan ab 2016 auf die moderne Basis des Golf VII – das bringt mehr Platz, 60 bis 80 Kilo weniger Gewicht, zehn bis 15 Prozent niedrigere Verbräuche, geringere Herstellkosten und eine noch intensivere Vernetzung der Baureihen. Mit den beiden schwächsten Motoren wird der Tiguan zum reinen Fronttriebler, die beiden stärksten Triebwerke fahren immer mit Allrad, dazwischen besteht die Wahl. Ab Juli 2016 soll der Tiguan auch als Plug-in-Hybrid mit dem Antriebsstrang des Golf GTE verfügbar sein. Doppelt gekuppelt wird auf Wunsch auch in Verbindung mit den Zweilitermodellen. Ein Tiguan R ist zwar möglich, wurde aber noch nicht endgültig festgezurrt. Das Strecken in Richtung BMW verdeutlicht auch die deutlich aufgewertete Technik. Neben einer variablen Progressivlenkung ziehen ein: adaptive Dämpfer mit zusätzlichem Dynamik-Modus (DCC), "Dynamic Light Assist" mit Kurvenlicht und Fernlichtassistent, optionale LED-Hauptscheinwerfer, "Front Assist" mit Umfeldbeobachtung, City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung, Einparkassistent für längs-und querparken, Ausparkassistent, "Emergency Assist" mit Bremseneingriff bei Verlassen der Fahrspur.
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Mehr Platz im X1 bringt die Variante mit verlängertem Radstand

X-XL: Den X1 werden wir in der nächsten Generation erstmals mit zwei verschiedenen Radständen erleben.

Der Antrieb hat drei verschiedene Allrad-Fahrmodi ("Street", "Offroad", "Snow"), Anhänger-Rangierassistent, "Area View II" mit Rückfahr-kamera, Draufsichtkamera und zwei seitlichen Frontkameras für Splitscreen-Darstellung an Einmündungen sowie ein Head-up-Display. Auch der X1 vollzieht zur Saison 2016 wichtige Wechsel. So nutzt er künftig die Mini-Plattform mit Vorderradantrieb. Das macht den bayrischen Abenteurer leichter und kompakter, weil die Motoren quer eingebaut sind und die Kardanwelle entfällt – außer natürlich bei den Modellen mit Allradantrieb. Die entschlackte und trotzdem verwindungsfestere X1-Karosserie teilt sich grundsätzliche Technik mit dem neuen Mini SUV. Den X1 werden wir aber erstmals mit zwei verschiedenen Radständen erleben. Rund zehn Zentimeter mehr Achsabstand bedeuten großzügigere Platzverhältnisse und mehr Freiheiten bei der individuellen Raumaufteilung. Unterschiedliche Ansätze verfolgen VW und BMW bei den sogenannten SUV-Coupés. Während der Tiguan CC auf vier Türen setzt, verzichtet das X2 Coupé zugunsten einer noch sportlicheren Linienführung auf die praktischen Fondtüren. Wir werden sehen, wo die Käufer ihre Prioritäten setzen.
Alle News und Tests zum BMW X1

Das Design der Baumuster F48 (X1, beide Radstände) und F47 (X2) wirkt weniger hausbacken als bisher, die Materialanmutung ist eine ganze Klasse hochwertiger, das iDrive-Bedienkonzept wird in vielen Punkten optimiert. Natürlich bietet BMW für die neuen Crossover ein ähnlich breites Spektrum an Assistenzsystemen an wie die Konkurrenz.

Mit den M-Versionen greift BMW Audi und Mercedes an

SUV-Coupé mit Dampf: Ein 375 PS starker Zweiliter-Biturbo-Vierzylinder könnte den X2M befeuern.

In Sachen Plug-in-Hybrid scheint der 136 PS starke 1,5-Liter-Dreizylinder dem größeren und schwereren Vierzylinder den Rang abzulaufen. Der scheibenförmige E-Motor wird in der Getriebeglocke untergebracht. Statt des ZF-Automaten wollen die Münchner mittelfristig ein Doppelkupplungsgetriebe von Aisin mit ebenfalls acht Gängen anbieten. Auch der neue X1 trägt dem Trend zum Downsizing Rechnung – Einstiegsmotor wird künftig ein Dreizylinder. Am anderen Ende der PS-Spirale schraubt die M GmbH. Weil der Reihensechszylinder als Quermotor ausfällt, wird in Garching mit Hochdruck an einem rund 375 PS starken Zweiliter-Biturbo-Vierzylinder gearbeitet, der in X1M und X2M dem GLA 45 AMG und dem Audi RS Q3 Paroli bieten soll. Ein X1/X2 M28i mit 313 PS könnte als M-Performance-Angebot dann die allerletzte Lücke in der Palette schließen. Mehr Details zu BMW X1 und VW Tiguan sowie weitere SUV-Neuheiten von Audi, Mercedes, Alfa Romeo, Jaguar und Range Rover gibt es in der Bildergalerie.
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

VW und BMW, das waren früher mal zwei verschiedene Welten. Doch die beiden Marken nähern sich einander im Eiltempo an – BMW über die neue Frontantriebstechnik, VW über immer anspruchsvollere Technik. Und mit neuen Modellen wollen auch Alfa Romeo, Audi, Jaguar, Mercedes und Range Rover am Crossover-Kuchen mitnaschen.

Stichworte:

Kompakt-SUV

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