Chevrolet Traverse: Roadtrip

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Chevrolet Traverse: Fahrbericht

— 03.06.2013

So gut wie X5 und Q7?

Der Chevrolet Traverse ist das US-amerikanische Pendant zu den deutschen Premium-SUVs BMW X5 und Audi Q7. Wir haben mit dem bulligen Ami 4000 Highway-Kilometer heruntergespult.

Er ist halb so teuer wie ein vergleichbar motorisierter und ausgestatteter BMW X5 oder Audi Q7. Er ist deutlich komfortabler, leiser und wertiger als seine Vorgänger. Er ist ein prima Reisemobil. Der neue Chevrolet Traverse brachte mich auf über 4000 US-Highway-Kilometern von Nord nach Süd durch die Staaten North Dakota, South Dakota, Nebraska, Iowa, Kansas, Oklahoma, Arkansas und Louisiana sicher und zuverlässig ans Ziel in die texanische Metropole Houston. Ohne zu eiern, ohne zu scheppern, ohne zu wackeln. Längst sind die großen US-SUVs deutlich besser, als ihr Ruf aus den 80er- und 90er Jahren, der ihnen (leider) heute noch oft anhaftet.

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Auch abseits befestigter Wege kommt man mit dem Chevrolet Traverse gut voran.

In der Top-Ausstattungslinie LTZ ist der Traverse ein Technik-Tempel. Hätte ich nicht 4000 Kilometer in sieben Tagen abspulen müssen, hätte ich erst mal einen Tag lang nur mit den Interieur-Elementen gespielt. Allein das neue Info- und Entertainment-System "MyLink" hat Sucht-Potenzial: Schnelles, intuitiv bedienbares Navi mit 6,5-Zoll-Touchscreen, Internet, Wettervorhersage, Telefon-Hotline "OnStar", Satellitenradio, Sprachsteuerung, dazu ein Bose-Soundsystem mit DVD-Player und Videoscreen hinten im Dachhimmel. Für beste Temperatur-Verhältnisse im Auto (auch bei weit über 30 Grad Celsius Außentemperatur) sorgen eine Dreizonen-Klimaautomatik sowie beheiz- und belüftbare Sitze für Fahrer und Beifahrer. Die Sitze sind recht komfortabel und verursachen keinerlei Rückenschmerzen bei langen Strecken, der Seitenhalt hätte jedoch besser, die Polster für meinen Geschmack etwas härter sein können. Mag es der Ami sonst gern "big" – die seitlichen Ablagen in den Vordertüren sind eindeutig zu klein geraten. Das Manko macht das riesige Staufach oben zentral auf dem Armaturenbrett jedoch allemal wieder wett.

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Platz für acht Personen und 290 Pferde unter der Haube: Bei den Amis sind solche SUVs äußerst beliebt.

Der Traverse ist ein Highway-Gigant und wie für die USA gemacht. Riesig viel Platz (fast 3300 Liter Ladevolumen bei umgeklappten Sitzbänken) auf 5,17 Metern Länge und (endlich) ein Fahrwerk, das selbst riesige Schlaglöcher, von denen es im Hinterland der Great Plains unzählige gibt, sowie große Längs- und Querrillen anstandslos abfedert. Noch vor ein paar Jahren wurden man in einem großen US-SUV auf solch einem Belag ordentlich durchgeschüttelt. Was gar nicht geht, ist der Spritdurst des Traverse: Knapp zwölf Liter auf 100 Kilometer bei einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von 72 km/h auf Landstraßen-Niveau sind einfach zu viel. Da verbraucht ein Porsche Cayenne Turbo S weniger! In puncto Modernität ist bei dem wuchtigen Chevy-Sechszylinder – was den Verbrauch angeht – also noch viel Potenzial nach oben. Ein Offroader ist der Traverse trotz seines Allradantriebs nicht, will er aber auch nicht sein. Mit leichtem Gelände wie Feldwegen oder Sandstränden hat der Achtsitzer jedoch keinerlei Probleme. Die Sechsgang-Automatik arbeitet anstands- und ruckellos, das V6-Aggregat agiert sehr leise und faucht nur beim Kavaliersstart giftig drauf los.

Technische Daten Chevrolet Traverse 3.6 LTZ 3.6 V6 • 292 PS • Allradantrieb • Sechsgang-Automatik • 11,8 Liter/100km (Verbrauch laut Bordcomputer) • 270 Nm bei 3400 Umdrehungen •  3293 Liter maximales Ladevolumen • LBH 5,17/1,99/1,79 Meter • umgerechnet 35.380 Euro (Preis des getesteten Modells)/umgerechnet 23.600 Euro für die Basisversion.

Roadtrip mit dem Chevrolet Traverse

Chevrolet Traverse Chevrolet Traverse Chevrolet Traverse
Boris Pieritz

Fazit

Natürlich hat der BMW X5 das bessere Fahrwerk. Und natürlich hat der Audi Q7 den vergleichbar sparsameren Motor. Auch die Sitze der deutschen Kontrahenten sind etwas bequemer, weil sie nicht so weich sind und den besseren Seitenhalt bieten. Aber ansonsten fährt der Chevrolet Traverse den beiden deutschen Schlachtrossen nicht sonderlich weit hinterher. Er ist nur halb so teuer, die anderen beiden sind aber nicht doppelt so gut. Daher mein Tipp: Wer schlau ist und nicht extrem viel Wert auf Image und Prestige legt: importieren!

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