Citroën C4/Renault Mégane/VW Golf: Vergleich
— 16.11.2010Neuer Angriff auf den Golf
Charme ist nicht alles. Das wissen längst auch die Franzosen. Mehr und mehr sprechen ihre Autos die Sprache des rechtsrheinischen Nachbarn – so wie der neue Citroën C4 oder der Renault Mégane. Droht dem VW Golf nun Gefahr?
Überblick: Alle News und Tests zum Citroën C4
Im C4 merkt man sofort: Seine Entwickler hatten den Golf im Visier. Was die Oberflächen angeht, hieß der Lehrmeister VW. Softer Kunststoff, feines Finish: Chapeau, Citroën, das kann sich sehen lassen! Und anfassen erst recht. Hartes Plastik stand bei den Innenarchitekten auf dem Index, Laisser-faire ließen die Qualitätswächter nicht durchgehen. Ganz schön kurz ist er geworden, der Abstand zum Golf. Schade, dass die Sitze im C4 nicht so bequem sind, wie sie aussehen. Ihre weichen Wangen täuschen Halt nur vor. Rutscht der Körper seitwärts, knautscht der Schaumstoff sich zusammen wie überreifer Camembert. Ganz anders die Fauteuils von Renault. Die im Testwagen montierten Sportschalen kosten zwar extra, weil sie zum 1490 Euro teuren GT-Line-Paket gehören. Doch die Investition lohnt sich: Wirksam, aber ohne einzuengen, nehmen die Mégane-Sessel Pilot und Sozius in die Zange. Das kann nicht mal der deutsche Musterschüler besser.
Überblick: Alle News und Tests zum Renault Mégane
In Sachen Funktionalität wehrt der Golf den Angriff der Franzosen allerdings erfolgreich ab. Rätselfreie Bedienung bleibt seine Domäne, auch wenn viele das Cockpit zum Gähnen finden. Die Gallier haben mehr Flair zu bieten. Im Renault nervt allerdings die fummelige Navi-Bedienung mit einem zwischen den Sitzen versteckten Dreh-drück-Modul. Auch der für einen Citroën verblüffend verständliche C4 muss sich ein paar Schwächen ankreiden lassen – das seitlich am Sitzrahmen versteckte Rändelrad für den Kissenwärmer zum Beispiel oder das überladene Multifunktionslenkrad. Technologisch kocht der frische Franzose auch nur mit Wasser, selbst wenn sich seine Schöpfer in der Werbung als kreative Vorreiter rühmen. Assistenzsysteme, die den toten Winkel zum Leben erwecken oder schläfrige Piloten vor unfreiwilligem Verlassen der Fahrspur warnen, bleiben der Topversion "Exclusive" vorbehalten. Im Citroën fehlen Innovationen wie ein sparsamer, hubraumreduzierter Turbomotor, den VW und Renault in der beliebten 120-PS-Klasse zu bieten haben, oder ein Fahrwerk mit verstellbaren Dämpfern, wie es im Golf für 955 Euro Zuzahlung erhältlich ist.Mangels Turbo-Rückenwinds hechelt der C4 den beiden fühl- und messbar hinterher. Besonders bei Zwischenspurts in den großen Gängen fehlt seinem kernig brummenden Vierzylinder der Mumm. Immerhin verbrauchte er auf unserer Test runde am wenigsten. Mit 6,8 Litern unterbot der Citroën sogar den eigens zum Sparen um 200 Kubik kleineren VW-Benziner. "Turbo läuft, Turbo säuft", heißt die Devise beim Mégane, der wie der C4 auf Benzindirekteinspritzung verzichtet. Sein 130-PS-Motor zischt zwar am flottesten ab, lässt sich die Fahrleistungen mit 7,8 Liter Verbrauch aber am teuersten vergüten. Auch das unbarmherzig harte Fahrwerk wirft den Renault zurück. Da seine Lenkung mit ihrem künstlichen Playstation-Charakter nur wenig Lust aufs Kurvenkratzen weckt, fragt man sich immer wieder, was die im GT-Line-Paket enthaltene Knochenrüttler-Abstimmung eigentlich soll. Dass der Komfort mit zunehmender Beladung besser wird, ist allenfalls ein schwacher Trost.
Überblick: Alle News und Tests zum VW Golf
C4 und Golf bleiben die bessere Wahl. Beim Citroën verpuffen Fahrbahnschäden in den langen Federwegen. Der Golf ist straffer abgestimmt, bügelt die Straße aber dank der im Testwagen verbauten variablen Dämpfer (Aufpreis) sensibel glatt. Außerdem fällt hier die beste Geräuschdämmung auf. Der leise TSI-Motor lässt das Rauschen der Räder zwar stärker hervortreten als die akustisch präsenteren Motoren der Konkurrenz. Dennoch verhält sich der VW auf Kopfsteinpflaster im Vergleich zum Citroën wie eine stille Klosterkirche zu einer dröhnenden Pariser Markthalle. Auch fahrdynamisch kommt der C4 gegen den Golf nicht an, zu stark taucht er in schnellen Wechselkurven in die Federn ein, zu entkoppelt und gefühllos wirkt die leichtgängige Lenkung bei zackigen Manövern. Die kaum vorhandenen Rückstellkräfte führen zudem bei höherem Tempo zu einem kritischen Aufschaukeln der Karosserie, das selbst die ESP-Eingriffe nicht wirksam unterbinden können, und sorgen für nervösen Geradeauslauf. Immerhin verzögert der Franzose exzellent. Bei einer Vollbremsung aus 100 km/h steht er sogar minimal früher als der üppiger bereifte Deutsche.Beim Bezahlen dann das alte Lied: Der VW ist wieder am teuersten, dafür als Gebrauchter wertstabiler als die Mitbewerber. Kühle Rechner kommen nicht am Citroën vorbei. Mag sein Deutsch noch nicht akzentfrei sein: Charme ist nicht das einzige Argument für den Franzosen – er wird hier Preis-Leistungs-Sieger.
| Fahrzeugdaten | Citroën | Renault | VW |
|---|---|---|---|
| Motor | Vierzylinder, vorn quer | Vierzylinder, Turbo, vorn quer | Vierzylinder, Turbo, vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
| Nockenwellenantrieb | Kette | Zahnriemen | Kette |
| Hubraum | 1598 cm³ | 1397 cm³ | 1390 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 88 (120)/6000 | 96 (130)/5500 | 90 (122)/5000 |
| Nm bei 1/min | 160/4250 | 190/2250 | 200/1500 |
| Vmax | 193 km/h | 200 km/h | 200 km/h |
| Getriebe | Fünfgang manuell | Sechsgang manuell | Sechsgang manuell |
| Antrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 205/55 R 16 V | 205/50 R 17 V | 225/45 R 17 W |
| Radgröße | 6,5 x 16" | 7 x 17" | 7 x 17" |
| Abgas CO2 | 143 g/km | 153 g/km | 144 g/km |
| Verbrauch* | 8,8/4,7/6,2 l | 8,5/5,3/6,5 l | 8,2/5,1/6,2 l |
| Tankinhalt | 60 l/Super | 60 l/Super | 55 l/Super |
| Vorbeifahrgeräusch | 74 dB (A) | 71 dB (A) | 72 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. | 1550/640 kg | 1300/645 kg | 1300/640 kg |
| Kofferraum | 408–1183 l | 405–1162 l | 350–1305 l |
| Preis (wird bewertet) | 19.200 Euro | 21.840 Euro** | 24.115 Euro*** |
| *innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km; ** inklusive GT-Line-Paket für 1490 Euro; *** inklusive 4 Türen (975 Euro), DCC-Fahrwerk (955 Euro) und 17-Zoll-Bereifung (935 Euro) | |||
| Meswerte | Citroën | Renault | VW |
|---|---|---|---|
| Beschleunigung | |||
| 0–50 km/h | 3,2 s | 3,1 s | 3,4 s |
| 0–100 km/h | 10,6 s | 9,7 s | 9,6 s |
| 0–130 km/h | 18,2 s | 16,2 s | 16,5 s |
| Elastizität | |||
| 60–100 km/h | 10,2 s (4. Gang) | 7,5 s (4. Gang) | 8,8 s (4. Gang) |
| 80–120 km/h | 15,5 s (5. Gang) | 13,5 s (6. Gang) | 16,4 s (6. Gang) |
| Leergewicht/Zuladung | 1272/493 kg | 1314/430 kg | 1342/478 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 62/38 % | 62/38 % | 62/38 % |
| Wendekreis links/rechts | 11,1/11,1 m | 11,2/11,1 m | 10,8/10,8 m |
| Bremsweg | |||
| aus 100 km/h kalt | 37,8 m | 37,9 m | 37,9 m |
| aus 100 km/h warm | 37,0 m | 37,1 m | 37,1 m |
| Innengeräusch | |||
| bei 50 km/h | 60 dB (A) | 59 dB (A) | 59 dB (A) |
| bei 100 km/h | 66 dB (A) | 65 dB (A) | 67 dB (A) |
| bei 130 km/h | 71 dB (A) | 71 dB (A) | 71 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 6,8 l S – 162 g/km | 7,8 l S –185 g/km | 7,0 l S – 167 g/km |
| Reichweite | 870 km | 760 km | 780 km |
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Kommentare zum Artikel (157)
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Part two
Renault z.B. hat es gewagt ein "un-"konservatives Design zu schaffen (z.B Megane II ((Vorgänger vom getesteten Megane)) und Vel Satis - alle beide mit Bürzel-Heck, die einen finden es gut die anderen nicht), zwar blieb der erfolg verwehrt insbesondere beim Renault Vel Satis, aber sie haben es versucht.
Bei VW ist es halt so bloß keine Veränderungen es könnte ja irgenjemanden abschrecken/ stören, aber mit einem Auto alle glücklich machen wir in der heutigen Zeit niemandem gelingen !
Part one
Generell ist VW (insbesondere der Golf) sehr bieder, evtl. ausgenommen die Modelle der Oberklasse.
Das kommt daher:
- keine Design-Experimente (das könnte ja die (höchst) konservative Kundschaft abschrecken, umgekehrt kommt der Rest nicht.)
- bei den Oberklassefahrzeugen kann man die schon tun, weil die meisten die das Geld haben sich eh´nen AUDI, nen MERCEDES oder nen BMW kaufen.
2. ( waren zu viele zeichen)
Eigentlich müssten in solchen Test alle Wagen dieselbe Zusatzausstattung haben, also alle z.B. nur Navi, Xenon und das in einer ungefähr gleichwertigen Ausstattungsvariante z.B. der höchsten Highline (Golf) Exclusive (C4) und Initiale/Luxe (Megane) und wenn es bei einem der Wagen dann keine adaptiven Dämpfer gibt, werden diese bei den anderen auch nicht geordert/ getestet.
1.
Vielleicht sollte man die Tests mal etwas gerechter gestalten (!), denn der VW Golf ist mit adaptiven Dämpfern ausgestattet die anderen Testwagen nicht. Wenn diese mit solchen ausgestattet wären würden sie vllt. auch viel besser Dämpfen und wenn der Golf mit Standartfahrwerk ausgestattet wäre würde vielleicht der Citroen besser Federn.
Am günstigten kommt ihr mit nem gebrauchten Chrysler oder Dodge weg.
Die sind spottbillig weil alle deutschen nur vermeindlich tolle VW haben wollen.
Glaubt mir ich spreche aus Erfahrung.
(Hab meinen dodge avenger neu für 19.000€ bekommen für nen kleineren gleich ausgestatteten passat hätte ich 28.000€ blechen müssen)