Civic Type R/308 GTi/Leon Cupra/Golf GTI Clubsport: Test
Golf-Schläger

Als Clubsport wagt der Golf GTI einen neuen Angriff auf die Frontantriebs-Elite. Die Gegner heißen Leon Cupra, Civic Type R und 308 GTi.
- Manuel Iglisch
Man kann vom Golf GTI halten, was man will. Nur eines sollte man ihm nun wirklich nicht in Abrede stellen. Das Sinnbild der Kompaktdynamik hat sich in den letzten Jahren ganz schön gerappelt! Mitte der Neunziger noch im Schlick der Ausstattungsvarianten versumpft, fährt er seit der fünften Generation wieder obenauf – und seit 2013 nun auch oben mit. Zumindest in der zweiten Liga des Volkssports. Im Clinch mit Focus ST und Co., die ihn längst nicht mehr so durchwatschen, wie manch einer das vielleicht noch gerne hätte. Aktive Sperre, 230-PS-Dauerhoch-Turbo, standfeste Bremsen, sportlicher Radsatz und ordentlich Schmackes im Fahrwerk. Oder anders gesagt: Gar nicht so schlecht für seine 40 Lenze!
Mit der Clubsport-Version will der Golf GTI ganz nach vorne

Rank, schlank, durchtrainiert: Als Clubsport wird aus dem Golf GTI ein ernst zu nehmender Sportler.
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Golf-Gegner im eigenen Hause: Der Seat Leon Cupra nutzt die GTI-Technik aus dem Volkswagen-Regal.
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Auf der einen Seite der VW, der sich mit seiner kesseren Lenkung, der krosseren Schaltung und der etwas offensiveren Sperre einen Hauch mitreißender fährt. Auf der anderen Seite der Seat, der verbindlicher, definierter und in sich gefestigter wirkt. Ansonsten fühlt man den Baukasten allerdings schon heraus. Vor allem bei den Eigenheiten, die Leon wie Golf gleichermaßen plagen. Der synthetische Schleier auf der Gasannahme etwa, oder die knurrige Innenraum-Akustik, die auf Dauer ein wenig aufgesetzt rüberkommt
Bei der Motorleistung hat der Nippon-Renner die Nase vorn

Fahrmaschine aus Fernost: Honda schickt den Civic Type R mit 310 PS und 400 Nm ins Rennen.
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Peugeot hat den 308 GTi endlich wieder scharf gemacht

Gut geraten: Der Peugeot 308 GTi darf sich technisch beim RCZ-R bedienen – und das spürt man deutlich.
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Weitere Details zum Vergleich der vier schnellen Kompakten finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Online-Heftarchiv.
Fazit
Eines vorweg: Der Titel zu diesem Test stand bereits fest, bevor überhaupt eine Zeile getippt war! Also bitte nicht glauben, wir hätten den Golf von vorneherein mit Häme bedacht. Ganz im Gegenteil: Wir ziehen hiermit sogar offiziell unseren Hut vor ihm! Dafür, dass er seiner Basis vier Sekunden abknöpft, dass er sogar einen Golf R stehen lässt; und dafür, dass er sich trotz gleicher Technik anders fährt als der Seat. Der wiederum ist diesmal jedoch einfach zu stark, um sich den Erfolg von irgendjemandem gefährden zu lassen. Fabelzeit, top Bremswege und Turbodruck bis ganz nach oben. Das kann weder der noch punchigere und höchst emotional gestrickte Honda, noch der grandios motorisierte und quietschfidel kurvende Peugeot kontern – auch wenn der Franzose wieder ein echter Geheimtipp in dieser Klasse ist!
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