Wer hoch zu SUV reitet, der ist in der Regel bei Unfällen gut bis sehr gut geschützt – solange er in der vorderen Reihe sitzt. Das ist das Ergebnis des November-Crashtests 2016 von Euro NCAP. Vier der sechs Kandidaten – Audi Q2, Hyundai Ioniq, Suzuki Ignis (mit Sicherheitspaket) sowie Ford Edge – schafften mit fünf Sternen die Bestnote. Mit nur vier Sternen müssen sich die beiden SsangYong Tivoli und XLV begnügen. Und auch das gelang nur mit dem optionalen Sicherheitspaket – ohne gab es von den Crash-Experten nur drei Sterne. Gleiches gilt für den Suzuki ohne die gegen Aufpreis erhältlichen Assistenzsysteme. Auffallend ist, dass Rückbänklern (Kindern wie Erwachsenen) in allen getesteten Fahrzeugen außer dem Q2 zum Teil schwere Verletzungen an Oberkörper, Nacken oder Kopf drohen.

Audi Q2 souverän in allen Übungen

Euro NCAP Crashtest Audi Q2
Null Probleme: Der Audi Q2 schneidet in allen Testdisziplinen sehr gut ab.
Bild: Werk
Hip soll er sein, der Audi Q2. Aber ist das Kompakt-SUV auf Basis des A3 auch sicher? Ja, sagen die Crash-Experten von Euro NCAP. Sie haben den Ingolstädter gegen die Wand und den Pfahl gefahren und stellten in keiner Disziplin gravierende Sicherheitsmängel fest. Im Gegenteil: In allen Tests schaffte der Q2 die notwendige Punktzahl für die Bestnote. Das betrifft auch den Q2 in der Standardausführung, zu der serienmäßig Gurtwarner, ein automatisches Notbremssystem und ein Spurhalteassistent gehören.
Beim Erwachsenen-Insassenschutz schaffte der Audi Q2 sehr gute 93 Prozent – sowohl beim Frontalcrash als auch beim Seitenaufprall sind die Passagiere auf allen Plätzen gut geschützt. Gleiches gilt für die Kindersicherheit, der Q2 schaffte in dieser Disziplin 86 Prozentpunkte erreichte. Besser war im aktuellen Jahr 2016 nur die Mercedes E-Klasse. Auch der Fußgängerschutz ist gut, schwere Verletzungen drohen einem Fußgänger allerdings im Beckenbereich.

Ford Edge: Lieber in der ersten Reihe

Euro NCAP Crashtest Ford Edge
Vorne gut, hinten weniger: Im Ford Edge drohen Rückbänklern Verletzungen.
Bild: Werk
Unterm Strich überzeugte der Ford Edge die Experten, er erreichte in allen Testkapiteln fünf Sterne. Allerdings gibt es Einschränkungen: Rückbänklern drohen unter Umständen schwere Verletzungen. So beurteilte Euro NCAP den Schutz von Oberkörper und Kopf eines Erwachsenen im Fond beim Frontalaufprall als "schlecht". Kinder sitzen sicherer, doch hier zeigten sich an den Dummys Spuren, die auf "schlechten" Schutz im Nackenbereich hindeuten. Der Fußgängerschutz ist in Ordnung, lediglich beim mittigen Aufprall an der Motorhaubenkante befürchten die Experten schwere Becken-Verletzungen. Lobend erwähnen sie die Sicherheitsassistenzsysteme: Notbrems- und Spurhalteassistent arbeiteten genau wie der intelligente Tempobegrenzer sehr gut.

Bestnoten auch für den Hyundai Ioniq

Euro NCAP Crashtest Hyundai Ioniq
Schon in der Standardvariante sichert sich der Hyundai Ioniq die Bestnote.

Bild: Werk
Überzeugend ist das Crashtest-Ergebnis auch beim Hyundai Ioniq. Der Koreaner mit Hybridantrieb erreichte in allen Tests die nötige Punktzahl für die Bestnote. Kaum etwas zu meckern gibt es beim Insassenschutz Erwachsene. Ausnahme: Beim Frontalcrash rutschte der Dummy auf der Rückbank mit dem Becken unter dem Gurt durch, weshalb es für diese Körperregion die Note "schlechter Schutz" gab. Ähnlich wie beim Ford Edge drohen Kindern auch im Fond des Ioniq Verletzungen im Nackenbereich, bei Sechsjährigen ist zudem die Brust "schwach" geschützt. Die Ausstattung mit Assistenzsystemen ist ab Werk sehr gut, besonders beeindruckt zeigten sich die Tester von der guten Performance des automatischen Notbremsassistenten.
Alle News und Tests zum Hyundai Ioniq

Fünf Sterne nur mit Sicherheitspaket: Suzuki Ignis

Euro NCAP Crashtest Suzuki Ignis
Die Bestnote schafft der Suzuki Ignis nur mit dem optionalen Sicherheitspaket.
Bild: Werk
Die gute Nachricht: Mit dem optionalen Sicherheitspaket schafft der Ignis die Bestnote. Die schlechte: Ohne nicht, hier kommt er gerade so auf drei Sterne. Auch beim Insassenschutz wirkt sich das Fehlen des Notbremsassistenten negativ aus, für die erreichte Punktzahl (79 Prozent) gibt es nur vier Sterne, die angesichts des Crash-Ergebnisses fast schon großzügig erscheinen: Beim Frontalaufprall sind die Oberkörper von Fahrer und Rückbänkler nur "gering" geschützt, beim seitlich versetzten Frontalcrash der des Fahrers gar nur "schwach". Mit optionalem Notbremssystem gibt's für dieses Ergebnis dennoch fünf Sterne.
Überraschend erscheinen auch die fünf Sterne (mit und ohne Paket) im Kapitel Kindersicherheit: Beim Frontalaufprall ist der Schutz des Oberkörpers des sechsjährigen Dummys "schlecht". Da es sonst aber keinerlei Schwachstellen gibt, reicht es unterm Strich noch für die Bestnote. Für Fußgänger sind vor allem die Frontscheinwerfer und die A-Säulen gefährlich.

SsangYong Tivoli/XLV: Durchwachsenes Ergebnis

Euro NCAP Crashtest SsangYong Tivoli
SsangYong Tivoli und XLV zeigte beim Test einige Sicherheitsmängel.
Bild: Werk
Ob mit oder ohne Sicherheitspaket: Der SsangYong Tivoli und der auf ihm basierende XLV zeigten beim Crashtest einige Schwächen. Zum Beispiel beim Frontalcrash, wo der Gurt den Rückbänkler nicht halten konnte und die Tester schwere Kopfverletzungen beim Dummy attestierten ("schlechter" Schutz). Auch für Kinder im Fond könnte ein Frontalaufprall schlimme Folgen haben: Der Nackenbereich des zehnjährigen Dummys und der Oberkörper des Sechsjährigen sind ebenfalls "schlecht" geschützt. Punktabzüge gab es auch für den abschaltbaren Airbag: Für den Fahrer sei nicht ausreichend klar ersichtlich, ob das Luftkissen tatsächlich abgeschaltet sei, wenn ein Kindersitz auf dem Beifahrersitz montiert wird. Das Ergebnis beim Fußgänger-Aufprall ist ebenfalls gemischt, reicht von "gut" bis "schwach". Das optionale Notbremssystem funktioniert laut Euro NCAP gut. Insgesamt reichte es für vier Sterne mit Sicherheitspaket und drei ohne. Die Ergebnisse des XLV sind identisch mit denen des Tivoli.

Niro, Hilux, Scénic und Levorg: Besser mit Sicherheitspaket

Wer einen Kia Niro kauft, sollte sich auch das Sicherheitspaket gönnen. Das ist das Ergebnis des Euro-NCAP-Crashtests im August 2016. Mit den Assistenten an Bord schaffte das hybride Korea-SUV die Bestnote – ohne Paket waren es nur vier Sterne. Beim Pick-up Toyota Hilux ist der Unterschied noch größer, er schaffte ohne die Assistenten nur drei, mit ihnen fünf. Sehr erfreulich: Renault Scénic und Subaru Levorg sind schon in der Standardvariante Spitze und wurden von den Experten mit jeweils fünf Sternen ausgezeichnet. Alle Testergebnisse gibt's in der Bildergalerie!
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