Sergio Marchionne in Detroit

Fiat spekuliert über Fusion

— 10.01.2012

"Zweites Volkswagen schaffen"

Europa braucht einen weiteren starken Autokonzern neben VW, findet Fiat-Chef Sergio Marchionne. Und er hat auch schon eine Idee, mit wem Fiat fusionieren könnte.

(dpa) Fiat-Chef Sergio Marchionne lässt Europas Autoindustrie aufhorchen: Mit Äußerungen, es bedürfe eines neu formierten Gegengewichts zu VW, hat er Fusionsspekulationen ausgelöst. Nach einem Zeitungsbericht will Marchionne mit dem französischen Rivalen PSA Peugeot-Citroën über eine Allianz reden. Die Franzosen seien zu Verhandlungen bereit, berichtete die Mailänder Zeitung "Corriere della Sera" am Dienstag unter Berufung auf informierte Kreise. Marchionne hatte am Vortag auf der Automesse in Detroit gesagt: "Es braucht eine weitere Runde der Konsolidierung." Dabei nahm er Bezug auf die Machtstellung von VW in Europa. "Ich denke, man muss ein zweites Volkswagen schaffen in puncto Größe." Marchionne deutete an, dass er selbst Interesse an einem Zusammenschluss habe: "Grundsätzlich ja. Ganz grundsätzlich."

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Sergio Marchionne hat gut Lachen: Chrysler hatte mit der Hilfe von Fiat die Insolvenz des Jahres 2009 hinter sich gelassen und schrieb zuletzt wieder schwarze Zahlen.

Der Fiat-Chef hatte bereits versucht, während der Wirtschaftskrise Opel zu schlucken, war aber gescheitert. Stattdessen stieg Fiat beim US-Hersteller Chrysler ein und hält nun 58,5 Prozent. Marchionne führt beide Unternehmen in Personalunion. Während der US-Markt aber brummt, zeigte sich der Manager für den von Schuldenkrise und Rezessionsängsten geplagten europäischen Markt wenig zuversichtlich. 2012 werde keinesfalls besser als 2011, sagte er. Es komme bereits zu Preiskämpfen. Fiat hat wie Peugeot-Citroën das Problem, stark von Europa abhängig zu sein. Ein Zusammenschluss der beiden brächte allerdings BMW in die Bredouille, die vor allem beim Mini mit den Franzosen kooperieren.

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Am Dienstag hielt sich Marchionne in Detroit zunächst mit weiteren Äußerungen zu einer möglichen Fusion zurück. Dort tritt er vor allem als Chrysler-Chef auf. Eine komplette Verschmelzung mit Fiat sieht Marchionne allerdings erst nach 2015. Ob und wie ein dritter Partner in die Runde passen würde, ist unklar. Der drittgrößte US-Autobauer hatte mit Hilfe der Italiener die Insolvenz des Jahres 2009 hinter sich gelassen und schrieb zuletzt wieder schwarze Zahlen. Die Chrysler-Verkäufe sind im vergangenen Jahr im wichtigen Heimatmarkt um 26 Prozent auf 1,4 Millionen hochgesprungen – damit wuchs Chrysler deutlich schneller als die größeren Rivalen GM und Ford.

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