Honda Civic und Civic Tourer: Kaufberatung
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Mit dem neuen Civic will Honda sein Image wieder in Richtung Sportlichkeit aufpolieren. Deshalb sind die Japaner 2013 in die Tourenwagen-WM eingestiegen, und auch der neue Kombi ist optisch betont dynamisch geraten.
Honda hatte in den letzten Jahren ein gewaltiges Problem: das liebe Image. In den späten 80ern und frühen 90ern waren die Japaner unter den Großserienherstellern die sportliche Marke schlechthin: In der Formel 1 fuhr Ayrton Senna im McLaren Honda zu drei Weltmeistertiteln, und auf der Straße faszinierten CRX, Prelude und NSX die Massen. Davon profitierte seinerzeit auch der Civic, denn ab 1987 lehnte er sich designtechnisch an den CRX an. Heute hat Honda den Großteil seines Flairs eingebüßt. Während die Civic der 80er noch als Chefdynamiker unter den Japanern galten, war die siebte Auflage Anfang des neuen Jahrtausends an Beliebigkeit kaum zu übertreffen. Konservativ gestaltet und hoch aufbauend – so war man das vom Civic nicht gewohnt. Nachdem die nächste Generation schnell den Ruf eines Raumschiffs weghatte, möchte man bei Honda mit dem neuen Modell alte Werte neu beleben. Und auf diesem Weg sind WTCC-Engagement und Formel 1-Comeback nur einzelne Etappen.
Mit dem Tourer-Design beweisen die Japaner Mut
Video: Honda Civic Tourer
Das kann der neue Civic-Kombi
Gepäckabteil mit Liebe zum Detail

Geheimfach: In einem separaten Staufach unter dem Ladeboden kommen zwei Kabinentrolleys unter.
Bild: Ronald Sassen
Neu: Adaptives Dämpfersystem für die Hinterachse

Die schwarze Blende unter dem Zusatzfenster kennzeichnet den aufgefrischten Fünftürer.
Bild: Ronald Sassen
Mehr zum Thema: Fahrbericht Honda Civic Tourer
Warten auf den neuen Type R
Honda-Fans warten dagegen fieberhaft auf den nächsten Type R, der auf dem Pariser Salon das Licht der Weltöffentlichkeit erblicken wird. Unser AUTO BILD-Kollege Robin Hornig hatte bereits Gelegenheit, in Tokio einen seriennahen Prototyp zu fahren. Sein Fazit: Der mattschwarze Renner hält sich weder optisch noch akustisch zurück. Weit ausgestellte Radhäuser, rote Brembo-Sättel, ausladender Heckspoiler – so macht man Freunde kompakter Granaten glücklich. Auch die rotzige Soundkulisse ist kein leeres Versprechen. Offizielle Leistungsangaben nennt Honda noch nicht, dafür aber das erklärte Ziel: die Nürburgring-Nordschleife. Hier soll der Type R dem Mégane RS seinen Fronttriebler-Rekord abluchsen. Dazu müsste Honda aktuell 8:07,97 Minuten unterbieten.
Wenig Auswahl im Motoren-Programm
Wer in der Motorenfrage die übermäßige Auswahl deutscher Marken mit teils über zehn Triebwerksvarianten gewohnt ist, wird beim Civic enttäuscht sein. Es gibt genau drei Motoren – für den Tourer gar nur deren zwei. Doch nüchtern betrachtet braucht es auch nicht wirklich mehr: Ein drehfreudiger Benziner, ein kräftiger und dabei sparsamer Diesel – Herz, was willst du mehr? Na gut, vielleicht einen Turbo auf Benzinerseite, doch den legt Honda Anfang 2015 ja mit dem brandneuen Type R nach.
1.4 i-VTEC: Weiterhin im Angebot – allerdings nur für den Fünftürer – bleibt der 1,4-Liter-Sauger mit glatten 100 PS. Dass dieser weder Ampelduelle gegen getunte 3er gewinnt, noch in größerem Maße Gänsehaut verursacht, dürfte niemanden überraschen. Bei 4800 Umdrehungen liegen gerade mal 127 Newtonmeter Drehmoment an. Das bedeutet: Um den Basis-Civic nachdrücklich in Schwung zu bringen, will der Schaltknüppel in hoher Frequenz durch die Gassen getaktet werden. Im Stadtverkehr – wohl das bevorzugte Einsatzgebiet des Basis-Civic – macht sich das verhaltene Temperament kaum bemerkbar, denn der kleinvolumige Sauger zeigt sich hier von seiner unaufgeregten Seite. Ganz anderes Benehmen offenbart der 1400er dagegen, sobald man ihm eine ausgedehnte Überlandpartie verordnet oder ihn sogar auf die Autobahn führt: Ist man erst mal auf Tempo, gibt er sich zwar akustisch unauffällig, dafür hebt der kleine Vierzylinder um so heftiger die Stimme, sobald man ihm die Sporen gibt. Wer auf einen Benziner setzen will und vermehrt über Land unterwegs ist, sollte also die auf den ersten Blick heftig erscheinenden 2000 Euro Mehrpreis für den 1.8 i-VTEC nicht scheuen.
1.4 i-VTEC: Weiterhin im Angebot – allerdings nur für den Fünftürer – bleibt der 1,4-Liter-Sauger mit glatten 100 PS. Dass dieser weder Ampelduelle gegen getunte 3er gewinnt, noch in größerem Maße Gänsehaut verursacht, dürfte niemanden überraschen. Bei 4800 Umdrehungen liegen gerade mal 127 Newtonmeter Drehmoment an. Das bedeutet: Um den Basis-Civic nachdrücklich in Schwung zu bringen, will der Schaltknüppel in hoher Frequenz durch die Gassen getaktet werden. Im Stadtverkehr – wohl das bevorzugte Einsatzgebiet des Basis-Civic – macht sich das verhaltene Temperament kaum bemerkbar, denn der kleinvolumige Sauger zeigt sich hier von seiner unaufgeregten Seite. Ganz anderes Benehmen offenbart der 1400er dagegen, sobald man ihm eine ausgedehnte Überlandpartie verordnet oder ihn sogar auf die Autobahn führt: Ist man erst mal auf Tempo, gibt er sich zwar akustisch unauffällig, dafür hebt der kleine Vierzylinder um so heftiger die Stimme, sobald man ihm die Sporen gibt. Wer auf einen Benziner setzen will und vermehrt über Land unterwegs ist, sollte also die auf den ersten Blick heftig erscheinenden 2000 Euro Mehrpreis für den 1.8 i-VTEC nicht scheuen.
Reichlich Drehfreude beim 1.8er

Die günstigste Motorisierung für den Tourer ist der 1.6 i-DTEC ab 21.550 Euro.
Bild: Ronald Sassen
1.6 i-DTEC: Geht es nach Honda, wird der neue 1.6er-Diesel der unangefochtene Topseller. Rund 65 Prozent aller Civic sollen künftig mit diesem Motor ausgestattet sein – ein ambitioniertes Ziel. Dennoch nicht unrealistisch, denn im Vergleich zum alten 2,2-Liter mit 150 PS spürt man kaum Nachteile. Der bot zwar 30 PS und 50 Nm mehr, war aber deutlich wuchtiger und lastete dem Civic schwerer auf der Vorderachse. Davon ist nun kaum noch etwas zu spüren. Die 300 verbliebenen Newtonmeter ziehen vehement voran, Zwischenspurts sind eine Freude, und bis Tempo 160 gibt sich der 1.6er auch auf der Autobahn keine Blöße. Zudem zeigt er sich mit 3,8 Liter Normverbrauch sehr genügsam; bei normaler Fahrweise dürften allerdings um die fünf Liter realistisch sein.
Type R kommt als Zweiliter-Turbo

Der Heckflügel des Type R erinnert ein wenig an vergangene Fast-and-Furious-Zeiten.
Bild: Werk
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Ausstattung: Politik fürs Volk
Wie bereits im Karosseriekapitel angedeutet, hat Honda im Interieur nur behutsam Hand angelegt. Ein paar neue Zierrahmen, Klavierlackblenden und ein Kniepad, das war's. Dafür gestaltet sich die Aufpreispolitik traditionell sehr übersichtlich. Ausstattungsseitig haben die Japaner seit unserer letzten Kaufberatung auf fünf Linien aufgestockt. Die Basis bildet nach wie vor S, bei der auch Leichtmetallräder schon zum Standard gehören. Einen Civic auf Stahlrädern? Viel Spaß bei der Suche. Dazu kommen LED-Tagfahrlicht, eine Berganfahrhilfe, E-Fensterheber, ein höheneinstellbarer Fahrersitz sowie Funk-Zentralverriegelung. Da haben wir schon schlechter bestückte Einstiegsversionen gesehen. Woran es hapert, ist vielmehr die Erweiterbarkeit, denn außer Metalliclack für sehr vertretbare 480 Euro finden Extras wie Einparkhilfe oder Nebelscheinwerfer nur über die Importeursnachrüstung ins Auto. Mit 2550 Euro Aufschlag beim Fünftürer und deren 2350 beim Tourer auf den ersten Blick zwar richtig teuer, wird die zweite Linie namens Comfort ihrem Namen absolut gerecht: Ein MP3-fähiges Radio sowie eine Klimaautomatik gehören zum Standard, und auch Tempomat, elektrische Außenspiegel und das Multifunktionslenkrad gibt es dazu. Das alles rechtfertigt zwar nur bedingt den hohen Aufschlag, doch hat man eine echte Wahl? Eben. Dafür lässt sich der Civic nun schon etwas freier aufrüsten. Parkpiepser vorn und hinten gibt es für 790 Euro, das Winterpaket mit Sitzheizung und Scheinwerferreinigungsanlage für 350 Euro. Dazu kommt für den Tourer das praktische Cargopaket mit Trenn- und Haltenetz, Kofferraumwanne sowie Ladekantenschutz für faire 490 Euro.Weitere 1650 Euro darüber trumpft Sport mit serienmäßigen Nebelscheinwerfern, Licht- und Regensensor, Zweizonen-Klima sowie 17-Zoll-Leichtmetallrädern auf. Die Upgrade-Optionen entsprechen denen von Comfort – mit zwei Ausnahmen: Für den Tourer ist für 850 Euro ein adaptives Dämpfersystem zu haben, mit dem sich die Hinterachse je nach Beladungszustand und Fahrsituation schluckfreudig oder knackig abstimmen lässt. Dazu kommt die erste Ausbaustufe der neuen Assistenzarmada: Für 950 Euro gönnt Honda dem Fahrer im Paket den Kreuzungsmonitor, mit dem beim Rückwärtsausparken der Querverkehr gecheckt wird, einen City-Notbremsassistenten mit Kollisionswarner, Spurhalte- und Totwinkelassistenten sowie eine Verkehrszeichenerkennung – zu diesem Preis ein echter Zugewinn. Neu hinzugekommen ist die Lifestyle-Linie, in der ADS, Cargopaket, Einparkhilfe und das Winterpaket bereits enthalten sind. Dazu gibt es abgedunkelte Fondscheiben und eine silberne Dachreling. Bislang war Letztere in Schwarz gehalten. Der Mehrpreis dafür: überraschend humane 1925 Euro. Allein die vier nun serienmäßigen Pakete bringen es auf 2480 Euro. Ein sattes Sparpotenzial also. Sofern man das komplette Quartett auf der Einkaufsliste hat, lohnt sich Lifestyle. Die Topausstattung heißt weiterhin Executive und lässt nun kaum noch Wünsche offen. Nochmals 2650 Euro teurer als Lifestyle, sind Xenonscheinwerfer, Fernlichtassistent, ein schlüsselloses Zugangssystem, Lederpolster sowie eine elektrisch einstellbare Lendenwirbelstütze mit von der Partie. Wer noch einen draufsetzen will, kann für 2200 Euro ein Festplatten-Navi mit Touch-Bedienung ordern. Sportfahrer könnte das Carbon-Design-Kit für 1090 Euro (ab Comfort) ansprechen.
Weitere Infos zum Honda Civic und Civic Tourer sowie unsere konkreten Kaufempfehlungen finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.
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