Mazda2 (2015): Fahrbericht

Mazda2 (2015): Fahrbericht Mazda2 (2015): Fahrbericht Mazda2 (2015): Fahrbericht

Mazda2 (2015): Fahrbericht

— 04.11.2014

Neuer Mazda2 streckt sich gewaltig

Im Februar 2015 kommt der neue Mazda2 nach Deutschland – mit scharfen Kanten, reduziertem Innenraum sowie kräftigen und sparsamen Motoren. Fahrbericht!

Wenn ein Underdog wie Mazda, der jahrelang gegen den Abstieg spielte, plötzlich Siege in Serie einfährt, attestiert man Trainer und Managern gemeinhin einen guten Job gemacht zu haben. Tatsächlich hatten die Japaner in den letzten zwei Jahren ein glückliches Händchen bei der Erneuerung ihrer Truppe. Ob CX-5, Sechser oder Mazda3 – alle Neuverpflichtungen schlugen ein. Mit einem Zulassungsplus von über 20 Prozent zählt der 1. FC Mazda in Deutschland zweifellos zu den Aufsteigern der Saison. Jetzt macht sich mit dem Mazda2 ein weiterer Hoffnungsträger warm, um ab dem 27. Februar 2015 auch die Großen unter den Kleinwagen zu ärgern.

Video: Mazda2 (2015)

Ein kleiner ganz groß

In seiner Heimat Japan bereits als Auto des Jahres 2014 ausgezeichnet, trägt er selbstbewusst das Trikot im Kodo-Design, mit dem seine Brüder schon in höheren Ligen erfolgreich unterwegs sind. Also, auffällig großer Grill, scharfe Kanten auf Fronthaube und Kotflügeln – und je nach Ausstattung mit den ersten Voll-LED-Scheinwerfern der Kleinwagenklasse. Wobei klein ein relativer Begriff ist. Um 14 Zentimeter – also fast eine Wagenklasse – streckt sich der Mazda2 nun auf knapp über vier Meter, legt beim Gewicht aber kaum zu. Bemerkenswert!

Mazda Hazumi (Mazda2): Sitzprobe in Genf

Mazda Hazumi (Mazda2): Sitzprobe auf dem Genfer Autosalon 2014 Mazda Hazumi (Mazda2): Sitzprobe auf dem Genfer Autosalon 2014 Mazda Hazumi (Mazda2): Sitzprobe auf dem Genfer Autosalon 2014
Wer dem Charakter des Nachwuchsspielers näher kommen will, muss sich mit seinen inneren Werte beschäftigen. Auch hier profitiert der 2er sichtbar von den Erfahrungen der größeren Brüder. Reduziert aufs Wesentliche gibt er sich rund ums Cockpit ausgesprochen aufgeräumt und mit moderner Spielanlage. Er schafft es dabei einen sicheren, eigenen Stil zu entwickeln, den wir nun wirklich nicht bei jedem Kleinwagen an der Ecke finden.

Moderne Gestaltung im Cockpit: reduzierte Instrumente und ein optionales Sieben-Zoll-Display.

Natürlich wurde der Youngster technisch bestens ausgebildet. Das Trainerteam in Hiroshima hat ihm Tricks beigebracht, mit denen man in dieser Klasse um den Titel spielen kann. Angefangen bei einer Ausparkhilfe über Spurhalte- und Spurwechselassistenten über einen Fernlichtassistenten, einem Citynotbremsassistenten bis hin zum ersten Head-up-Display der Klasse. Dazu das leicht bedienbare Infotainment-System MZD Connect mit Sieben-Zoll-Bildschirm und Multi Commander auf der Mittelkonsole, das technisch absolut auf der Höhe der Zeit ist. Eingebaut im Mazda3 ging es bei unserem letzten großen Connectivity-Vergleich als Sieger vom Feld.

Der 115-PS-Benziner hat Spaß an der Bewegung

In der Seitenansicht erinnert der neue Mazda2 an seine Vorgänger, wirkt aber deutlich dynamischer.

Doch die Wahrheit liegt ja bekanntlich auf dem Platz. Also schicken wir den neuen, ausschließlich als Fünftürer lieferbaren Mazda2 zum Probetraining. Zum Formcheck tritt er bei uns zunächst mit zwei Motoren an – insgesamt bietet Mazda vier Maschinen an, der Einstieg beginnt bei 75 PS für 12.790 Euro. Unsere erste Runde geht an das Topmodell mit 115- PS-Benziner (18.790 Euro), einem besonders hoch verdichteten 1,5-Liter-Vierzylinder, der als serienmäßige Spareinlage das bereits bekannte i-ELOOP-System zur Rückgewinnung von Bremsenergie dabei hat. Dass dieser Typ spurten kann, verwundert kaum. Die Agilität und Leichtigkeit mit der er das tut schon eher. Sagen wir es mal so: Man merkt, dass der 2er Spaß an der Bewegung hat. Direkte Lenkung, spontanes Einlenken und eine Schaltung, die fast so knackig und auf kurzen Wegen in die Gänge kommt wie beim Spaßroadster MX-5.

220 deftige Newtonmeter Drehmoment im Diesel

Noch besser gefällt allerdings der völlig neue, extrem niedrig verdichtete 1,5-Liter-Diesel (ab 17.290 Euro) in Runde zwei. Er liefert seine 105 PS, vor allem aber sein deftiges Drehmoment (220 Newtonmeter) ein stückweit unaufgeregter ab, kommt einem sogar leiser vor als der Benzindirekteinspritzer und soll laut Mazda im Mittel nur 3,4 Liter verbrauchen. Auch hat man das Gefühl, dass die Federung des Dieselmodells etwas verständnisvoller mit Platzfehlern umgeht.

Kleinwagen im Dauertest

VW Polo demontiert, Dauertest VW Polo Honda Jazz
Wo verdribbelt sich denn nun das junge Talent? Okay, die vorderen Sitze sind nichts für Brechertypen und stabile Abwehrrecken. Dafür sind sie zu klein und geben im oberen Lehnenbereich nur wenig Seitenführung. Auch das Platzangebot auf der Rückbank kommt eher filigranen Spielmachern entgegen und die hohe Ladekante eignet sich trefflich fürs Training der Rückenmuskulatur. Ansonsten steht einer erfolgreichen Karriere eigentlich wenig entgegen. Ob es bereits für die Champions-League reicht, werden die ersten Testspiele gegen die Konkurrenz zeigen. Aber eines steht heute schon fest: Unterschätzen wird den einstigen Underdog jetzt wahrscheinlich keiner mehr.

Autor: Tomas Hirschberger

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.