Mazda6: Sitzprobe

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Mazda6 (Paris 2012): Sitzprobe

— 28.08.2012

Neuer Mazda6 – wir saßen schon drin!

Wenige Tage vor der Weltpremiere in Moskau zieht Mazda erstmals das Tuch vom neuen Mazda6. Der durchgestylte Mittelklasse-Japaner macht eine gute Figur. AUTO BILD-Redakteur Tomas Hirschberger saß schon drin.

Wir Männer sind von Natur aus simple Wesen. Optische Reize werden direkt auf die Zunge gelegt. Bei spontanen Gefühlsmitteilungen wären Umwege übers Denkzentrum nur hinderlich. Also betrachten wir Mädels wie auch Autos vornehmlich aus vergleichsweise primitiver Perspektive. Gefällt mir, oder gefällt mir nicht. Dazwischen herrscht ein beängstigendes Vakuum. Gewöhnlich zügig aus der Hüfte schießend, sind Männer zu graduellen Schattierungen ihrer Meinung ad hoc selten fähig. So mag vielleicht auch mein Urteil zum neuen Mazda6 einen Tick zu schnell fallen, dafür aber um so bestimmter: Der Bursche ist klasse. Daumen hoch, mag ich.

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Bitte recht freundlich: Der Chromgrill verleiht dem Gesicht des Mazda6 ein "Dauergrinsen".

Beim ersten Treffen in einem Fotostudio in St. Petersburg, nur ein paar Tage vor der Weltpremiere auf der Moskau Motorshow 2012, lässt der Sechser erstmals alle Hüllen fallen. Auf diesen Moment waren wir deshalb so gespannt, weil uns doch vorher die Studie Takeri so wuschig gemacht hat. Das scharfe Ding sagte ja nicht nur, japanische Mittelklasse muss nicht aussehen wie in Blech gepresste Stützstrümpfe, sondern versprach gleich noch: Wenn ich in Serie als Mazda6 wiederkomme, habe ich noch genau so viel Sex im Gepäck wie jetzt als Conceptcar.

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Mit einer Länge von nunmehr 4,86 Meter (plus elf Zentimeter) klopft der Sechser schon deutlich an der nächst höheren Klasse an.

Nun ja, als Mann ist man ja eher geneigt, solchen Versprechungen ohne weitere Prüfungen zu glauben. Aber ein vogelwilder Massen-Japaner im Stile einer durchgestylten italienischen Limousine – das wär ja was. Stellen wir klar: Der Mazda6 hat die Wurst nicht neu gebogen, aber er ist mutig und stilsicher wie schon lange kein Auto japanischer Herkunft mehr. Das Dach nach hinten abfallend, so dass wir ihn der aberwitzigen Wortschöpfung der viertürigen Coupés zuordnen möchten, die Kotflügelmuskeln auf Dauerspannung, der Grill ein Statement mit einer Unterlippe aus Chrom, die sich wie eine Zahnspange bis zu den Scheinwerfern zieht. Das verleiht dem neuen Mazda6 ein angenähtes Dauergrinsen. Bitte recht freundlich.

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Der Mazda6 hat die Wurst nicht neu gebogen, aber er ist mutig und stilsicher wie schon lange kein Auto japanischer Herkunft mehr.

Mit einer Länge von nunmehr 4,86 Meter (plus elf Zentimeter) klopft der Sechser schon deutlich an der nächst höheren Klasse an, auch die gewachsene Breite (plus 4,5 cm) verdeutlicht, dass wir es hier mit einer stattlichen Erscheinung zu tun haben – die allerdings, je nach Ausstattung, bis zu 100 Kilo zum alten Mazda6 abgespeckt hat. Da sich auch der Radstand gummibandgleich um 10,5 Zentimeter in die Länge gezogen hat, herrscht innen – welch Wunder – kein Mangel an Beinfreiheit. Die Luft überm Scheitel ist naturgemäß nicht gerade rekordverdächtig und beim Mittelplatz auf der Rückbank handelt es sich eher um einen kargen Hügel mit recht überschaubarem Komfort. Obwohl den Japanern beim Cockpitbau im Vergleich zum Takeri am meisten der Mut verlassen hat, kann ich nicht behaupten, dass ich es langweilig finde. Vielleicht eine Spur zu vernünftig, zu konservativ, aber alles sauber gezeichnet, aufgeräumt und scheinbar solide verarbeitet.

Beim Antrieb setzt Mazda auf die neue SkyActiv-Technologie

Beim Antrieb setzt Mazda auf die neue SkyActiv-Technologie. Benziner und Diesel von 145 bis 175 PS.

Beim Antrieb setzt Mazda komplett auf die neue Generation der SkyActiv-Vierzylinder mit drei Benzinern (145, 165 und 192 PS) sowie zwei Dieseln (150 und 170 PS). Als technisches Schmankerl, wahrscheinlich für alle Modelle außer dem Einstiegs-Benziner, präsentiert Mazda das sogenannte I Eloop-System. Das muss ein ganz schlaues Paket zur Bremsenergierück-Gewinnung sein, bei dem ein Kondensator immer dann mit Energie geladen wird, sobald der Fahrer den Fuß vom Gas nimmt oder bremst. Die gespeicherte Energie wird anschließend für den Betrieb sämtlicher elektrischer Komponenten eingesetzt, das spart natürlich Kraftstoff, da der Motor sich mit dem kraftraubenden Mist nun nicht mehr beschäftigen muss.

Startpreis für den neuen Mazda6: rund 23.500 Euro

Entweder kommt das System bei allen serienmäßig, oder die Japaner koppeln es an eine Ausstattung. Das steht aber ebenso wenig fest wie die Preise. Sie dürften ausstattungsbereinigt sogar günstiger sein als bisher. Gewöhnlich gut informierte Vögelchen zwitscherten mir, dass der Einstieg bei ca. 23.500 Euro losgehen könnte. Start ist der 2. Februar 2013, gemeinsam mit dem Kombi, der auf dem Autosalon Paris 2012 erstmals ins Rampenlicht fährt. Einen spießigen Fünftürer verkneift sich Mazda diesmal komplett, denn den will Mann nicht mehr haben. Da sind wir von Natur aus ebenso simpel wie konsequent.

Autor: Tomas Hirschberger

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