Neuer Leopard 2 A7 und weitere Kampfpanzer

MBT Technologieträger: Neuer Panzer

— 01.08.2015

Das ist Deutschlands Panzer-Zukunft

Rheinmetall Defence hat fast unbemerkt den Kampfpanzer Leopard 2 weiterentwickelt. Das Update kommt 2018 zur Bundeswehr.

Video: Deutschlands modernster Panzer

Leopard 2 Nachfolger in Erprobung

Jetzt soll etwas passieren. Nachdem Russland mit dem T-14 Armata einen hochmodernen Kampfpanzer präsentierte, waren Politiker und Militärs in Deutschland alarmiert. Obwohl der angeblich beste Panzer der Welt, der Leopard 2, Updates erhalten hatte, scheint er dennoch hinter der Zeit zu sein. Kein Wunder. Seit über zehn Jahren hat sich bei der Entwicklung schwerer Kampfpanzer in der Bundeswehr wenig getan. Die Sicherheitspolitik sah keine Notwendigkeit dafür. Im Gegenteil, es wurde zurückgerüstet, die Anzahl der Panzerbataillone in Deutschland reduziert. Jetzt, wo sich die Lage wieder geändert hat, müssen schnell Lösungen her. Zwar hat man seit Kurzem mit dem SPZ Puma einen der modernsten Schützenpanzer der Welt im Dienst, aber der spielt in einer anderen Liga. Der Nachfolger des Leopard 2, das sogenannte MGCS (Main Ground Combat System), ensteht in deutsch-französischer Kooperation, steckt aber noch in den Kinderschuhen. Bisher existieren nur erste Entwürfe. Vor 2030 ist mit keinen einsatzfähigen Ergbnissen zu rechnen. Und was passiert bis dahin? Eine Antwort auf diese Frage hat Rheinmetall AUTO BILD exklusiv beantwortet und sogar gezeigt.
Groß, schwer oder gepanzert: Schwermetall bei autobild.de

MBT Technologieträger ist Deutschlands modernster Panzer

Alles neu: Nur noch Chassis und Turm stammen vom Leo 2 A4.

Nach Angaben von Rheinmetall hat man entgegen dem Trend in Deutschland vor zehn Jahren nicht aufgehört, die Entwicklung schwerer Kampfpanzer voranzutreiben. Auf Basis eines Leopard 2 A4 wurde weiter geforscht und getestet. Einige Ergebnisse flossen in den MBT Revolution ein, den es allerdings nicht in der Bundeswehr gibt. Doch mittlerweile kann das Forschungsfahrzeug von Rheinmetall noch viel mehr. Während Chassis und Turm vom Leo 2 A4 bestehen blieben, wurden das gesamte Innenraumkonzept, Optroniken, Feuerleit-, Kommunikations- und Führungstechnik sowie Haupt- und Sekundärbewaffnung einschließlich Selbstschutzsysteme erneuert. Zusammengefasst: Die ganze alte Technik aus den 80er-Jahren flog aus dem Panzer. Damit darf der MBT Technologieträger, wie Rheinmetall den modifizierten Leo nennt, als modernster Panzer Deutschlands gelten.

Schutzschilde wie bei Star Wars

Zum Vernebeln: Werfer-Kartuschen im Kaliber 40 Millimeter.

Zum Schutz der Besatzung tragen neben der verbesserten Panzerung neue Nebelmittelwurfanlagen bei. Die Kartuschen im Kaliber 40 Millimeter lassen sich manuell oder über das Feuerleitsystem verschießen. Ebenso tragen die neuen Werfer dazu bei, die Nebelgranaten ohne aufwendige Turm- oder Fahrbewegungen ins Ziel zu bringen und bauen zudem eine dichtere und größere Nebelwolke auf, die den Feind und seine Waffen vom Panzer ablenken soll. Zur Verteidigung vor panzerbrechenden Geschossen ist der MBT Technologieträger mit dem AMAP (Advanced Modular Armour Protection) ADS (Active Defence System) ausgestattet. Stark vereinfacht gesagt, baut das System eine Art unsichtbares Schutzschild um den Panzer auf und bekämpft mittels gerichteter Energie automatisch Projektile, die auf den Panzer abgefeuert wurden. AMAP-ADS wird von einem Gemeinschaftsunternehmen von IBD Deisenroth und Rheinmetall Defence hergestellt (hier stellen wir das System ausführlicher vor).

Puma: Das ist der neue Schützenpanzer

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Längeres Rohr und schnellere Munition

Verlängert: Die 120mm Kanone hat einen Meter dazu bekommen.

Hinten links auf dem Turm ist das schwere 12,7-Millimeter-Bordmaschinengewehr montiert, das im Panzer vom Ladeschützen bedient wird. Ebenfalls neu sind diverse optronische Aufbauten. Das sind Kamerasysteme mit Nachtsicht und laserbasierten Distanzmessern zur Aufklärung und Zieldatenermittlung. Während die Hauptwaffe beim russischen T-14 Armata eine 152mm Glattrohrkanone ist, setzt Rheinmetall vorerst weiter auf die 120mm Kanone. Diese ist nun aber einen Meter länger, wodurch sich die Höchstgeschwindigkeit der Munition erhöht, mit entsprechend gesteigerter Durchschlagskraft. Außerdem setzt Rheinmetall auf eine neue tempierbare Munition. Darüber hinaus arbeitet der Rüstungskonzern an einer neuen 130mm Kanone.

Cockpit wie bei Tesla, BMw, Mercedes und Co

Für Soldaten: Touchscreens, die sich auch noch mit feuchten Handschuhen bedienen lassen sollen.

Anders als beim Puma oder Armata ist der Turm weiterhin bemannt. Sonst würde die Konzeption eines komplett neuen Panzers nötig sein. Die Besatzung von vier Soldaten im Inneren des MBT Technologieträgers kann dank einer Klimaanlage auch in heißen Einsatzregionen einen kühlen Kopf bewahren. Je eine moderne Feuerlöschanlage im Mannschafts- und Motorenraum sorgen für mehr Sicherheit. Gänzlich neu sind die zahlreichen Bildschirme und die daran gekoppelten Systeme für den Kommandanten und den Richtschützen, der direkt vorne unter dem Kommandanten sitzt. Beide haben Zugriff auf große Touchscreens, die sich auch noch mit feuchten Handschuhen bedienen lassen sollen. Darüber kann der Kommandant die Umgebung beobachten, reinzoomen, neue Bildschirmfenster öffnen, Gebiete markieren, Ziele verfolgen und auch an den Schützen übergeben. Externe Informationen über Gefahrengebiete und Feinde und Verbündete lassen sich intern und extern in virtuelle Lagebilder einarbeiten. Zudem unterstützt das System die Soldaten, beobachtet automatisch die Umgebung und markiert sich bewegende Objekte, Tiere und Personen. Bei vielen Panzern ist es hingegen noch üblich, über Spiegel die Umgebung zu beobachten.

Neuer Panzer ab 2018

Zukunft: Automatisiertes oder autonomes Fahren wäre irgendwann denkbar.

Der gesamte Innenraum erinnert technisch stark an moderne Cockpits von Tesla, Mercedes, BMW und dem VW-Konzern. Hier konnte Rheinmetall Defence Synergien aus ihrem größten Firmenbereich, dem Automotive-Sektor, nutzen. Wie die Pkw nutzt auch der MBT Technologieträger externe Informationen, Asissistenz- und Kommunikationssysteme. Selbst die Integration von Apps wäre möglich. Automatisiertes oder autonomes Fahren wäre in Zukunft ebenfalls denkbar. Die gesamte Sensorik, außen wie innen, ist unabhängig von der übrigen Softwarearchitektur. Diese offene Architektur mit ihren universellen Schnittstellen ermöglicht Upgrades und alternative Lösungen. Will der Kunde beispielsweise das Kamerasystem eines anderen Anbieters, kann dieses an die universellen Schnittstellen angeschlossen werden. Nun kommt es nur noch darauf an, was die Bundeswehr will. Nachdem sie vom MBT Technologieträger erfuhr, wird nun wahrscheinlich bis Ende des Jahres ausgelotet, was davon übernommen werden soll. Geplant ist, 113 Leopard 2 A4 zu modernisieren. Im Jahr 2018 soll das Panzer-Update in die Bundeswehr kommen, obwohl der MBT Technologieträger bereits jetzt einsatzfähig sein soll.

Das ist Deutschlands Panzer-Zukunft

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