Mercedes E 63 AMG gegen Jaguar XFR: Vergleich — 06.09.2011
Zwei aufgeblasene Typen mit über 1000 PS
Mitten in der Eurokrise mag es drängendere Fragen geben als die, ob eine Mercedes E-Klasse mit neuem Biturbo-V8 besser ist als ein Jaguar XF mit Kompressor. Wir beantworten sie dennoch gern.
Überblick: Alle News und Tests zum Mercedes E 63 AMG
Doch im Idealfall benötigen die Fahrer dieser Power-Limousinen beide nur einmal am Tag: beim morgendlichen Wählen der Fahrstufe D. Alles andere, abgesehen vom Einlegen des Rückwärtsgangs, erledigen die Automaten selbst, einschließlich der Aktivierung der Parksperre. Für eventuell erforderliche manuelle Schaltmanöver gibt es griffige Paddel am Lenkrad. Nicht, dass dies häufig nötig wäre. Beide Achtzylinder haben Leistung und Kraft im Überfluss, ein leichter Tritt aufs rechte Pedal reicht fast immer aus, um alle anderen Verkehrsteilnehmer zu Statisten zu degradieren. Von ihren unterschiedlichen Lade-Philosophien – Jaguar setzt auf einen mechanischen Eaton-Kompressor, AMG auf zwei Abgas-Turbolader – ist im alltäglichen Fahrbetrieb nichts zu merken. Beide Achtzylinder gehen bereits bei niedrigen Drehzahlen so bärig ans Werk, als hätten sie mindestens den doppelten Hubraum (XFR fünf Liter, E 63 5,5) und nicht nur Drehkolbenlader oder Abgasturbinen für die zweite Luft.Überblick: Alle News und Tests zum Jaguar XF
Der AMG kommt eine Spur hurtiger zur Sache als der 15 PS schwächere Jaguar – geschenkt. Im wahren Leben macht es nur sehr selten einen Unterschied, ob ein Auto in 13,7 oder 15,3 Sekunden aus dem Stand auf 200 km/h beschleunigt. Viel wichtiger ist, wie sich die Insassen fühlen. Der Jaguar gibt das Sportcoupé in diesem Limousinen-Vergleich. Er bietet in intimen Sitznischen Platz für vier Passagiere, die sich trotz des modernen Mobiliars nobel und wohnlich untergebracht fühlen. Die E-Klasse ist dagegen in Grunde ihres Herzens ein Nutzfahrzeug und versucht nur halbherzig, das mit viel Leder und glänzendem Metall zu verbergen. Leicht kann sich der Mercedes-Passagier vorstellen, im gleichen Auto in Hellelfenbein und mit Kunstledersitzen zum Bahnhof chauffiert zu werden. Die Verarbeitungsqualität im E 63 ist dennoch eine deutliche Spur sorgfältiger als im Jag, der bei genauerem Hinschauen mit nicht ganz sauberen Passungen irritiert. Wer jedoch die Jaguar-Limousinen der 80er- und 90er-Jahre kennt, wird dem XFR diese Nachlässigkeiten nachsehen.Den besseren Fahrkomfort bietet ebenfalls der AMG-Bomber. Nur harte, kurze Fugen, wie sie auf Autobahnen gern vorkommen, lassen ihn etwas unwirsch reagieren. Derbere Schläge bügelt er mit seinem adaptiven Sportfahrwerk viel ungerührter weg als der hibbeligere Jaguar. Die straffe Grundabstimmung kann der XFR zudem nicht so recht in besseres Handling umsetzen. Bei schneller Gangart untersteuert er erst heftig, bevor das eilfertig regelnde ESP ihn wieder auf Kurs zwingt. Das elektronische Fangnetz lässt sich komplett abschalten. Das empfiehlt sich allerdings nur für Fortgeschrittene und abseits öffentlicher Straßen. Dann nämlich kann der Jag recht unvermittelt mit dem Heck ausschwenken. Die zwar leicht gängige, doch rück meldungsarme Lenkung ist dabei nicht sehr hilfreich.
Wie das alles besser funktionieren kann, zeigt der E 63. Er stürmt neutral und gut kontrollierbar durch die Biegungen. Sein ebenfalls dreistufiges ESP schreitet wohldosiert und viel unauffälliger ein. Ein zwei Tonnen schwerer, über 500 PS starker Brummer, der sich so einfach und rasant schnell bewegen lässt – das ist nicht nur ein großer Spaß, sondern auch ganz ganz großes Ingenieurkino. Punkt. Was saufen die denn, wurde der Tester mit dem aufgeblasenen Duo an der Tankstelle gefragt. Nur vom Feinsten, antwortete er. Und zwar der Mercedes (12,2 Liter) meist über einen Liter weniger als der Jaguar (13,4 l). Auch hier ist der Biturbo eben einfach besser.
Hintergrund: So testet AUTO BILD
| Fahrzeugdaten | Jaguar | Mercedes |
|---|---|---|
| Motor | V8-Kompressor, vorn längs | V8-Biturbo, vorn längs |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/4 | 4 pro Zylinder/4 |
| Nockenwellenantrieb | Kette | Kette |
| Hubraum | 5000 cm³ | 5461 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 375 (510)/6000 | 386 (525)/5250 |
| Nm bei 1/min | 625/2500 | 700/1750 |
| Vmax | 250 km/h | 250 km/h |
| Getriebe | Sechsstufenautomatik | Siebengang-MCT |
| Antrieb | Hinterradantrieb | Hinterradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 255/35 – 285/30 ZR 20 Y | 255/35 – 285/30 ZR 19 Y |
| Radgröße | 8,5 – 9,5 x 20" | 9 – 9,5 x 19" |
| Abgas CO2 | 292 g/km | 230 g/km |
| Verbrauch* | 18,7/8,7/12,5 l | 13,8/7,5/9,8 l |
| Tankinhalt | 69 l/Super | 66 l/Super plus |
| Vorbeifahrgeräusch | 73 dB (A) | 74 dB (A) |
| Anhängelast gebremst/ungebremst | 1850/750 kg | keine Angaben |
| Kofferraumvolumen | 500 l | 532 l |
| Preis (wird bewertet) | 92.700 Euro | 109.807 Euro** |
| *innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km; **inklusive AMG-Hinterachssperrdifferenzial für 3005 € und 19-Zoll-Bereifung für 1012 € | ||
| Messwerte | Jaguar | Mercedes |
|---|---|---|
| Beschleunigung | ||
| 0–50 km/h | 1,9 s | 2,0 s |
| 0–100 km/h | 4,6 s | 4,4 s |
| 0–130 km/h | 7,0 s | 6,4 s |
| Zwischenspurt | ||
| 60–100 km/h | 2,3 s | 2,0 s |
| 80–120 km/h | 2,7 s | 2,4 s |
| Leergewicht/Zuladung | 2002/368 kg | 1928/462 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 53/47 % | 54/46 % |
| Wendekreis links/rechts | 12,0/11,9 m | 11,4/11,2 m |
| Bremsweg | ||
| aus 100 km/h kalt | 33,8 m | 33,5 m |
| aus 100 km/h warm | 34,4 m | 34,2 m |
| Innengeräusch | ||
| bei 50 km/h | 57 dB (A) | 60 dB (A) |
| bei 100 km/h | 64 dB (A) | 64 dB (A) |
| bei 130 km/h | 68 dB (A) | 68 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 13,4 l S – 318 g/km | 12,2 l SP – 289 g/km |
| Reichweite | 510 km | 540 km |
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Kommentare zum Artikel (31)
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Die Ueberschrift trifft ja auch immer auf die Fahrer solcher Karossen zu ! Umwelt, Verbrauch was ist das
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der Mercedes sieht doch nur zum Kotzen aus.Was soll da bitte sportlich sein?
Sie sollten einmal solche Vergleichstest in der internationalen Fachpresse lesen. Sie würden staunen.Die Motorabdeckungen sind bei beiden aus Plastic und wenn das Sitzen im Jaguar für Sie eine Last ist, dann fahren Sie eben einen Maggistern-Einheitsbreiwagen.Bei uns fährt jeder Schweinehändler einen solchen und an jeder Ecke steht einer.Der Jaguar hat Charakter und vor allem Stil.Heute leider oder zum Glück selten!Man kann die beiden nur bedingt vergleichen.Die Qualität des Jaguars ist ebenfalls hervorragend!PS.Mein Herz schlägt für den Engländer.
sorry, aber gegen den e63 sieht die Katze kein land! auch nicht, wenn sie billiger ist und und und... das hat nix mit Engländer etc. zu tun. fahr mal beide wagen. du wirst es sofort merken!