Mercedes Zetros: Expeditionsmobil

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Mercedes Zetros: Expeditionsmobil

— 26.03.2011

Das Camping-Monster

Zwei Geschäftsmänner aus Asien haben sich ihren 6X6-Traum vom Expeditionsmobil erfüllt. Die Austattung reicht vom Waffenschrank bis zum Marmorbad.

Es gibt Menschen, die stellen etwas andere Ansprüche an ihr Reisemobil – und können über ein stinknormales Wohnmobil auf Fiat Ducato-Basis nur lachen. Mercedes hat für diese Spezies eine interessante Lösung im Nutzfahrzeug-Programm: den Hauben-Lkw Mercedes Zetros mit 6x6-Antrieb. Zwei wohlhabende Geschäftsmänner aus Ulan-Bator in der Mongolei haben das nötige Kleingeld auf der Kante und orderten für jeweils 800.000 Euro den Zetros als Womo-Umbau. Die Herren fahren nicht etwa mit der Familie ans Meer, sondern begeben sich lieber auf mehrtägige Touren ins Altai-Gebirge. Dort – Tierschützer bitte weghören – machen sie mit speziell ausgebildeteten Adlern Jagd auf Wölfe. Entsprechend sind ihre beiden Expeditionsmobile auf Basis des Zetros 2733 A ausgerüstet.

Fahrbericht: Mercedes Zetros 2733A

Für Dampf sorgt ein 7,2 Liter großer Reihensechszylinder mit einer Leistung von 326 PS.

Zunächst die technische Seite: Unter den mächtigen Hauben arbeiten 7,2 Liter große Reihensechszylinder mit einer Leistung von 326 PS. Das Aggregat liefert zwischen 1200 bis 1600 Umdrehen ein maximales Drehmoment von 1300 Nm. Standardmäßig ist der Zetros mit einem hydraulisch-pneumatisch geschalteten Neunganggetriebe ausgestattet, optional ist auch eine Sechsstufen-Automatik zu haben. Dank der kurzen Geländeübersetzung überwindet der Riese auch steilste Bergabpassagen. Die Drehmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse(n) beträgt im Ausgleichsgetriebe 1:3,21 – bei zugeschalteter Differenzialsperre 1:1. Drei mechanische Differenzialsperren unterstützen den Zetros serienmäßig bei seinen Offroad-Touren.

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Wenn's mal eng wird: Einer der beiden Kolosse ist mit einer Heckgarage für ein Quad ausgerüstet.

Der Aufbau richtet sich natürlich ganz nach den Ansprüchen der Besitzer. Für gute Sicht und freie Bahn sorgen vier Zusatzscheinwerfer und ein Doppel-Drucklufthorn am Dachträger. Optische Unterstützung gibt es auch am Kühlergrill, in dem vier Flashlights in Rot und Blau eingebaut sind. Um auch für Rangiermanöver in der Nacht gerüstet zu sein, aktiviert die Rückfahrkamera zudem Suchscheinwerfer am Heck. Ebenfalls am Heck befindet sich ein Träger für zwei Reserveräder mit eigenem Lift-System, über das auch aufs Kabinendach Ladung geschafft werden kann. Da Tankstellen in der mongolischen Hochebene Mangelware sind, fassen die verbauten Dieseltanks insgesamt 500 Liter Kraftstoff. Da die Fahrzeug-Eigner auch die Wüste mit ihren Mega-Campern bezwingen wollen, sind die Zetros den extremen Temperaturschwankungen entsprechend dick gedämmt. Um auch kleine Abstecher zwischendurch zu ermöglichen, ist eines der Offroad-Ungetüme mit einer Heckgarage ausgestattet, in der ein Quad seinen Platz findet.

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Da es auch mitten in der Pampa gerne etwas luxuriös zugehen darf, bietet die Wohnkabine alle Annehmlichkeiten eines kleinen Apartments. Im Heck ist das Schlafzimmer untergebracht, vorne gibt es eine Leder-Sitzgruppe für sechs Personen. Da so eine Wolfsjagd wahrscheinlich ziemlich hungrig macht, ist die Küche mit allen Schikanen ausgestattet. Keramik-Kochfeld, Mikrowelle, Grill, Kühl- und Gefrierschrank und sogar eine Bar sind vorhanden. Irgendwie kratzt ja eine solche All-Inclusive-Versorgung ein wenig am raubeinigen Macho-Image. Sollte nicht ein Lagerfeuer völlig ausreichend sein? Spätestens im Badezimmer aber ist es dann endgültig vorbei mit der ungehobelten Männlichkeit. Wo echte Waldschrate in einem Fluss alles erledigen können, was an Hygienemaßnahmen anfällt, kann sich der Zetros-Pilot an edlem Marmor erfreuen. Eine Fußbodenheizung sorgt für heimelige Wärme, während einer optimalen Gesichtspflege dank eines dreiflügeligen Spiegelschranks nichts im Wege steht. Quasi zum Ausgleich hat der mongolische Männertraum einen fest integrierten Waffenschrank an Bord. Eine komplette Batterie von Unterhaltungselektronik inklusive 46 Zoll-Flatscreen und Macintosh Mini plus W-Lan-Router versteht sich schon fast von selbst.

Um dem Piloten und seiner Besatzung diesen Multimediagenuss immer und überall zu ermöglichen, übernehmen ein Dieselgenerator und eine Solaranlage das selbstständige Laden der vier Akkus mit je 220 Ah. Die versorgen das bordeigene 230 Volt-System mit Saft und dürften das Extrem-Wohnmobil für eine recht lange Zeit autark machen. Auch die Frisch- und Brauchwasser-Tanks mit zusammen 250 Liter Fassungsvermögen ermöglichen eine lange Unabhängigkeit von der Zivilisation.

Autor: Stephanie Kriebel

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