Navi-Skandal bei Ebay
Die Höhlen der Hehler

Sie bewahrten ihre heiße Ware an ungewöhnlichen Orten auf und vertickten sie bei Ebay. Die Opfer von Hehlern verlieren dort oft Ware und Kaufpreis. Das Internet-Auktionshaus will jetzt die Zahl der Geräte von Privatanbietern begrenzen.
- Claudius Maintz
Im Zerrbild des Türspions erkennt Henrik D. zwei Männer in unauffälliger Kleidung, er öffnet ihnen – es ist die Polizei in Zivil. Wie das so ist, haben die Herren Fragen. Ein gestohlenes Navigationsgerät soll D. bei Ebay gekauft haben, für 560 Euro. Warum? Wann? Von wem? Brav gibt der Wolfsburger die Antworten, ein paar Tage später steht die Kripo erneut vor seiner Tür. Fragen haben die Beamten nicht mehr. Sie stellen das Gerät vom Typ VW RNS 510 sicher.
Reportage: Auf den Spuren der Navi-Mafia

Katja R. aus Wolfsburg: "Wir fühlen uns von Ebay im Stich gelassen."
Bild: Christian Burkert / AUTO BILD
"Die Frist von 45 Tagen ist viel zu kurz", sagt Jürgen Zöls von der Polizei Passau. Der Polizeihauptkommissar hat sich auf den Diebstahl von Navigationsgeräten spezialisiert und fordert, dass Opfer von Hehlern deutlich mehr Zeit erhalten sollen, ihr Geld zurückzufordern. Ebay will nach den Recherchen von AUTO BILD eine andere Sicherheitslücke schließen. Privatanbieter sollen nur noch eine begrenzte Anzahl von Navigtionsgeräten anbieten dürfen.
Navi-Test: Mobiles Navi gegen Festeinbau

20 gestohlene VW-Navis fand die Polizei bei einem 29-Jährigen in Niederlangen (Emsland).
Bild: Polizei Meppen
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"Das Verhalten von Ebay ist unmöglich", sagt Leon R. aus Schmallenberg.
Bild: Aleksander Perkovic
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