Navi-Skandal bei Ebay
— 09.11.2012Die Höhlen der Hehler
Sie bewahrten ihre heiße Ware an ungewöhnlichen Orten auf und vertickten sie bei Ebay. Die Opfer von Hehlern verlieren dort oft Ware und Kaufpreis. Das Internet-Auktionshaus will jetzt die Zahl der Geräte von Privatanbietern begrenzen.
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Seitdem klafft ein großes Loch im Armaturenträger des Passat von D. und seiner Lebensgefährtin Katja R. 560 Euro Kaufpreis können die beiden abschreiben. "Dabei habe ich mir vom Käufer schriftlich bestätigen lassen, dass ich ein legales Gerät erwerbe", sagt D. verbittert. Sein Pech: Die 45-Tages-Frist für den Käuferschutz des Online-Auktionshauses war abgelaufen. Innerhalb dieser Zeit erstattet Ebay bei gestohlenen Artikeln in aller Regel Kaufpreis und Versandkosten. Voraussetzung: Abwicklung über den Bezahl-Service Paypal, eine Ebay-Tochter, sowie ein polizeiliches Sicherstellungsprotokoll mit Angaben zum Diebstahl."Die Frist von 45 Tagen ist viel zu kurz", sagt Jürgen Zöls von der Polizei Passau. Der Polizeihauptkommissar hat sich auf den Diebstahl von Navigationsgeräten spezialisiert und fordert, dass Opfer von Hehlern deutlich mehr Zeit erhalten sollen, ihr Geld zurückzufordern. Ebay will nach den Recherchen von AUTO BILD eine andere Sicherheitslücke schließen. Privatanbieter sollen nur noch eine begrenzte Anzahl von Navigtionsgeräten anbieten dürfen.
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Leon R. hätte auch ein unbefristeter Käuferschutz nicht geholfen. Er wurde zwar bei Ebay auf einen Händler aufmerksam, schlug aber außerhalb des Auktionsportals zu. Leider war auch sein RNS 510 gestohlen, die Polizei stellte es sicher, durchsuchte die Wohnung des Verkäufers, fand außer einer stattlichen Cannabisplantage 20 Navigationsgeräte. In seiner Vernehmung gab der 29-Jährige an, rund 40 weitere Geräte über Ebay verkauft zu haben. Nach bisherigem Ermittlungsstand dürften alle gestohlen sein. "Ich habe nicht gewusst, dass die Geräte geklaut sind", sagt er zu AUTO BILD. Für 20 Stück habe er in den Niederlanden 8500 Euro bezahlt.
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Opfer Leon R. wurde von Ebay abgewimmelt. Er habe außerhalb des Online-Marktplatzes gekauft, man könne nichts für ihn tun, so das Callcenter. "Ein unmögliches Verhalten", so der Abiturient. Erst als AUTO BILD Ebay auf den Fall anspricht, sperrt das Internet-Auktionshaus das Benutzerkonto des mutmaßlichen Hehlers Marc M. Auch Christian B. fliegt raus. Er bewahrte seine heiße Ware stets in einem Babybett auf. Von ihm hatte AUTO BILD im Rahmen von Testkäufen ein illegales Navi erworben. Es stammt aus einem Beutezug in Frankfurt/Main.
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