Öko-Autos in Paris: Messerundgang — 01.10.2010

Öko wird Alltag

Honda Jazz Hybrid, Audi e-tron Spyder, Saab 9-3 ePower, Peugeot 3008 Hybrid4 oder Kia Pop – sparen gehört in Paris zum Geschäft. autobild.de zeigt, wer in Sachen Öko-Auto die Nase vorne hat – und wer noch nachsitzen muss.

Kinder, wie die Zeit vergeht ... Wer vor fünf Jahren über eine große Automesse schlenderte, musste schon sehr genau hinsehen, um ein waschechtes Öko-Auto vor die Linse zu bekommen. Klar, bei Toyota stand schon damals der Prius in der Ecke, dazu kamen ein paar sparsame Diesel und eine handvoll zukunftsträchtiger Spirtspar-Studien. Alles Schnee von vorgestern. Im Hier und Jetzt hat man das Gefühl, als hätten die Autobauer dieser Welt nie was anderes gebaut als Autos, die die Welt retten wollen. "Grüne Linien", "blaue Effizienz", "effiziente Dynamiker" und "blaue Bewegungen" lassen zusammen mit unzähligen weiteren Spritsparern die Messehallen an der Porte de Versailles aus allen Nähten platzen. Die wichtigste Botschaft: Ein großer Teil der Saubermänner ist schon im finalen Serientrimm.
Der Saab 9-3 bekommt auf seine alten Tage noch einen Elektroantrieb verpasst: Saab 9-3 ePower heißt die Studie.

Der Saab 9-3 bekommt auf seine alten Tage noch einen Elektroantrieb verpasst: Saab 9-3 ePower heißt die Studie.

Erste Station ist Honda: Nach Civic, Inside und CR-Z lassen die Japaner in Paris den Jazz mit Hybridantrieb vom Haken. Das blattgrün eingefärbte Raumwunder kann sich vor Schaulustigen kaum retten. "So klein und schon stubenrein!" – das muss man einfach gesehen haben. Weil es vor allem in Asien beim Thema Hybrid- und Elektroantriebe traditionell hoch hergeht, bleiben wir noch ein bisschen im Messe-Revier der Asiaten und warten, bis Lexus sein Schätzchen unterm Tuch vorholt. Der Lexus CT 200h ist endlich serienreif. Mit dem Hybriden elektrisieren die Japaner Anfang 2011 die feineren Regionen der Kompaktklasse um Audi A3 und BMW 1er und sind damit den beiden Deutschen bezüglich Öko-Status mal wieder eine Nasenlänge voraus. Ätsch! Unterm Blech des CT 200h steckt übrigens die Technik von Auris Hybrid und Prius.

Überblick: Alle News und Weltpremieren des Pariser Autosalon 2010

Dieser Kleinst-Kia mit Elektro-Herzchen könnte dem E-Smart das Wasser abgraben – wenn er denn gebaut wird.

Dieser Kleinst-Kia mit Elektro-Herzchen könnte dem E-Smart das Wasser abgraben – wenn er denn gebaut wird.

Rüber zu Kia. Da rockt der Pop den Messestand. Der knuffige Asphalt-Pickel fährt rein elektrisch und könnte ein ernster Konkurrent für den E-Smart werden – wenn er denn in die Serienproduktion geht. Kia-Mutter Hyundai hat auch einen Saubermann mitgebracht. Zwar kennen wir das kompakte SUV ix35 schon, jedoch noch nicht mit dem besonders sparsamen Diesel-Hybrid an Bord, den die Studie in Paris unter der Haube trägt. Die CO2-Bilanz soll bei 117 Gramm pro Kilometer liegen. Jetzt muss er nur noch zum Händler kommen, der Elektro-Diesel.

Vorstellung: Das ist der Renault DeZir

500 gewerbliche Kunden sollen die Elektro-A-Klasse von Mercedes testen. Start: Anfang 2011.

500 gewerbliche Kunden sollen die Elektro-A-Klasse von Mercedes testen. Start: Anfang 2011.

Wie man einen Diesel-Hybrid schon jetzt auf die Straße bringt, zeigt Peugeot mit dem 3008 Hybrid4 mit 200 PS und 3,8 Liter Verbrauch. Der ist schon serienreif und ab Anfang 2011 zu haben. Überhaupt zeigen sich die Franzosen beim Thema "Sauberkeit" auf ihrer Heimmesse gewohnt angriffslustig. Das Konzept HR1 von Peugeot ist eine schicke Mischung aus Mini-SUV und Coupé und wird in Paris von einem attraktiven Hostessen-Pärchen bewacht. Nicht dass noch jemand die Antriebs-Kombi aus 1,2-Liter-Benziner (110 PS) und Hinterachs-E-Motor (37 PS) klaut ... 3,5 Liter Verbrauch und 80 Gramm CO2 pro Kilometer verspricht Peugeot. Da kann man schon mal schwach werden. Renault kombiniert in der sportlichen Studie DeZir sinnliche Formen mit E-Antrieb. Wie viele Komponenten des Flügeltürers in Serie gehen, bleibt abzuwarten. Fürs Protokoll: Die beiden Elektro-Autos Chevrolet Volt und Nissan Leaf drehen in Paris bereits im Ausgeh-Anzug ihre Ehrenrunden auf den Drehtellern. Bestellungen werden bereits angenommen.

Aus deutscher Sicht ist der Audi e-tron Spyder einer der Hingucker unter den Öko-Mobilen von Paris. Der "Roadster von morgen" punktet mit einer knackigen Mischung aus Plug-in-Hybrid, Diesel (300 PS) und quattro-Antrieb. Resultat: 4,4 Sekunden auf Tempo 100, 250 km/h Spitze, 2,2 Liter Durchschnittsverbrauch.  Das Problem: Auch dieser Audi ist eben nur ein Elektroauto der Zukunft. Zurzeit steht man in Sachen E-Auto in Ingolstadt noch nackig da. Mercedes schickt die elektrifizierte A-Klasse in den Ring, treibt's sonst aber eher konventionell und verpasst der S-Klasse einen Vierzylinder. Mercedes frohlockt beim S 250 CDI BlueEfficiencyüber übers "erste Fünfliter-Auto der Luxusklasse".

Rundgänge: Alle Paris-Highlights sowie Studien und Exoten

Auch die Kleinserienhersteller trumpfen in Paris mit interessanten Leisetretern groß auf. So hat Fisker seinen Karma in der Serienversion nach Frankreich gebracht. Angetrieben wird der Karma von zwei starken Elektromotoren an der Hinterachse, die 408 PS auf die Piste bringen. Vorn arbeitet ein Zweiliter-Benziner mit 260 PS. Verbrauch: 2,4 Liter, sagt Fisker. Das wäre Wahnsinn! Zusätzliche Energie schöpft der E-Sportler über Solarzellen auf dem Dach. Exagon Motors, die bauen eigentlich Rennautos, stellt auf dem Pariser Autosalon 2010 den Furtive eGT vor. Der Öko-Sportler aus Frankreich rennt in 3,5 Sekunden von 0 auf 100 und schafft 300 km/h Spitze. Die Produktion soll 2012 starten. Lust auf mehr? Alle Öko-Autos von Paris finden Sie oben in der Bildergalerie.

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Kommentare zum Artikel (14)

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wahoo
21.03.2011, 21:09Uhr

"So klein und schon Stubenrein" danke Autobild das war mal ein schöner Spruch! Leider sind die meisten dieser Fahrzeuge ja nur Studien bei denen es eher fragwürdig ist ob sie je in Serie gehen werden und hier nur dem Image dienen. Kann mir aber auch nur recht sein, da ich mit meinem Prius um so länger eines der fortschrittlichsten Auto`s auf Deutschen Strassen fahre.

blonderzigeuner1
08.10.2010, 02:14Uhr

@AndiPusti: ist doch "egal" wie hoch der Wirkungsgrad ist, wenn es bloß keine Kohlekraftwerke sind die den Strom erzeugen!
In Freinkreich hat man sehr viele Atomkraftwerke, der radioaktive Müöö ist definitiv nicht liebenswert, aber die CO2 Bilanz ist viel besser als in Deutschland, ich glaube mal einen Wert von 250g pro kWh im franz. Strom-Mix gehört zu haben...besser als unsere 600g auf jeden Fall....

antiquarius
07.10.2010, 19:35Uhr

SCHÄuME SIND TRÄUME...oder wie war das ?

AndiPusti
07.10.2010, 09:31Uhr

Schöne Anzeige von Renault Zero Emission
"Null Emissionen" gehen in Serie! Wie Bitte?
Deutsch Kraftwerke haben im Schnitt einen Wirkungsgrad von 30%. Die Stromleitungen und Umspannwerke machen zusätzliche Verlusten. Die Batterien kommen auf einen Wirkungsgrad von höchstens 90%. Den Wirkungsgrad des Ladegerätes müssen wir auch noch mitrechnen. Am Ende der Rechnung macht ein E-mobil genau so viel Emission wie ein vernünftiger Explosionsmotor.

mc-e
04.10.2010, 15:54Uhr

Wer mehr über nicht deutsche E-Autos erfahren möchte darf sich leider nicht auf die deutsche Autmobilpresse verlassen. autowereld.com z.B. hat gleich nach erscheinen der Renaultpressemitteilung einen Artikel auf der Homepage gepostet.

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