Porsche 9ff GTronic gegen Leopard 2: Vergleich
— 09.10.20121200 Porsche-PS gegen 1500 Panzer-PS
Supersportler gegen Panzer – darf man das? Ja, so was machen wir bei AUTO BILD. Und, nein, wir meinen das natürlich nicht bierernst, sondern sind nur zum Spaß unterwegs mit den Stärksten, die aus deutschen Fabrikhallen rollen.
Der Leo und seine Kameraden: Die stärksten Panzer der Welt

Video: Leopard 2 vs. 9ff GTronic
Extremer Test
Einer der weltweit stärksten Porsche: 9ff GTronic
Wählhebel auf D, vorsichtig Gas geben. Na, wer sagt’s denn, der heiße Elfer fährt an wie jeder x-beliebige Golf. Vielleicht ein wenig rasanter, okay, aber ähnlich unspektakulär. Bis die Drehzahlnadel auf 4000 Umdrehungen steht. Dann kannst du gar nicht so schnell Mutti sagen, wie dich das Viech in den roten Bereich treibt. Dein Kopf knallt an die Kopfstütze, die straffe Gesichtshaut wird Richtung Ohren gezogen. Die Arme werden lang und länger, die eben noch bis zum Horizont reichende Teststrecke dafür plötzlich ganz schön kurz. Ausnahmezustand! Zumal das Gerät gar nicht aufhören will zu beschleunigen. Eine kurze Schaltpause, die beiden Wastegates püstern lautstark den überflüssigen Ladedruck raus, nächster Gang – und der 9ff beamt sich weiter. Noch beeindruckender als der Spurt ist die Elastizität. Um von 100 auf 200 Sachen zu beschleunigen, reichen ihm 3,6 Sekunden.
Wagemutig: Diese Panzer machen Minen platt
Derweil hat es sich Kollege Robin Hornig im Leopard gemütlich gemacht. Er kennt den Laden, war Offizier der Bundeswehr. Allerdings bei der Marine. Was ihm jetzt nicht wirklich weiterhilft, denn ohne Führerschein darf er nicht ans Steuer. Der linke Ausguck muss reichen. Wirklich gemütlich ist der auch nicht. Man steht aufrecht in einem engen Loch auf rutschigen Stahlrosten. Rechts daneben der Kommandant, und irgendwo in den Tiefen des 57,3 Tonnen schweren Stahlmonsters sitzt der Fahrer. Der bringt den Zwölfzylinder jetzt in Kampfeslaune. Erstaunlich geschmeidig kommt der Kraftprotz in Schwung. Jeder einzelne Zylinder hat fast so viel Hubraum wie der gesamte Porsche-Motor. Einem Schiffsdiesel gleich lässt er nun die Erde beben. Dieselschwaden vernebeln für Sekunden die Sicht. Und uns wird klar: Kamerad Leo ist eher nicht für feinstaubbelastete Innenstädte konzipiert. Kurzes Kommando, und der Leopard fährt mit einem Ruck an, die Ketten klirren über den Asphalt, das ist nicht wirklich sein Terrain.
Extrem-Duell der Transporter: VW Sharan gegen Artec Boxer
Um Deutschlands stärkstes Stück ernsthaft zu fordern, muss das Raubtier in die Wildnis, ins Gelände. Hier wühlt sich Leo Steigungen hinauf, die ein Mercedes G-Modell einfach so umkippen ließen. Er marschiert durch vier Meter tiefe Gräben, als ob es kleine Pfützen wären – und falls mal eine kleine Wand im Wege steht, fährt er einfach durch. So ist er halt, unser Leo. Dafür trieft Seemann Hornig nach der ersten Wasserdurchfahrt wie ein begossener Pudel. Hat ja auch keiner behauptet, Panzerfahren sei etwas für Warmduscher. Ich mach mir im 9ff derweil mal die Sitzheizung an. Jetzt will Fotograf Sven was Spektakuläres. "Beide gaaanz dicht nebeneinander fahren", ruft er, es hört sich an wie ein Befehl. Haben wir tausendmal geübt auf der Teststrecke. Mit normalen Autos. Doch wenn neben dir Leo mit den Ketten knirscht, rasselt und hustet wie ein asthmatischer Kettenraucher, dann liegt das Lenkrad nicht wirklich ruhig in der Hand.
Neuer Humvee gesucht: Die drei Finalisten
Das könnte Sie auch interessieren








































