Praxistest Kindersitze
— 03.04.2007Das wird eng
AUTO BILD wollte es wissen: Bei welchen Autos passen drei Kindersitze nebeneinander in den Fond? Über 150 Modelle im Vergleich. Das Ergebnis ist ernüchternd.
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Eigentlich sollte man annehmen, dass in der Oberklasse genug Breite vorhanden ist, unseren Nachwuchs artgerecht und vor allem sicher zu verstauen. Doch beim Test wurde klar: Größe allein reicht nicht. Oft macht eine spezielle Form der Rücksitzbank der kleinen Dreierbande einen dicken Strich durch die Rechnung, wie im Thesis. Für zwei Erwachsene ist die Bank in bequeme Nischen geteilt – kuschelig. Dazwischen, in der Mitte, ein dicker Höcker. Der macht nicht nur die Montage vom Kindersitz nahezu unmöglich – auch Erwachsene werden hier unnötig gequält. Es gibt aber noch andere Hürden beim Anschnallen der Kleinen: Im Polster versenkte Gurtschlösser zum Beispiel, wie in Audi A6 oder Saab 9-5. Steht der Kindersitz drauf, kommen selbst filigrane Damenfinger kaum noch ran, um die Gurtzunge einzurasten. Ist das Gurtschloss an einem langen Band befestigt (Kia Sportage), lassen sich einige Sitze erst gar nicht richtig festzurren.
Auch mit Isofix geht fast nix
Auch Isofix-Sitze sind keine Lösung. Zwischen zwei Isofix-Kindersitze passt weder ein weiterer Kindersitz, noch ein Erwachsener. Schade eigentlich. Gerade mal 21 Typen fanden wir bei unserer Suche, die ohne Einschränkung familientauglich sind. Darunter die üblichen Verdächtigen: große Vans. Oft teuer, für Familien kaum bezahlbar. Es gibt aber auch einen preiswerten Geheimtipp in der Liste: den Dacia Logan Kombi. Der kostet ab 8400 Euro, mit zwei Sitzreihen im Fond ab 10.050 Euro. Darin können sogar fünf Kinder korrekt angeschnallt mitfahren. Vorteil der Vans: Notfalls findet der dritte Sitz in Reihe drei Platz. Alle Testergebnisse können Sie hier bequem als PDF herunterladen!Fazit von AUTO BILD-Mitarbeiterin Birgit Meier
Peinliches Ergebnis: Wenn Mutti mal ein Nachbarkind mitnehmen will, müssen die meisten Autos passen. Drei Kindersitze nebeneinander lassen sich nur selten montieren. Mal ist die Rückbank zu schmal, mal sind die Gurtschlösser unerreichbar. Ganz schwach schneiden die deutschen Premiumhersteller ab. Audi hat nicht einen "Dreier" im Angebot, bei BMW und Mercedes ist fürs Dreierpack nur bei den teuren SUV Platz – und das knapp.ANZEIGE
So haben wir getestet
Unsere Fragestellung für diesen Test war ganz einfach: Welches Auto bietet auf der Rücksitzbank genügend Raum für drei Kindersitze? Dies probierten wir an 152 Fahrzeugen mit acht Marken-Kindersitzen aus. Wichtig war uns aber nicht nur das reine Platzangebot. Beurteilt wurde ebenso die Form der Rücksitze – auf stark ausgeformten Bänken finden die Kindersitze nur schlecht sicheren Halt –, die Lage der Gurtschlösser – wichtig für problemloses Anschnallen –, die Position der Kopfstützen und die Fahrzeughöhe.Darauf müssen Sie achten
• Verdeckt der Kindersitz das Gurtschloss? Das macht das Anschnallen schwierig oder unmöglich. Testen Sie den Sitz immer auch auf dem Mittelplatz! • Passt der Kindersitz mit ganz herausgezogener Rückenlehne auf die Plätze hinter Fahrer und Beifahrer? Oft stößt der Kindersitz am Dach an die C-Säule an. • Probieren Sie, ob sich die Gurte des Autos nach dem Einbau des Kindersitzes noch leicht rollen lassen. Das ist wichtig, wenn die Kinder in den Sitzen mit dem Dreipunktgurt des Wagens angeschnallt werden. • Sind die Fahrzeuggurte lang genug für die Montage eines Kindersitzes? Wenn nicht, kann es beim Unfall Probleme mit der Bewegung des Kinderkörpers geben. Das kann zu unnötigen Verletzungen führen.
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