Räder auswuchten

Zink statt Blei Zink statt Blei

Räder auswuchten

— 24.07.2003

Zink statt Blei

Ausgleichsgewichte wechseln das Metall. AUTO BILD erklärt, wann, warum und wie viel sie kosten.

Übergangszeit bis 2005

Die Nachricht ist bekannt: Seit 1. Juli 2003 dürfen keine Bleigewichte mehr zum Auswuchten an Felgen benutzt werden. Doch was sich hinter dieser Verordnung verbirgt, welche Autos davon betroffen sind und ob Kosten auf den Autofahrer zukommen – darüber herrscht sogar bei Reifenhändlern Unklarheit.

Erst einmal können wir die meisten Autofahrer beruhigen. Sie sind vorerst nicht betroffen. Das Blei-Verbot gilt nur für Fahrzeuge, die erstmals nach dem 1. Juli 2003 neu in den Markt kommen. Der neue Golf zum Beispiel, der im Herbst zu den Händlern rollt. Für Gebrauchtwagen gilt eine Übergangszeit bis zum 1. Juli 2005. Und auch dann müssen die Bleigewichte nur runter, wenn das Rad neu ausgewuchtet wird. Motorräder und Lkw über 3,5 Tonnen sind von der Umrüstung sogar ganz ausgenommen.

Grundlage für diese Entscheidung ist die so genannte "Altautoentsorgungsrichtlinie" der Europäischen Kommission. Schreckliches Wort, aber es schreibt den Automobilherstellern vor, bis zu welchem Datum sie Schwermetalle aus den Autos entfernen müssen. Als Ersatzmaterial standen drei Metalle zur Auswahl: Zinn, Kupfer und Zink.
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Mehrkosten: acht Euro pro Auto

Nach ausgiebigen Tests und viel Rechnerei setzte sich Zink in Europa durch. Kupfer als Ausgleichsgewicht war schlicht zu teuer, Zinn nicht hitzebeständig genug. Dieses Metall schmilzt, wenn die Bremsen extrem heiß werden, wie es bei Passabfahrten vorkommt. Zink blieb deshalb als einzige Alternative übrig.

Nachteil: Da Zink ein geringeres spezifisches Gewicht als Blei mitbringt, sind die Zink-Ausgleichsgewichte größer. Zusätzlich werden sie mit einer Schutzschicht gegen Rost ummantelt. Das kostet natürlich Geld, das letztendlich der Kunde zahlen muss: pro 240 Gramm Zinkgewicht das Doppelte vom herkömmlichen Blei. Je Auto können da Mehrkosten von acht Euro entstehen.

Deshalb halten einige Reifenhändler die neue Verordnung auch für Quatsch. Reifenhändler Meerbach aus Flensburg sagt: "Die Zinkgewichte sind für uns noch gar nicht verfügbar. Solange es Bleigewichte gibt, werde ich sie auch weiter verwenden. Warum soll der Kunde das Doppelte zahlen?"

Warum auswuchten?

Ein richtig rundlaufendes Rad ist ein wichtiger Beitrag zur Fahrsicherheit und zum Fahrkomfort. Die Gewichtsverteilung am Rad ist aber nicht immer perfekt. Durch das Ventil oder Bordsteinrempler kommt das Rad aus dem Gleichgewicht, so genannte Radial- oder Lateralkraftschwankungen lassen eine Unwucht entstehen.

Zu spüren ist das durch ein Flattern des Lenkrads oder durch ungleichmäßig abgefahrene Reifen. Bei 100 km/h zerren bei einer Unwucht von nur zehn Gramm schon 2,5 Kilo am Rad. Durch das Anbringen von Gegengewichten gleicht man diese Unwucht aus.

Zum Auswuchten spannt man das Rad in eine spezielle Maschine. Diese ermittelt auf das Gramm genau die Unwucht am Rad und zeigt dem Monteur Gewicht und Stelle, an die er das Gegengewicht auf der Felge anschlägt oder bei Alufelgen klebt.

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