Fahrbericht Renault Twingo

Renault Twingo: Fahrbericht

— 04.09.2014

So fährt der neue Twingo

Renault legt den Twingo neu auf. Mit Heckmotor, fünf Türen und fröhlichem Design. So sorgt das Auto für richtig gute Laune – auch bei der Probefahrt.

Sooo süß war er, der erste Twingo. Aus Kulleraugen blickte er seit 1992 verträumt in die Welt. Besonders die Damen erlagen seinem Charme und kauften ihn hemmungslos, er wurde Kult und ein Riesenerfolg. Bei Nummer zwei hatte Renault 2007 dann der Mut verlassen. Ein braves Zweckmobil, gar kein übles Auto zwar, aber weit entfernt von der Lässigkeit seines Vorgängers.

Der Look des neuen Twingo ist originell und fröhlich

Renault 5, Fiat 500 und Mini, mit einem kräftigen Schuss Abarth – das ist die Optik des neuen Twingo.

Jetzt, bei Nummer drei, kehrt Renault zu alten Tugenden zurück, zeigt Mut zu neuen Lösungen. Der Twingo besitzt zum ersten Mal fünf Türen, einen Heckmotor, kommt mit neuer Technik, die gemeinsam mit Smart entwickelt wurde. Doch keine Sorge liebe Twingo-Fans, anzusehen ist dem Auto das nun wirklich nicht. Mit seinen weit in den Ecken stehenden Rädern, den großen Scheinwerfern, dem rundlichen Aufbau und vor allem dem spannenden Heck mit Glastür und Lüftungsschlitzen á la R5 Turbo wirkt der Neue originell und fröhlich. Wenn man denn unbedingt einen Vergleich möchte, dann wäre er eine Mischung aus Renault 5, Fiat 500 und Mini, abgeschmeckt mit einem kräftigen Schuss Abarth.  An Bord geht die gute Laune weiter, der Twingo ist einfach, aber praktisch und nicht uncharmant eingerichtet. Der große Tacho ist gut abzulesen, das Navi und die Bedienungseinheit fürs Klima kennen wir aus anderen Renault. Klar, die Kunststoffe stammen aus der Hartplastik-Abteilung, besitzen aber interessante Oberflächen und sind kombiniert mit Hochglanz-Teilen oder farbigen Elementen.
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Mit 90 PS ist man im kleinen Renault zügig unterwegs

Hinten rumort das Triebwerk, die kurze Schnauze ist gut einsehbar, und der Kleine geht gut ums Eck.

Fahrer und Beifahrer finden anständig Platz, leider ist das Lenkrad nur höhenverstellbar. Im Fond wird es dann für Erwachsene eng, aber klar, bei 3,60 Meter Länge kann auch Renault nicht zaubern. Immerhin ist die Neigung der Rücklehne verstellbar, dazu wirft man einfach die zwei Halte-Bügel um, sehr originell. Und es ist ein kleiner Trick, um das Volumen des winzigen Kofferraums zu Vergrößern: von 188 auf 219 Liter. Legt man die Rücklehnen komplett um, passen 980 Liter rein. Ach ja, und wer vielleicht auf einen zusätzlichen Stauraum vorn hofft, wird enttäuscht. Dort befindet sich, ähnlich wie beim Smart, eine Art Service-Modul. Hebt man die Haube an kann man dort zum Beispiel das Waschwasser nachfüllen.  Und klar, genau wie beim Smart liegt der Motor im Heck. Dick gedämmt und von einer Metallplatte mit sechs Schrauben verdeckt. Im Testwagen war es der TCe 90, zum Beispiel aus dem Clio bekannt. In den knapp eine Tonne wiegenden Twingo passt der Dreizylinder–Turbo wie der Chablis zu den Austern, perfekt. Er knurrt freundlich, bei hohen Touren durchaus kernig-heiser, hängt lebhaft am Gas. Renault verspricht 10,8 Sekunden für den Sprint von Null auf Hundert und eine Spitze von 165 km/h. Alles glaubhaft.

Der Motor im Heck eines Autos dieser Größe ist inzwischen ein seltsames Gefühl. Ich kann nur sagen: Es macht Spaß. Hinten rumort das Triebwerk, die kurze Schnauze ist gut einsehbar und der kleine Renault dreht sich regelrecht in die Kurven, quirlt lebhaft durch die Gegend, mit der direkt ansprechenden Lenkung fast schon leicht nervös. Ein schöner Nebeneffekt des ganzen Konzepts ist übrigens der sehr kleine Wendekreis von nur 8,65 Metern. Gefühlt wenden sie damit fast auf der Stelle – und so was macht ja auch Spaß.
Dirk Branke

Dirk Branke

Fazit

Wer ein Faible für Fahrspaß hat, liegt beim Twingo jetzt richtig. Ganz nebenbei ist er aber auch noch ein praktischer, wendiger Kleinstwagen. Obwohl wir nicht so richtig verstehen, warum es vorn keinen Kofferraum gibt.

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