Sieben Breitreifen im Test

Sommerreifen-Test 2015: 255/35 - 275/35 R 19

— 11.03.2015

Breitreifen im Test

Extrabreite Sportpellen auf der Hinterachse sorgen für einen sportlichen Auftritt und versprechen ein Plus an Fahrdynamik. AUTO BILD SPORTSCARS hat sieben Mischbereifungen (255/35, 275/35) in 19 Zoll getestet.

Der Wechsel vom Winterreifen zum Sommerreifen macht es in jedem Frühjahr deutlich spürbar: Die Fahrdynamik unseres Fahrzeugs hängt ganz entscheidend vom Reifen ab. Als Bindeglied zwischen Fahrzeug und Fahrbahn ist allein er für die Übertragung sämtlicher Längs- und Querkräfte zuständig. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, die er entsprechend den Einsatzanforderungen auf ganz unterschiedliche Weise umsetzt. Für den Winterbetrieb mit einer kälteunempfindlichen Gummimischung und einem von einer Vielzahl von Lamellen durchschnittenen Profil. Lenkbefehle lassen sich damit allerdings nur verzögert umsetzen, Querkräfte eingeschränkt übertragen. Deshalb "erfahren" wir dasselbe Fahrzeug nach dem Wechsel auf Sommerreifen als deutlich knackiger: direktes Einlenkverhalten, bessere Haftung, sportliche Kurvendynamik.
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Mehr Gummi auf der Straße, mehr Fahrstabilität

Diese Änderung der Fahrdynamik lässt sich im kleineren Maßstab auch unter Sommerreifen erreichen. Eine Art Feintuning über den Wechsel der Reifendimension. Grundsätzlich gilt die Regel: "Je breiter der Reifen und je größer der Felgendurchmesser, desto dynamischer das Fahrverhalten." Beispiel: Viele BMW 3er rollen ab Werk standardmäßig auf Reifen der Dimension 225/50 R 17. Die Lauffläche ist dann etwa 225 Millimeter breit, die Höhe der Seitenwand beträgt mit 50 Prozent der Breite zirka 113 Millimeter (Serie 50). Der Durchmesser der Felge beträgt 17 Zoll (43,2 cm). Neben einer optionalen 18-Zoll-Bereifung steht auch eine 19-Zoll-Mischbereifung in der Ausstattungsliste. Bei einer Mischbereifung sind die Hinterreifen breiter als die vorderen; in diesem Fall 225/40 vorn, 255/35 hinten, jeweils in 19 Zoll. Im Unterschied zur Standardbereifung sind die Reifenflanken aber erheblich flacher (40 Prozent von 225 Millimetern = 90 mm). Daraus resultieren ein direktes Lenkverhalten und eine verbesserte Kurvendynamik. Die breiteren Reifen an der Hinterachse verbessern mit mehr Gummi auf der Straße zusätzlich die Fahrstabilität. Und sie halten das Heck im Grenzbereich länger in der Spur.
Mehr zum Thema: Alle Sommerreifen-Tests im Überblick

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

Für unseren Test legen wir noch eine Schaufel Fahrdynamik drauf und packen 255/35er-Pneus auf die Vorderräder und extrabreite 275/35er auf die 19-Zoll-Felgen der Hinterachse. Schade, dass diese Reifenkombination aufgrund unterschiedlicher Abrollumfänge ausschließlich den BMW M3 und M4 vorbehalten bleibt, denn schon optisch ist diese Variante nur schwer zu toppen. Und so verhält es sich auch mit der subjektiven Beurteilung unserer Reifentester. Begeistert drehen sie ihre Runden über den idyllisch gelegenen Wachauring nahe der österreichischen Kleinstadt Melk, der auch in diesem Jahr als Teststrecke dient. Mit Bestnoten in Lenkpräzision und Balance überzeugt der Michelin Pilot Super Sport unsere Tester. Am Limit ist allerdings Vorsicht geboten, das plötzlich ausbrechende Heck bedarf beim Gegenlenken einer schnellen Reaktion. Der neue Vredestein Ultrac Vorti reagiert nicht ganz so spitz und präzise auf Lenkbefehle, das Zusammenspiel zwischen Vorder- und Hinterachse funktioniert mit ihm aber sehr harmonisch. Zudem kann er auf trockener Piste exzellenten Grip aufbauen.

Zwei Reifen ohne ausreichende Sicherheitsreserven

Auch Hankooks erfolgreicher Dauerbrenner S1 evo mit der markanten Schlangenlinie im Profil überzeugt mit guter Seitenführung an der Vorderachse, die Hinterachse neigt dagegen schon früh zum Ausscheren. Auf nasser Piste ist er dagegen in seinem Element, selbst Wasserlachen können ihn nicht aus der Ruhe bringen. Noch besser kann das nur Vredesteins Ultrac Vorti, der auch bei Nässe die schnellste Rundenzeit liefert. Enttäuschend ist dagegen das Abschneiden der beiden Vertreter aus chinesischer Produktion. Der günstige Preis macht sie auf den ersten Blick zwar interessant, aber auf nasser Piste bieten sie keine ausreichenden Sicherheitsreserven. Schließlich soll mit der Wahl des optimalen Reifens die Fahrdynamik gesteigert werden. Und auf faule Kompromisse sollte man sich bei dem entscheidend wichtigen Bauteil Reifen niemals einlassen.

Die wichtigsten Ergebnisse des Tests haben wir in der Bildergalerie für Sie zusammengefasst. Den vollständigen Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download!

Sieben Breitreifen im Test

Die getesteten Reifen im Überblick:
Hersteller Bezeichnung Last-/Speed-Index Preis pro Satz
Continental SportContact 5P 96Y/100Y circa 900 Euro
Goodyear Eagle F1 Asymmetric 2 96Y/96Y circa 870 Euro
Hankook Ventus S1 evo 96Y/100Y circa 740 Euro
Maxxis VS-01 Victra Sport Zero One 96Y/100Y circa 580 Euro
Michelin Pilot Super Sport 96Y/96Y circa 980 Euro
Nankang Noble Sport NS-20 96Y/96Y circa 470 Euro
Vredestein Ultrac Vorti 96Y/100Y circa 820 Euro

Sommerreifentest

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden. Der Artikel handelt von Mischbereifungen 255/35 – 275/35 in 19 Zoll (Reifentest).

Veröffentlicht:

05.03.2015

Preis:

2,00 €

Autoren: Henning Klipp, Dierk Möller-Sonntag

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