Takata

Takata-Airbags: Rückruf von 5,8 Mio. Toyota

— 27.10.2016

Takata-Desaster ohne Ende

Toyota ruft weitere 5,8 Millionen Autos wegen defekter Takata-Airbags zurück – einige davon sogar zum zweiten Mal. Alles zum Takata-Desaster!

Zulieferer Takata steht wegen der mangelhaften Qualität vieler Airbags inzwischen am Rande einer Übernahme.

(dpa/reuters/mas/lhp) Toyota ruft wegen eines möglichen Airbag-Defekts weltweit erneut 5,8 Millionen Autos zurück – davon 1,47 Millionen in Europa. Das teilte der weltgrößte Autobauer am 26. Oktober 2016 mit. Betroffen sind mehrere Baureihen, darunter der Yaris und der Corolla aus den Baujahren 2006 bis 2014. Die betroffenen Fahrzeuge sind mit Airbags des Zulieferers Takata ausgestattet, denen ein Trocknungsmittel fehlt, das Fehlfunktionen bei Hitze und feuchter Luft vorbeugen soll. In Deutschland sind knapp 180.000 Fahrzeuge betroffen. In Japan sollen 1,15 Millionen Fahrzeughalter in die Werkstatt kommen, in China etwa 820.000. Wie Toyota in einer E-Mail mitteilte, umfasst die Aktion keine Modelle, die in den USA verkauft wurden, da dort zuvor schon ein Rückruf bekannt gegeben worden war. Die jüngste Maßnahme schließt eine zweite Runde an Rückrufen für rund 20.000 Autos ein, die zuerst 2010 in die Werkstätten zurückgeholt worden waren. Diese zwischen Mai 2000 und November 2001 gebauten Fahrzeuge waren mit fehlerhaften Takata-Airbags ausgerüstet, die durch neue ausgetauscht wurden, denen es weiterhin an Trockenmitteln mangelte. Dies wird in der zweiten Rückrufrunde nun nachgeholt.

Takata-Rückrufe: Fragen und Antworten

Wie viele Todesfälle gab es bislang?
Am 21. Oktober 2016 hatte die US-Verkehrsbehörde NHTSA den elften Todesfall in den USA im Zusammenhang mit defekten Takata-Airbags bestätigt. Das Opfer sei eine 50-Jährige, die am 30. September in Kalifornien einen Unfall mit ihrem Auto gehabt habe. Laut NHTSA handelte es sich bei dem nun betroffenen Honda mit Baujahr 2001 um einen Wagen, der bereits 2008 erstmals zurückgerufen wurde. Die Reparatur sei jedoch nie abgeschlossen worden. Die Behörde ruft Fahrer betroffener Wagen dringend dazu auf, sich an ihre Autohändler zu wenden. Weltweit sollen bereits 16 Todesopfer mit defekten Takata-Airbags in Verbindung stehen.

Wo liegt das Problem bei den Takata-Airbags?
Ausgerechnet der als Lebensretter in Notfällen konzipierte Mechanismus kann sich wegen mangelhafter Verarbeitung in eine enorme Gefahr verwandeln. Bei Takatas Airbags besteht das Risiko, dass sie bei einem Unfall zu stark auslösen und Teile der Metallverkleidung sprengen. Die Folge ist eine regelrechte Explosion, bei der Splitter durch den Fahrzeugraum geschleudert werden, die zu schweren Verletzungen oder in einzelnen Fällen sogar zum Tod führen können.

Wie hat sich der Skandal entwickelt?
Das Problem begleitet Takata bereits seit mehreren Jahren. Es hatte in den USA zur größten Rückrufaktion der Automobilgeschichte geführt. Unter dem Druck der US-Verkehrsaufsicht hatte das japanische Unternehmen im Mai 2015 Gefahren bei insgesamt 33,8 Millionen Fahrzeugen eingeräumt. Zunächst hatte es auf seinem Standpunkt beharrt, die Unfälle stünden im Zusammenhang mit dem heißen und feuchten Klima in einigen US-Bundesstaaten. Es wollte daher die Rückrufe auf diese Regionen beschränken. Im Februar 2015 war der Konflikt dann eskaliert: Die Aufseher hatten eine Strafe von 14.000 Dollar pro Tag verhängt, solange Takata nicht voll kooperiere.

Welche Hersteller sind noch betroffen?
Außer Toyota leidet vor allem Honda, aber auch Daimler, BMW, Volkswagen, Ford, Fiat, Mazda, General Motors und Jaguar Land Rover unter dem Skandal. Takata baut etwa jeden fünften Airbag für den Weltmarkt.

Wie viele Autos sind betroffen und wie hoch sind die Kosten?
Weltweit haben Autohersteller laut der Nachrichtenagentur Reuters bereits mehr als 100 Millionen Autos zurückgerufen, um die fehlerhaften Airbags auszutauschen, darunter viele ältere Modelle. Takata ist deshalb mittlerweile ins Wanken geraten und gilt als Übernahmekandidat. Sollte die alleinige Verantwortung für die Probleme Takata zugesprochen werden, könnten die Rückrufe das Unternehmen mehr als zehn Milliarden Dollar kosten. Zugleich steckt die gesamte Autobranche in einem Dilemma: Sie bezieht einen großen Teil ihrer Airbags von dem japanischen Unternehmen. Kaufinteressenten gehen daher davon aus, dass Takata die Affäre übersteht, weil die Branche den Bedarf an Ersatz-Airbags kaum über andere Zulieferer decken kann.

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