Toyota Prius Plug-in-Hybrid: Fahrbericht
So fährt der Prius für die Steckdose

Toyota hat den Hybridantrieb fit für die Zukunft gemacht, der Prius schafft nun 25 Kilometer rein elektrisch. AUTO BILD setzte den Plug-in-Hybriden schon mal unter Strom.
Bild: Angelika Emmerling
- Stefan Voswinkel
So richtig an den Erfolg des Prius haben die Toyota-Manager nach dem ersten Verkaufsjahr wohl nicht geglaubt. Nur einige Hundert der schrägen Autos mit der aufwendigen Antriebstechnologie ließen sich an den Mann bringen – weltweit. Das meinten sie ernst. Längst Geschichte. In den vergangenen 15 Jahren hat Toyota 3,5 Millionen Autos mit Hybridantrieb – also einer Kombination aus Benzin- und Elektromotor – verkauft. Selbst Skeptiker sind umgeschwenkt: Jahrelang wollten die deutschen Autohersteller nicht so recht, mittlerweile haben Porsche, Audi und BMW ihre ersten Hybride im Laden stehen. Toyota ist da schon einen ganzen Schritt weiter. Auf Basis der dritten Generation des Prius stellen die Japaner auf dem Genfer Autosalon (8. Bis 18. März 2012) den Prius Plug-in-Hybrid vor.
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Versetzt: Der Ladeanschluss der Serienversion des Prius Plug-in ist hinten rechts statt vorn links bei den Vorserien-Fahrzeugen.
Bild: Angelika Emmerling
Optik ist nicht alles: Toyota Prius gegen Lexus CT 200h

Die Japaner haben die Qualitätsanmutung im Detail durch feinere Materialien verbessert.
Bild: Werk
So wenig sich der Prius Plug-in optisch vom herkömmlichen Prius unterscheidet, so gering sind auch die Unterschiede beim Fahren. Startknopf gedrückt, den winzigen Schaltstummel auf D gezogen – schon geht es los. Lautlos setzt sich der Prius in Bewegung. Mehrere Kilometer rein elektrisch fahren fordert wie bisher einen gaaaanz sensiblen Gasfuß. Ein wenig zu viel Leistung abgerufen – und schon arbeitet der Verbrenner lautstark protestierend mit. Keine Frage, der Fahrer muss sich dem Prius anpassen, will er glücklich mit ihm werden. Gegenüber dem direkten Konkurrenten Ampera fällt der Prius Plug-in deutlich ab: Wo sich der Opel mit der lautlosen Faszination eines rein elektrischen Autos bewegen lässt, wirkt der Toyota stets ein wenig zäh und so, als ob er sich dagegen wehre, gefahren zu werden. Dafür scheint der Antrieb des Prius effizienter zu arbeiten. Sobald der Opel Ampera mit seinem Benziner den Elektromotor antreibt, steigt der Verbrauch auf knapp sieben Liter pro 100 Kilometer an. Der Prius ist dann auch in der Praxis mit zwei Litern weniger zu bewegen.
Grüne Streifen: Toyota Prius als Polizeiauto
Gegenüber dem Opel hält Toyota auch beim Anschaffungspreis Maß. Mit einem Grundpreis von rund 36.500 Euro ist der Prius Plug-in 6000 Euro günstiger als der Ampera. Gegenüber dem herkömmlichen Prius bedeutet das jedoch einen stolzen Aufpreis von rund 11.000 Euro. Wie vor 15 Jahren erwarten die Toyota-Manager keine Erfolge: Nur einige Hundert Prius Plug-in werden 2012 den Weg auf unsere Straßen finden. Sagen die Japaner.
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Toyota: Auf der IAA 2011
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Fazit
Der Plug-in unterscheidet sich beim Fahren kaum vom herkömmlichen Prius. Das ist gut, weil der Hybrid ausgereift ist – wie der AUTO BILD-Dauertest über 100 000 Kilometer gezeigt hat. Allerdings schleppt der Plug-in so auch die Nachteile wie den spaßarmen Antrieb mit. Zudem ist er viel teurer als ein regulärer Prius.
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