Könnte General Motors tatsächlich auf die verwegene Idee kommen, die Vauxhall-Power-Limousine VXR8 in Deutschland als Opel anzubieten? Der Gedanke ist gar nicht mal so abwegig. Schließlich ist der VXR8 eigentlich ein australischer Holden Commodore, der sich ursprünglich nicht nur den Namen von Opel geliehen hat. Die erste Generation des Commodore aus dem Jahr 1978, war ein Konstrukt aus Opel Rekord und Senator. Spätere Generationen basierten dann auf einer verlängerten Opel-Omega-Plattform und erinnnerten auch äußerlich stark an die Limousine aus Rüsselsheim.

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Bilder: Opel Omega V8
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Opel Omega V8: Der hätte was verändert
Für Vortrieb sorgten Sechs- und Achtzylinder aus dem GM-Regal. Ab 1990 boten die Aussies den Commodere auch in der Sport-Version "HSV" (Holden Special Vehicle) an. Am Ende hatte der australische Omega als HSV einen 6,0 Liter großen V8 mit 400 PS unter der Haube. Erst nach 2006 hat der Commodore nichts mehr mit Opel zu tun. Holden entwickelte für seine Limousine eine eigene Plattform, worauf auch das aktuelle Topmodell basiert, der Holden HSV Gen-F GTS – das Original des eingangs erwähnten VXR8.

Vauxhall VXR8 GTS: Power-Opel für die Insel

Holden HSV Gen-F Clubsport R8 Tourer
Holden bietet den Commodore sogar als Kombi an. Als Opel würde der Fünftürer ST (Sports Tourer) heißen.
Bild: Werk
Historisch gesehen hat die Sache also Hand und Fuß. Doch wie passt eine 587 PS starke Limousine zu Opel? Bereits im Artikel über den Vauxhall VXR8 schieden sich die Geister. Die User-Kommentare bei autobild.de reichen von: "Solche Autos muss Opel auch bauen, um endlich wieder attraktiv zu sein" bis hin zu "Peinlich-hässliche Karre". Mag sein, dass solch ein PS-Monster nicht ganz zeitgemäß ist. Diese Betrachtungsweise gilt dann allerdings auch für Audi RS 6, BMW M5 und Mercedes E 63 AMG. Dennoch haben die Kraftprotze mit bis zu 575 PS ihre Daseinsberechtigung. Denn das glamourlöse und sportliche Image projizieren die Topmodelle gekonnt auf den Rest ihrer Baureihen. Der weltweit anhaltende Erfolg von Audi A6, BMW 5er und Mercedes E-Klasse zeigt, dass der Imagetransfer funktioniert. Letztendlich gewinnt die ganze Marke.Wieso sollte nicht auch Opel von diesem Prinzip profitieren, wo doch die Voraussetzungen dafür im GM-Konzern vorhanden sind? Abgesehen davon müsste es ja nicht ausschließlich die Muscle-Car-Variante sein. Zivilere Versionen des heckgetriebenen Commodere könnten in Deutschland eine abwechslungsreiche Alternative in der oberen Mittelklasse sein, die den innovativen Rückstand im Vergleich mit BMW und Co über einen günstigen Preis kompensieren. Doch leider scheint der Technologietransfer bei Opel immer nur in eine Richtung zu funktionieren. Oder überrascht uns GM doch noch mit einem neuen Opel Omega?