VW Golf VII/Skoda Octavia III: Vorschau

Skoda Octavia VW Golf Skoda Octavia

VW Golf VII/Skoda Octavia III: Vorschau

— 31.05.2011

Die neuen Kompakten

Die neuen Kompakten aus dem VW-Konzern kriegen mehr eigenes Profil, doch unterm Blech werden sie immer ähnlicher. Beispiel Skoda: Der nächste Octavia basiert auf dem VW Golf VII.

Mit dem nächsten Golf startet eine neue Ära für VW. Das gilt weniger für die Optik – Golf bleibt Golf – als für die Technik unterm Blech. Denn mit dem Bestseller läutet der Konzern eine neue Stufe in seinem Baukastensystem ein. Das neue Zauberwort heißt MQB. Dahinter verbirgt sich kein neues Virus, sondern das wichtige Fahrzeug-Lego namens "Modularer Querbaukasten". Ein riesiges Puzzle mit riesigen Zahlen. VW will während der nächsten zwei bis vier Modellzyklen, bis weit nach 2025, seine Autos mit quer eingebauten Motoren nach Schema MQB bauen: mindestens 50 Millionen Stück.

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VW Golf VII: Wolfsburgs Erfolgsmodell zeigt Kante, wird flacher und insgesamt athletischer.

Wie das funktioniert, sehen wir am Golf ab 2012. Wolfsburgs Erfolgsmodell zeigt Kante, wird flacher und insgesamt athletischer. Bodengruppe, Fahrwerk, Karosseriestruktur, Elektronikplattform und Antriebsaggregate sind so weit "genormt", dass daraus folgende Golf-Ableger entwickelt werden können: • Fünftürer, Ende 2012 • Dreitürer, Ende 2012 • Variant, Ende 2013 • Golf Plus, Anfang 2014 • Tiguan II, Anfang 2015 • Scirocco II, Mitte 2015 • Golf Cabrio, Anfang 2016 • Jetta VII, Mitte 2016. Mit jeder weiteren Version sinken die Kosten. Selbstverständlich bleibt der MQ-Baukasten nicht auf die Marke VW beschränkt, sondern wird auf die Konzerntöchter ausgeweitet, etwa auf Skoda. Golf VII und Octavia III bedienen sich im gleichen Fundus, allerdings bekommt der Tscheche einen um 80 Millimeter längeren Radstand. Diese acht Zentimeter schaffen nicht nur mehr Platz für die Fahrgäste, sie verändern auch die Proportionen, indem sie längere Überhänge und eine breitere Spur ermöglichen.

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Skoda nutzt den Modularen Querbaukasten für den Octavia. Die Limousine kommt 2013.

Folgende Octavia plant Skoda: • Limousine, Mitte 2013 • Combi, Mitte 2014 • Scout, Mitte 2015. Noch mehr Radstand, wie er zum Beispiel für den nächsten Superb erforderlich wäre, bieten die für China und Nordamerika geplanten XXL-Varianten. Als wichtigste Klammer zwischen den Marken gelten die neuen modularen Diesel- und Benzinmotoren (MDB/MBB), die stärker, sparsamer und sauberer sind. Ebenfalls austauschbar sind die Effizienzbausteine BlueMotion Technologies, der e-motion-Elektroantrieb und der neue Plug-in-Hybrid. Ein weiterer Vorteil der Modularität ist die flexible Fertigung, denn in Zukunft können die unterschiedlichsten Modelle und Varianten in ein und demselben Werk produziert werden. VW verkauft uns das Bausteinprinzip natürlich über produktspezifische Vorzüge: mehr Platz, weniger Gewicht, erweiterte Variabilität, optimierte Sicherheit, bessere Fahrdynamik, höhere Wirtschaftlichkeit. Doch Autohersteller sind keine Wohltäter, sondern profitorientierte Wirtschaftsunternehmen. Deshalb ist klar, dass auch die Kasse klingelt. Rechnet man Aggregate, Elektronik, Blech und Ausstattung zusammen, spart das System im Schnitt pro Auto knapp 1000 Euro.

Am Anfang des Modellzyklus ist der Spareffekt geringer, doch mit der Optimierung der Abläufe und mit den Stückzahlen steigt die Rendite. Für das Jahr 2020 kommen die Wolfsburger Konzernstrategen in ihrer PR60 (Planungsrunde 60) auf über fünf Millionen MQB-Derivate, manche reden sogar von sechs Millionen. Trotz der angestrebten Vereinheitlichung ist es schwierig, aus der gleichen Basis Modelle vom Polo bis zu Passat und Tiguan zu stricken. Deshalb haben die Entwickler mit MQB-AO, MQB-A, MQB-B und MQB-SUV bereits vier Untergruppen geschaffen, die Raddurchmesser, Gewichtsklasse und Motorisierung berücksichtigen. Damit werden Autos vom Polo bis zur Fünf-Meter-Limousine möglich – die natürlich keine Limousine sein muss, sondern auch als großer Passat B-SUV vom Band rollen könnte. Was für eine stille, große Revolution ...
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Golf und Octavia – zwei Marken, zwei Konzepte, zwei unterschiedliche Größen. Aber nur ein Baukasten, der (fast) alles kann. Technik vereinheitlichen, Optik differenzieren. Komfort und Sportlichkeit, Premium und günstig, Dreitürer und SUV. Dabei ist das erst der Anfang. Schon bald mischen auch Audi und Seat mit im MQB-Lego. 

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